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| 16:38 Uhr

Lausitzer Seenland
Buhnenprojekt wird verschoben

 Bereits seit elf Jahren ist Klaus Renner, alias Surf-Renner, mit seiner Wassersportschule am Geierswalder See aktiv. Im kommenden Frühjahr will er das Unternehmen seinem Nachfolger übergeben.
Bereits seit elf Jahren ist Klaus Renner, alias Surf-Renner, mit seiner Wassersportschule am Geierswalder See aktiv. Im kommenden Frühjahr will er das Unternehmen seinem Nachfolger übergeben. FOTO: Bartholome
Geierswalde. Vorerst keine Buhnen am Geierswalder See: Nach Protesten von Wassersportlern gegen die Holzreihen am Badestrand wird erstmal weiter geforscht. Eine Simulation soll jetzt Auswirkungen untersuchen. Von Torsten Richter-Zippack

Eigentlich sollten im Oktober die Bauleute an den Geierswalder Badestrand anrücken. Die Bergbausanierer von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) hatten die Errichtung von zwei Buhnenreihen im Abstand von knapp 80 Metern vorgesehen. Sie sollten neben dem Badestrand insbesondere den daneben befindlichen Schiffsanleger vor Versandung schützen.

Daraus wird vorerst nichts. Jetzt soll die gesamte Problematik nochmals unter die Lupe genommen werden. Der Grund: Sowohl die am Badestrand ansässige Wassersportschule Surf-Renner als auch Geierswalder Einwohner sind gegen das Vorhaben Sturm gelaufen. Durch die Buhnen, so die Befürchtung, sei künftig kein Wassersport mehr möglich. Selbst Badegäste könnten durch die 36 und 38 Meter ins Wasser hineinragenden Holzreihen gefährdet werden.

Simulationen soll Auswirkungen von Buhnenreihen ermitteln

Deshalb haben sich alle Protagonisten nochmals an einen Tisch gesetzt. „Wir wollen das vorhandene Wassersportangebot möglichst nicht zu stark beeinträchtigen. Deshalb ist nun geplant, anhand von Computersimulationen die Auswirkungen des Weglassens von Buhnenreihen vertiefend zu untersuchen“, sagt LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber.

Im Ergebnis dieser Simulationen lege dann die LMBV fest, wie dieser Uferabschnitt zu sichern sei. „Dadurch verzögert sich auch der bislang geplante Baubeginn“, sagt Steinhuber.

Klaus Renner, Inhaber von Surf-Renner, wird konkreter: „In den nächsten zwei Jahren wird hier buhnentechnisch wahrscheinlich nichts passieren. Ich bin gespannt, welche Lösung letztlich umgesetzt wird. Vielleicht reichen ja Steinschüttungen bereits aus.“ Auf jeden Fall überwiege jetzt die Zufriedenheit, dass vonseiten der Bergbausanierer die Sorgen der betroffenen Seeanlieger ernst genommen werden.

Buhnenreihen am Geierswalder See Gefahr für Surf-Anfänger

Klaus Renner, der seine Surfschule im Frühjahr 2020 an seinen Nachfolger übergeben will, sagt, dass mit dem ursprünglich geplanten Buhnenprojekt das Ende des Surfsports auf dem Geierswalder See gekommen wäre. „Gerade Neulinge können mit ihren Surfbrettern noch nicht wirklich umgehen. Sind sie einmal in Fahrt gekommen, können sie durch den Wind auf die Buhnen zugetrieben werden. Da kann es durchaus zu Panikattacken kommen.“

Laut Klaus Renner gibt es Untersuchungen, die belegen, dass 85 Prozent der Surfunfälle an der Ostsee mit Buhnen in Zusammenhang stünden.