“Beim Trinkwasserpreis ist kurzfristig keine Erhöhung vorgesehen„, schiebt Verbandsvorsteher Dr. Roland Socher eine gute Nachricht hinterher. Beim Schmutzwasser soll der Preis gar noch über Jahre auf dem jetzigen Niveau gehalten werden. Ein Grund seien die mehr als 5500 neuen Hausanschlüsse aus den vergangenen fünf Jahren. Sie spülen kräftig Schmutzwasser in die Kläranlagen, deren Auslastung ansonsten wegen des Bevölkerungsrückganges (etwa 18 % seit 2000) deutlich gesunken wäre. Seitdem steigen die Abwassermengen wieder.

Der WAL habe vor einem Jahrzehnt ein “ganzes Bündel von Maßnahmen„ aufgelegt, um aus dem Tal herauszukommen und sich für die Zukunft neu aufzustellen, erinnert sich Dr. Socher. Er war damals gerade als Verbandsvorsteher gewählt worden. Viele Millionen Euro seien beispielsweise durch den Neubau eines kleineren Wasserwerkes in Tettau gespart worden. Stattdessen wurde mit Vattenfall ein Wasserliefervertrag aus Richtung Schwarze Pumpe vereinbart. Während der aktuellen Hitzetage werde das Wasserwerk mit voller Leistung von 23 000 Kubikmetern am Tag gefahren. Zusätzlich liefert Vattenfall bei Bedarf bis zu 12 000 Kubikmeter täglich.

Eine weitere Folge dieser Kooperation war, dass das Wasserwerk Buchwalde stillgelegt werden konnte. Mit der Landwirtschaft gebe es Kooperationsvereinbarungen über die Lieferung von Grundwasser, das sie selbst nicht so günstig fördern könnte.

Ab 2005 wurde Abwasser aus Welzow in die nicht ausgelastete Kläranlage nach Großrä- schen gepumpt. Ein entscheidender Schritt hin zu einer größeren Wirtschaftlichkeit sei die Privatisierung der Betriebsführung ab 2006 gewesen. Dadurch konnte das Geschäft mit Dritten weit über die WAL-Grenzen hinaus ausgeweitet werden. Heute geben sich Delegationen aus aller Herren Länder beim WAL-Betrieb die Klinke in die Hand, um von den Lausitzern zu lernen.

“All diese Maßnahmen haben nicht nur die Gebühren stabil gehalten, sondern auch die Beschäftigung gesichert„, so Dr. Socher. Heute arbeiten in dem Unternehmen mehr als 150 Frauen und Männer.

Vor zehn Jahren lagen die Wasser-/Abwassergebühren laut WAL im Landesvergleich im teuren Drittel, heute im günstigsten Drittel. Ein 3-Personen-Haushalt mit 90 Kubikmeter Wasserabnahme/Abwasserentsorgung im Jahr zahlt beim WAC Calau, dem preisgünstigsten Verband, im Plattenbau jährlich 326 Euro, im Einfamilienhaus 603 Euro. Beim WAL gibt es diesen Unterschied nicht. Hier zahlen alle 569 Euro. Beim LWG Cottbus sind es 567 Euro und beim SWAZ Spremberg 679 Euro.