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| 01:36 Uhr

Gegensätze und Gemeinsamkeiten

Mit Barlach und Förster wird die Bildhauerkunst des 20. Jahrhunderts im Kunstgussmusem Lauchhammer lebendig.
Mit Barlach und Förster wird die Bildhauerkunst des 20. Jahrhunderts im Kunstgussmusem Lauchhammer lebendig. FOTO: Maser
Lauchhammer.. „Die Gegensätzlichkeit der Kunst beider Bildhauer ist in der Ausstellung deutlich sichtbar“, sagte die Galeristin Angelika Harff anlässlich der Ausstellungseröffnung am zweiten Adventssonntag im Kunstgussmuseum Lauchhammer. Petra Maser

Die in Zusammenarbeit mit der Güstrower Galerie entstandene Sonderausstellung zeigt die Gemeinsamkeiten und Gegensätze der Bildhauer Ernst Barlach und Wieland Förster.
Damit würden zwei Künstler unterschiedlicher Generationen vorgestellt und mit ihnen zwei mögliche Ausprägungen der Bildhauerkunst des 20. Jahrhunderts, erläuterte die Galeristin. Die aus ihrer Ausstellung stammenden Kunstwerke sind eine Leihgabe an das Kunstgussmuseum in Lauchhammer. Ein Teil der gezeigten Arbeiten stamme aus der Ernst-Barlach-Stiftung.
Schon auf den ersten Blick teilt sich der Ausstellungsraum in zwei gegensätzliche Hälften. Auf der einen Seite auf schwarzen Sockeln die weißen Porzellanfiguren und Bronzen von Ernst Barlach, die in antik anmutenden Gewändern und in schlichten Linien gearbeitet sind. Auf der gegenüberliegenden Seite unbekleidete Skulpturen des impressionistischen Bildhauers Wieland Förster auf weißen Podesten.
Mit den Skulpturen von Ernst Barlach lasse sich eine Verbindung zur Kunstgießerei Lauchhammer herstellen, sagte Dr. Susanne Kähler. Zwei seiner frühen Werke, eine Jubiläumstafel und ein Grabmal, habe der 1870 geborene Bildhauer einst in Lauchhammer realisieren lassen, erläuterte die Kustodin des Museums. Ernst Barlach, der als bedeutender deutscher Expressionist gilt, habe sich bewusst ausschließlich auf die Gewandfigur beschränkt. Werke wie "der blinde Bettler" oder "das russische Liebespaar" die zurzeit im Kunstgussmuseum zu sehen sind, bringen Emotionen auf den Punkt. Seine Skulpturen wie auch die Holzschnitte ließen erkennen, dass Barlach nicht nur schwere Gefühle, sondern auch Überschwang auszudrücken vermochte. Als Beispiel nannte die wissenschaftliche Mitarbeiterin die Werke aus dem Zyklus "An die Freude", die nach Schillers Gedicht entstanden seien.
"Wieland Försters Werke hingegen zeugen von der Auffassung eines Impressionisten", sagte Dr. Kähler. Der zeitgenössische Künstler suche die intimen Einblicke, interessiert an den Körperstrukturen des weiblichen Aktes. "Förster behandelte Oberflächen von Körpern wie Landschaften", erläuterte die Kunstwissenschaftlerin. Die moderne Kunst Försters spanne den Bogen in die Gegenwart und solle dazu beitragen, den Kunstguss in der traditionsreichen Manufaktur in Lauchhammer mit zeitgenössischen Bildhauern wiederzubeleben, betonte Wilken Straatmann. Der Stiftungsvorsitzende des Museums wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass einige der gezeigten Werke verkäuflich sind. Das Museum werde am Verkaufserlös beteiligt. "Wir können jeden Cent gebrauen, denn wir haben noch viel vor", appellierte Wilken Straatmann an die finanzkrä ;ftigen Kunstliebhaber. Im Januar werde auch das Schaudepot in der ehemaligen "Bronzeschule" neben der Kunstgießerei eröffnet, wo schon bald die wertvolle antike Skulpturensammlung des Museums gezeigt werde.

Die Ausstellung mit Werken von Barlach und Förster ist bis zum 17. Februar 2008 zu sehen.
Das Kunstgussmuseum Lauchhhammer hat von Dienstag bis Sonntag jeweils von 13 bis 17 Uhr geöffnet.