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Kunst
Gedenken an den alten Freund und Künstler

Ehemalige Schulfreundinnen von Gerhard Elsner gedenken des verstorbenen Künstlers in der Kunstsammlung Lausitz: Ingeborg Eichler aus Niemtsch (l.) und Christel Hiller aus Berlin.
Ehemalige Schulfreundinnen von Gerhard Elsner gedenken des verstorbenen Künstlers in der Kunstsammlung Lausitz: Ingeborg Eichler aus Niemtsch (l.) und Christel Hiller aus Berlin. FOTO: Jenny Linke/Museum
Senftenberg. In Senftenberg geborener Maler Gerhardt Elsner nach langer Krankheit verstorben.

Erst vor zwei Jahren hat der in Senftenberg geborene Maler Gerhard Elsner den Kontakt zur Kunstsammlung Lausitz aufgenommen und dem Museum des Landkreises Oberspreewald-Lausitz zwei seiner Werke geschenkt. Nun ist der Maler nach langer Krankheit in München verstorben. Das teilt Jenny Linke, die Sprecherin des Kreismuseum, mit.

Bereits als 17-jähriger hatte er die Stadt frühzeitig in Richtung Süddeutschland verlassen. Gerhard Elsner hatte keine Verwandten mehr in Senftenberg. Nachdem in den 1970er-Jahren sein Elternhaus abgerissen wurde und die Mutter wegzog, hatte er keinen Kontakt mehr in seine Geburtsstadt. „Dass aber doch nicht alle Verbindungen abgebrochen sind und der Maler viele freundschaftliche Beziehungen zu seinen früheren Klassenkameraden aufrechterhalten hat, zeigt ein Besuch zweier Damen in der Kunstsammlung Lausitz“, berichtet Jenny Linke. Sie hatten 1949 gemeinsam mit Gerhard Elsner ihr Abitur in Senftenberg gemacht. Christel Hiller ist aus Berlin angereist. Mit Ingeborg Eichler, die heute in Niemtsch wohnt, hat sie die Kunstsammlung besucht, um des verstorbenen Künstlers zu gedenken. Nach der Schulzeit trennten sich die Wege der Freunde. Ingeborg Eichler arbeitete als Lehrerin in Brieske. Christel Hiller wurde Apothekerin in Berlin. Gerhard Elsner ging nach Westdeutschland. Er wollte ursprünglich Priester werden. An den Kunstakademien in Freiburg und Karlsruhe ließ sich Elsner zum Maler ausbilden. Seit 1957 war er in Offenbach, Frankfurt/Main, Überlingen und München tätig. Der Kontakt zu den Freunden aus Schultagen brach lange Zeit ab, erst nach der politischen Wende 1990 sind die alten Klassenkammeraden wieder auf einander aufmerksam geworden. Gerhard Elsner begann einen regen Briefwechsel und Austausch mit Christel Hiller und Ingeborg Eichler. Diesen hat er bis zu seinem Tode aufrecht gehalten. Da sie nicht persönlich zur Trauerfeier nach München reisen konnten, haben die Frauen ihres verstorbenen Freundes  in Senftenberg gedacht. Das Gemälde „Stadtstruktur“ aus dem Jahr 2008 ist zur Zeit im Schaudepot zu sehen.

(kw)