ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:54 Uhr

Konflikt zwischen Nutzern und Wohnungsgenossenschaft
Garagen-Streit in Lauchhammer

 Die Garagen in Lauchhammer, um die sich Nutzer und die Wohnungsgenossenschaft "Am Lauch" streiten.
Die Garagen in Lauchhammer, um die sich Nutzer und die Wohnungsgenossenschaft "Am Lauch" streiten. FOTO: LR / Daniel Roßbach
Lauchhammer. Am Vogelherdweg spitzt sich eine Debatte um Besitzansprüche zu. Pächter und die Wohnungsgenossenschaft am Lauch können sich auf keinen neuen Pachtvertrag einigen. Von Daniel Roßbach

Seit Jahren schwelt in Lauchhammer ein Streit zwischen der Wohnungsgenossenschaft „Am Lauch“ und den Nutzern von Garagen auf einer der Wohnanlagen des Vermieters. Die Nutzer bestehen auf ihren Anspruch auf die 100 Garagen, die sie dort lange vor 1990 errichtet haben. Doch nach der Wende gingen sie gemeinsam mit den benachbarten Wohnhäusern in das Eigentum der Genossenschaft über. Ein Pachtvertrag für die Anlage ist deren Angaben zufolge Ende 2017 ausgelaufen. Seitdem haben aus Sicht der Genossenschaft die ehemaligen Pächter kein Recht mehr darauf, die Garagen zu nutzen – obwohl viele von ihnen das weiterhin tun.

Zuspitzung mit Bauzäunen

Die Auseinandersetzung spitzte sich im Februar zu, als die Genossenschaft einen Zaun um die Garagen errichtete. „Als Eigentümer des Grundstücks sind wir für dessen Verkehrssicherung zuständig, also dafür, dass davon keine Gefahr ausgeht“, sagt Dirk Stiebeler, einer der Vorstände der Wohnungsgenossenschaft. „Wir hatten uns da schon über ein Jahr lang von den ehemaligen Garagenpächtern, die jetzt keine mehr sind, hinhalten lassen. Aber letztlich haften wir dafür persönlich. Diesen Schuh wollen wir uns nicht anziehen“, ergänzt der zweite Vorstand, Andreas Richter.

Hohe Kaution gefordert

Einer Einigung auf einen neuen Pachtvertrag steht vor allem eine Bedingung der Wohnungsgenossenschaft im Weg. Die Pächter sollen für jede der Garagen eine Kaution in Höhe von 1 000 Euro zahlen. Für die Nutzer der Garagen ist das nicht hinnehmbar: „Wir werden an der Nase herumgeführt“, sagt einer von ihnen, Rainer Weiss.

 Die Zentrale der Wohnungsgenossenschaft "Am Lauch".
Die Zentrale der Wohnungsgenossenschaft "Am Lauch". FOTO: LR / Daniel Roßbach

Die Wohnungsgenossenschaft rechtfertigt diese Forderung damit, sich für den Fall absichern zu müssen, die Garagen selbst abreißen zu müssen. Das hat auch damit zu tun, wie die Stadt Lauchhammer in die Verhandlungen involviert ist. Denn „momentan haben wir das Versprechen, dass dieser Garagenkomplex, der zum Teil Sondermüll ist, mit Städtebau-Fördermitteln abgerissen wird“, sagt Dirk Stiebeler von der Genossenschaft. Er verweist damit auf Verhandlungen im Jahr 2017, als in Aussicht stand, dass die Stadt Lauchhammer das Grundstück zwischen dem Vogelherdweg und der Richard-Wagner-Straße kaufen und als Park entwickeln würde. Doch Verhandlungen darüber scheiterten damals.

Auch die Stadt ist beteiligt

Nun sieht sich die Stadt in keiner aktiven Rolle in dem Streit: „Der Sachverhalt berührt ausschließlich die Garagennutzer und die Wohnungsgenossenschaft Am Lauch“, erklärt Bürgermeister Roland Pohlenz (parteilos). Die Stadt „versucht aber, in der Angelegenheit zu vermitteln“, so Pohlenz weiter. Dazu soll es am kommendem Mittwoch, dem 17. April, ein weiteres Treffen aller Beteiligten geben.

 Die umstrittenen Garagen liegen am Vogelherdweg in Lauchhammer Mitte.
Die umstrittenen Garagen liegen am Vogelherdweg in Lauchhammer Mitte. FOTO: LR / Daniel Roßbach

Gescheitert war zuvor auch ein Verkauf eines Teils des Grundstücks direkt an die Pächter. Für die Wohnungsgenossenschaft kommt das nicht in Frage, weil sie dadurch gewerbesteuerpflichtig würde. Außerdem könnten einem Verkauf zu einem zu geringen Preis Ansprüche der Gläubiger und der Mitglieder der Genossenschaft entgegenstehen, erläutert Andreas Richter.