ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:06 Uhr

Geheimnis um die Riesen-Raupe gelüftet

Senftenberg.. Seit gestern früh um sieben Uhr stand im Senftenberger Tierpark das Telefon nicht mehr still. Ungefähr 15 Anrufer haben sich allein bei Chef Jens Beyer gemeldet, weil sie das Rätsel um die mysteriöse Riesenraupe aus dem Garten von Monika Fiedler auflösen wollten. Foto: Steffen Rasche

Die richtige Antwort wusste unter anderem Dieter Mädler. Er hat die Raupe an der typischen Kopfform erkannt. Bei dem schwarzen Wurm handelt es sich um das Vorstadium von einem mittleren Weinschwärmer. Der Senftenberger kennt sich mit Schmetterlingen bestens aus, weil er die bunten Tierchen früher gesammelt und gezüchtet hat.
Dass kaum jemand die Raupenart kennt, sei kein Wunder: Nur selten verirren sich die Falter nach Mitteleuropa. Heimisch sind sie in den südlichen Ländern. Nur wenn die Sommer hier extrem warm und trocken sind, kämen einzelne Exemplare über die Alpen Richtung Deutschland geflogen. Demnächst, spätestens in vierzehn Tagen, wird sich die Raupe verpuppen, vermutet der Schmetterlingsfreund. Bis zu neun Zentimeter würde sie bis dahin noch lang werden. Am Ende würde aus dem Kokon ein weinroter bis brauner Schmetterling schlüpfen. Einer, der anders aussieht als die heimischen Arten. „Die Körperform erinnert an eine Zigarre, die Flügel an einen alten Kampfjet“ , beschreibt Mädler. Stolze neun Zentimeter würde der fertige Falter dann in der Regel messen.
Weil das hiesige Klima für die Weinschwärmer ungewohnt ist, droht ihm ein trauriges Schicksal. Über die Wintermonate wird das Tier wegen der Kälte wahrscheinlich verenden. Bis aus der Raupe ein richtiger Schmetterling geworden ist, wird sie im Tierpark bleiben. Sobald der Falter geschlüpft ist, wollen ihn die Mitarbeiter in die Freiheit fliegen lassen. (hüc)