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| 14:19 Uhr

Senftenberger See
Gebühren trüben Fahrspaß auf See

Robert Ludwig (31) und Sohn Max Charlie (3) genießen die Fahrt auf dem Senftenberger See. Doch der Spaß ist teuer - zu teuer, sagt der Freizeitkapitän.
Robert Ludwig (31) und Sohn Max Charlie (3) genießen die Fahrt auf dem Senftenberger See. Doch der Spaß ist teuer - zu teuer, sagt der Freizeitkapitän. FOTO: Robert Ludwig
Senftenberg. Das Zuwasserlassen von Booten in den Senftenberger See kostet Geld. Freizeitkapitäne mit kleineren Modellen kritisieren mit Blick auf andere Gewässer die Höhe der Gebühren. Von Jan Augustin

Eine Bootspartie ist lustig – und ziemlich teuer. Wer mit seinem Kahn auf den Senftenberger See gelassen werden will, muss dafür zahlen. Im Hafencamp in Großkoschen werden für das Einsetzen eines Bootes seit dieser Saison 18 Euro fällig – das sind wegen der erhöhten Parkplatzgebühr drei Euro mehr als sonst. Im Preis inklusive sind das Abstellen des Autos mit Bootsanhänger, eine Einweisung und eine Revierkarte. Das bestätigt Dana Hüttner, Sprecherin des Zweckverbandes Lausitzer Seenland.

Für den Senftenberger Freizeitkapitän Robert Ludwig (31) ist die Gebühr deutlich zu hoch. „Ich finde das als Einheimischer eine Frechheit, so viel Geld dafür zu bezahlen“, sagt der Betriebshandwerker im Klinikum Niederlausitz. Mit seiner Frau und den beiden Kindern ist er vor ein paar Tagen vom Hafencamp aus in See gestochen, um „ein paar schöne Stunden“ auf dem See zu verbringen. „Doch der Preis hat uns den Spaß genommen. Familienfreundlich sieht anders aus“, schimpft er. Für sein kleines Sportmotorboot habe er „mühsam gespart“. Mit dem Kauf habe er sich auch gegen das Mieten von Booten entschieden. Doch nun ist er sich nicht mehr sicher, ob das die richtige Entscheidung war. Einfach mal raus fahren auf den See für ein paar Stunden Entspannung nach der Arbeit - das sei bei dieser Preisgestaltung für ihn nicht einfach so möglich. Es gebe zwar die ermäßigte 10er-Karte für 135 Euro - dieses Geld müsse man aber auf einmal parat haben. Außerdem dürfe er die Karte nicht in der nächsten Saison nutzen und „ist gezwungen auch bei schlechtem Wetter Boot zu fahren“. Robert Ludwig und seine Wassersportfreunde vergleichen auch die Preise mit anderen Seen. Am Geierswalder See zahle er für das Einlassen nur zehn Euro und am Schwielochsee könne er an zwei Stellen in Goyatz und Trebatsch sogar kostenlos ins Wasser fahren.

Doch auch dort werden je nach Anbieter und Betreiber Gebühren erhoben, teilt Odett Arnold von der Tourismus-Entwicklungsgesellschaft Lieberose/Oberspreewald mit. In Zaue beispielsweise koste das Zuwasserlassen über eine Slipanlage 20 Euro. Für die Krannutzung werden 60 Euro verlangt. Marina-Betreiber Frank Ringel, 2. Vorsitzender des Wirtschaftsverbandes Wassersport, lässt die Boote von seinem Hafen am Großen Zernsee bei Werder ebenfalls nicht kostenlos ab. Der Bau einer Anlage kostet schließlich Geld - zudem müsse sie gereinigt und gewartet werden, argumentiert er. Die Preisgestaltung sei in Brandenburg regional sehr unterschiedlich. Je besser die Lage, desto teurer, fasst er zusammen.

Freizeitkapitän Robert Ludwig hält mit seiner deutlichen Kritik trotzdem nicht hinter dem Berg: „Es sollte einfach mal an die einheimischen Wassersportler gedacht werden und nicht nur an die Urlauber. Irgendwann hört der Spaß auf.“