Die mittlere Lausitz ist ein Waldland, denn der Wald bestimmt in erster Linie das Landschaftsbild. Auf der Karte erstreckt sich ein riesiger grüner Gürtel etwa von Bad Liebenwerda im Nordwesten, über Schwarzheide, Hoyerswerda über die Neiße bis zum Queis im heutigen Polen. Die Lausitzer Heide an sich stellt dabei lediglich den Oberbegriff dar, die einzelnen Wälder tragen verschiedene Bezeichnungen. So gibt es beispielsweise die Prösa bei Elsterwerda, den Forst Grünhaus zwischen Lauchhammer und Finsterwalde, den Schradenwald, die Ruhland-Königsbrücker Heiden, den Forst Hoyerswerda, die Sächsischen Heiden bei Uhyst an der Spree, die Muskauer Heide und die Görlitzer Heide. Von manchen Wäldern blieben nur noch Relikte erhalten. So existieren vom einst riesigen Schradenwald, der vor genau 800 Jahre erstmals urkundlich erwähnt wurde, nur noch kleine Restflächen. Der größte Teil wird heute landwirtschaftlich genutzt. Fast verschwunden ist ebenso der ehemalige königlich preußische Forst Grünhaus. Nördlich von Lauchhammer erstreckt sich an dessen Stelle heute eine noch karge Bergbaufolgelandschaft, in der die Naturschützer die natürlich ablaufenden Prozesse beobachten und protokollieren. Nur unweit der Verbindungsstraße von Grünewalde nach Staupitz hat ein Rudiment des einst mächtigen Mischwaldes die Zeiten überdauert. Nördlich von Schwarzheide existieren darüber hinaus noch Reste der Pommelheide, die sich an den Grünhauser Forst südöstlich anschloss. Der durch den Bergbau ohnehin bereits dezimierte Wald wurde durch den Bau des Schwarzheider Flugplatzes Ende der 1950er-Jahre noch weiter zurückgedrängt.Südlich der Schwarzen Elster breitet sich die Ruhlander Heide aus, ein weitgehend noch geschlossenes Waldgebiet, das nur durch kleinere Dörfer und einige Verkehrstrassen, beispielsweise die Autobahn Berlin-Dresden, zerschnitten wird. Nach Südosten schließt sich unmittelbar die Königsbrücker Heide an. Für den dortigen, ab 1907 erschlossenen Truppenübungsplatz mussten sogar mehrere Dörfer, wie Krakau und Rohna, weichen. Heute stellt das Areal eines der größten Naturschutzgebiete Sachsens dar. Charakteristisch für die Ruhland-Königsbrücker Heiden, wie das Gebiet zwischen den namensgebenden Städten auch bezeichnet wird, sind zahlreiche eingesprenkelte Teiche, so um Frauendorf, Kroppen, Hermsdorf, Cosel und Zeißholz.Auch zwischen Senftenberg, Spremberg und Hoyerswerda erstreckten sich einst große Waldgebiete. Diese fielen jedoch zu großen Teilen mehreren Tagebauen zum Opfer. Zudem sind neue Wälder auf Kippen herangewachsen, die der Öffentlichkeit bislang kaum bis gar nicht zugänglich sind. Dazu zählen beispielsweise die nördlich des Erikasees befindlichen Kippen und die bewaldete Halbinsel im Partwitzer See.Auch östlich von Hoyerswerda hat der Wald unter der Bergbautätigkeit massiv gelitten. Wo sich früher der sogenannte Forst Hoyerswerda erstreckte, liegen heute mit dem Bernsteinsee, dem Dreiweiberner See und dem Lohsaer See drei gewaltige frühere Tagebaugruben. Auch die sich nordöstlich daran anschließende Muskauer Heide wird durch den Tagebau Nochten zunehmend bergbaulich in Anspruch genommen. Weitere Teile dürfen wegen des Truppenübungsplatzes Oberlausitz nicht betreten werden. Östlich der Neiße setzen sich die großen Waldungen im heutigen Polen fort. Seit dem Schicksalsjahr 1945 sind beispielsweise die Görlitzer von ihrer Heide um die früheren Orte Rauscha, Rothwasser und Kohlfurt "abgeschnitten".In den allermeisten Wäldern der Lausitzer Heide dominiert deren "Brotbaum", die Gemeine Kiefer. Zwar sind große Bereiche durch monotone Kiefernforsten geprägt, doch gibt es durchaus naturnahe Beerstrauch-Kiefernwälder. Unter den Kronen mächtiger Nadelbäume wächst dort zwischen Heidel- und Preiselbeeren sowie Zypressengrasmoos eine neue Waldgeneration aus Kiefern und Eichen empor. Dar-über hinaus existieren insbesondere in den Flussauen herrliche Laubbaumbestände, so an der Spree bei Bärwalde und Boxberg. Nordöstlich von Lohsa gibt es sogar einen der größten Lindenwälder Ostdeutschlands.Nicht zuletzt haben in der Lausitzer Heide viele alte Traditionen, Bräuche und selbst mancher Aberglaube die Zeiten überdauert. Zahlreiche Geheimnisse um versunkene Schätze, kleine Männlein oder seltsame Irrlichter bilden bis heute die Grundlage für den so reichhaltigen sorbischen Sagenschatz. Und selbst im 21. Jahrhundert weiß mancher einsame Wandersmann von wunderlichen Begegnungen in den Weitern der Lausitzer Heide zu berichten.