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| 02:43 Uhr

Geldregen prasselt aufs Wasserschloss

Minister Jörg Vogelsänger (l.) hat sich beim Schlossrundgang davon überzeugt, dass der von ihm überbrachte Fördermittelbescheid dringend für die weitere Sanierung gebraucht wird. Im Bild v. r.: Restauratorin Martina Dürrschmidt, Benedikt Buhl und Jürgen Klemisch.
Minister Jörg Vogelsänger (l.) hat sich beim Schlossrundgang davon überzeugt, dass der von ihm überbrachte Fördermittelbescheid dringend für die weitere Sanierung gebraucht wird. Im Bild v. r.: Restauratorin Martina Dürrschmidt, Benedikt Buhl und Jürgen Klemisch. FOTO: Mirko Sattler/sam1
Großkmehlen. Die einjährige Zwangspause ist vorbei. Das Renaissance-Wasserschloss Großkmehlen kann weiter saniert und restauriert werden. Das Land Brandenburg und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz geben 1,1 Millionen Euro. Manfred Feller

Mit den Worten "auch ein Wasserschloss kann noch schöner werden" hat Jörg Vogelsänger (SPD), Brandenburgs Minister für ländliche Entwicklung, am Mittwoch den ersehnten Bescheid über immerhin 691 491,84 Euro in Großkmehlen übergeben. Das Schloss ist ein Projekt eben jenes Förderprogramms für ländliche Entwicklung (Leader). Mit den Eigenmitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz stehen nun für die weitere Sanierung und Restaurierung fast 1,1 Millionen Euro zur Verfügung.

Ein Gemeinschaftsprojekt

"Zusammen mit dem Land schaffen wir ein vorzeigbares Stück Infrastruktur", bedankt sich Stiftungsvorstand Benedikt Buhl für die Zuwendung. Er ist gleichzeitig Geschäftsführer der Brandenburgischen Schlösser GmbH, der das Herrenhaus seit dem Jahr 2000 gehört.

Das jetzt zur Verfügung stehende Geld reicht nach Auskunft von Jürgen Klemisch, Leiter Liegenschaften der Stiftung, um die Arbeiten in den kommenden zwei Jahren fortzusetzen. Nächste Schritte sind die Ausführungsplanung und Ausschreibung. Im Frühjahr sollen die Handwerker wieder einziehen.

Weiteres Geld erforderlich

Um die zwei letzten beiden Bauabschnitte im Schloss und draußen vollenden zu können, so Jürgen Klemisch, seien noch einmal etwa 2,5 Millionen Euro notwendig. Bislang sind in Schloss, Jägerhaus, Gutshof und Park nicht weniger als zwölf Millionen Euro geflossen. Fünf Millionen stammen aus dem Topf für die ländliche Entwicklung. "Es ist ein harter Kampf ums Geld", gibt Jörg Vogelsänger einen Einblick in die Verteildiskussionen zwischen den Ministerien.

Dass Großkmehlen in Potsdam in Erinnerung bleibt, dafür will die SPD-Landtagsabgeordnete Gabi Theiss sorgen. Mit "gigantisch schön" beschreibt sie treffend, was in 18 Jahren im Schloss geschaffen worden ist.

Die Gemeinde, zu klein für die Mammutaufgabe, unterstütze das Projekt nach Kräften, versichert Bürgermeister Dr. Gerd Müller-Hagen. Das Schloss, das an alter überregionaler Bedeutung anknüpfen möge, soll den Kulturtourismus ankurbeln.

Der Wunsch der Stiftung ist, dass sich das Wasserschloss mit jedem fertigen Raum zusehends mit Leben füllt. Die Gemeinde und einzelne Vereine sind bereits Mieter. Martina Dürrschmidt hat dort ihr Restaurationsatelier und betreibt im einstigen Empfangsraum, der sich wie im Jahr 1790 präsentiert, eine Malschule mit Teilnehmern bis aus Dresden. Untermieter ist der Verein Biomasse Schraden. Nicht zu vergessen der barocke Hochzeitssaal, von dessen Akustik Profi-Klassikmusiker schwärmen sollen.

Zum Thema:
Das Renaissance-Wasserschloss Großkmehlen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts zählt nach Angaben der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit seinen bau- und gartengeschichtlichen Elementen zu den bedeutendsten Kulturdenkmalen Brandenburgs. Zu dem Ensemble gehört ein vier Hektar großer Park.Das Baudenkmal ist eines von 18 Schlössern, Herrenhäusern und Parkanlagen in Brandenburg, die die gemeinnützige Brandenburgische Schlösser GmbH mit Unterstützung der Stiftung seit ihrer Gründung 1992 gesichert und teilweise bereits umfangreich saniert hat. Diese Denkmale prägen baugeschichtlich und künstlerisch mit den Kirchen maßgeblich die Landschaften Brandenburgs.Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für den Denkmalschutz in Deutschland. Ihr bekanntestes Angebot ist der Tag des offenen Denkmals. Die Stiftung hat bislang mit mehr als 200 000 Förderern etwa 4800 Projekte mit mehr als einer halben Milliarde Euro unterstützt.