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Gefäßmodell schluckt Senftenberger

Jutta Buchwald aus Senftenberg geht mit Enkeltochter Mara (5) im sechs Meter langen Arterienmodell auf Entdeckungstour.
Jutta Buchwald aus Senftenberg geht mit Enkeltochter Mara (5) im sechs Meter langen Arterienmodell auf Entdeckungstour. FOTO: Rasche/str1
Senftenberg. Im Geldhaus Schlange stehen für die Gesundheitsvorsorge – das haben am Mittwoch Hunderte Senftenberger beim Gefäßtag des Klinikums Niederlausitz in Kauf genommen. Höhepunkt war eine Reise durch Senftenbergs größte Blutader: ein sechs Meter langes und begehbares Arterienmodell. Andrea Budich

Am Nachmittag mal eben so in einem über zwei Meter hohen Gefäß aus dem Leistenbereich spazieren gehen und krankhafte Veränderungen abtasten - die zehnjährige Sarah aus der Senftenberger Rathenau-Grundschule hat es beim Gefäßtag im Foyer der Sparkasse erlebt und ist begeistert. In dem sechs Meter langen und begehbaren Arterienmodell, in dem das Team um Chefarzt Tom Hammermüller erklärt, wie es zu einer Arterienverkalkung oder einem Gefäßverschluss kommen kann, geht es aufgrund des großen Interesses der medizinischen Laien mitunter recht eng zu. Dr. Marina Wüstner aus dem Gefäßzentrum Niederlausitz kommt mit dem Erklären kaum hinterher. Sie zeigt, wie Gerinnsel und eine beginnende Arteriosklerose aussehen und erklärt den Anschluss eines Bypasses.

Den Gefäßen auf der Spur sind die Besucher auch bei verschiedenen klinischen Untersuchungen, bei Demonstrationen und Fachvorträgen. Für eine Venendruckmessung stehen die Senftenberger Schlange. Erstmals vorgestellt wird beim 5. Gefäßtag die neue Lasertherapie bei Krampfadern. Ab November wird sie im Gefäßzentrum des Krankenhauses Senftenberg angeboten.

Wie es im OP-Saal abläuft und wie ein OP-Tisch bestückt ist, erfahren die Besucher bei Oberarzt Dr. Frank Wittstock und den OP-Schwestern Mandy Schellnock und Nicole Lichtenberger. Für die gewebten Kunststoffprothesen, die bei Durchblutungsstörungen zum Einsatz kommen, gibt der Oberarzt einen kleinen Nahtkurs. Dabei können Interessierte ausprobieren, wie in der Gefäßchirurgie spezielle Prothesen zusammengenäht werden.

Vor den Behandlungsräumen von Gefäßassistent Christoph Meißner und Krankenpflegerin Claudia Friedrich herrscht indes Hochbetrieb. Den Ultraschall der Hals- und Bauchschlagader wollen fast alle Gäste des Gefäßtages durchführen lassen. Dafür wird im Sparkassen-Gang auch geduldig angestanden.

Für ein stärkendes Häppchen zwischendurch gibt es gesunde und "gefäßfreundliche" Gemüsesnacks.

Mit dem Zuspruch sehr zufrieden zeigt sich Chefarzt Tom Hammermüller. "Wir wollen für Gefäßerkrankungen sensibilisieren und erreichen, dass sich die Senftenberger mit dem Thema auseinandersetzen", betont er.