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Gerichtsmediziner: Opfer wurden mehrfach tödliche Verletzungen beigebracht

Aus Eifersucht nahm Rashid D. seinen fünf Kindern die Mutter. Dafür muss er sich vor dem Landgericht Cottbus verantworten.
Aus Eifersucht nahm Rashid D. seinen fünf Kindern die Mutter. Dafür muss er sich vor dem Landgericht Cottbus verantworten. FOTO: Wendler
Cottbus/Senftenberg. Als Rashid D. im November vorigen Jahres in Senftenberg seine Frau umbrachte, fügte er ihr nicht nur eine tödliche Verletzung zu. Das belegt das gerichtsmedizinische Gutachten, das am Landgericht Cottbus am Mittwoch vorgetragen wurde. sim

Der 32-jährige Angeklagte hatte zu Prozessbeginn vor zwei Wochen eingeräumt, auf seine Frau aus Eifersucht eingestochen zu haben. Er bestritt jedoch die Tötungsabsicht. Wie es dazu kam, dass er seiner Frau nachdem er sie laut Anklage aus dem Fenster stieß, auch den Hals durchschnitt, daran kann er sich nicht mehr erinnern.

Der gerichtsmedizinische Gutachter listete eine Vielzahl von Schnitten und Stichen mit einem Messer in Oberkörper und Rücken der fünffachen Mutter auf. Mehrere Stiche drangen in die Brusthöhle ein, einer bis ins Herz. Dieser Stich hätte allein schon zum Tod der Frau geführt, so der Rechtsmediziner.

Sie sei jedoch nicht sofort handlungsunfähig gewesen. Davon zeugten Abwehrverletzungen und andere Spuren an ihrer Leiche. Ihren Tod endgültig herbeigeführt habe dann das Durchtrennen des Halses mit vier übereinander liegenden Schnitten. Der Sturz aus dem Fenster im ersten Stock der Wohnung, so der Sachverständige, hätte keine lebensbedrohlichen Folgen gehabt.

Vor dem Gerichtsmediziner war ein tschetschenisches Ehepaar aus Dresden als Zeugen gehört worden. Sie stammten aus demselben Dorf wie der Angeklagte. Die Familie von Rashid D. hatte die Familie in Dresden für mehrere Tage besucht.

D. hatte die tödliche Messerattacke auf seine Frau damit begründet, dass sie mit diesem Mann ein Verhältnis gehabt habe. Der Zeuge wies diesen Verdacht vor Gericht weit von sich. Seine Frau bestätigte, dass es dafür gar keine Gelegenheit gegeben habe. Bei dem Besuch der anderen Familie sei sie Tag und Nacht mit dem späteren Opfer zusammen gewesen.

Bei der Befragung zu seinem Leben in Tschetschenien und der Flucht nach Deutschland gab Rashid D. nur spärlich Auskunft. Als eines von acht Geschwistern habe er nach der Schulzeit als Hilfskraft auf dem Bau gearbeitet und seiner Mutter auf dem Basar geholfen. Nach Deutschland sei er gekommen, weil ihn die Polizei mehrfach festgenommen und gefoltert habe, um den Aufenthalt eines Freundes von ihm zu erfahren.

Am kommenden Mittwoch wird der Prozess mit dem psychiatrischen Gutachten zur Schuldfähigkeit des Angeklagten fortgesetzt. Am selben Tag sollen dann auch die Plädoyers gehalten werden.