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| 08:08 Uhr

Fontane in Senftenberg
Großes Theater am Bahnhof Senftenberg

Das Spektakel 2019 - Fontane am Zug FOTO: Rasche FOTOGRAFIE / Steffen Rasche
Senftenberg. Rund um den Bahnhof Senftenberg ist den Spektakel-Machern des Theaters Neue Bühne ein ganz großer Wurf gelungen, sagen Premieren-Besucher. Von Rita Seyfert

„Faszination pur“, „total genial“, „einfach super“: Es gibt Lobes-Hymnen von den Besuchern der Premiere des Fontane-Spektakels des Theaters Neue Bühne Senftenberg, die bis in die Nacht gefeiert wird..

Besucher Michael Kluge (55) aus Lauchhammer schwärmt am meisten von der Inszenierung im Tunnel. Der Fontane-Fan hatte die Eintrittskarte zum Geburtstag geschenkt bekommen. „Alles von der Idee bis zur Umsetzung der Effekte hat mir alles sehr gut gefallen“, sagt er.

Nicht nur der Tunnel, auch die beiden Spielstätten in der leer stehenden Mitropa des Senftenberger Bahnhofes sollten wiede öfter genutzt und damit zugänglich gemacht werden, darüber sind sich fast alle Zuschauer einig. Für Carla Brack (52) aus Senftenberg ist die Theateraufführung hier eine Reise in die eigene Vergangenheit. „In der linken Mitropa habe ich früher immer die Quark-Sahne-Torte gekauft“, erzählt sie. Zum Senftenberger Bahnhof hat sie inzwischen eine ganz besondere Beziehung aufgenaut. Denn mit dem Zug nach Cottbus startet für die Pendlerin hier jeder Morgen um sechs Uhr zehn.

 Spektakel-Fans: Kathrin Krüger (45) und Tochter Maria (16) aus Schwarzheide schwärmen vor allem von der Aufführung im „Tunnel“.
Spektakel-Fans: Kathrin Krüger (45) und Tochter Maria (16) aus Schwarzheide schwärmen vor allem von der Aufführung im „Tunnel“. FOTO: LR / Rita Seyfert

Gewünscht hätte sie sich, dass fürs Spektakel auch die beiden inzwischen geschlossenen Kioske nochmal zum Leben erweckt werden. Das sei aber nur ein kleines Detail. „Gänsehaut“ bekommt sie beim Gedanken daran, was die Jungs der Neuen Bühne Senftenberg hier in einer Woche Arbeit geschafft haben.

Wie viel Leidenschaft und Einsatz in den Vorbereitungen steckt, das ist auch Katja Balzereit (52) aus Senftenberg nicht entgangen. Überhaupt stehe dieses Theater-Spektakel den vorangegangenen in nichts nach. Fontane und Schauspiel wurden wieder geschickt und spielerisch miteinander verwoben.

 Vor dem ausgedienten Wasserturm, der im abendlichen Farbspiel besonders fasziniert, ziehen die Schauspieler final das Fazit vom „weiten Feld“.
Vor dem ausgedienten Wasserturm, der im abendlichen Farbspiel besonders fasziniert, ziehen die Schauspieler final das Fazit vom „weiten Feld“. FOTO: Rasche FOTOGRAFIE / Steffen Rasche

Neben Literatur- und Theater-Fans sind auch Musikliebhaber voll auf ihre Kosten gekommen. Eine Klarinette ertönt ebenso wie die „Quetschkommoden“, also Seemannsklaviere der beiden Gaukler, gespielt von Jan Mixsa und Mirko Warnatz. Und Melanie van der Straaten (Esra Maria Kreder), eine von Theodor Fontanes Roman-Frauen, spielt in der Inszenierung „Strand der Emilie“ auf dem Klavier.

Ein Höhepunkt ist die Aufführung „Souvenier 1870“. Die Inszenierung über Fontanes Kriegsgefangenschaft auf der französischen Atlantikinsel Oléron führt die Künstlergruppe „Das letzte Kleinod“ auf dem Autowaggon vom Theaterzug neben den Gleisen auf. Allerdings zu fortgeschrittener Stunde: „Das war ein bisschen lang und wurde dann auch schon etwas kühl“, sagt ein Besucher aus Berlin. Wie die Schauspieler mit einfachsten Mitteln durch die Zeit rasten, habe ihm aber imponiert. „Da wird man zum Mitdenken gezwungen.“

 Unglaublich: Die alte Gemüsehalle ist eine tolle Party-Location geworden.
Unglaublich: Die alte Gemüsehalle ist eine tolle Party-Location geworden. FOTO: Rasche FOTOGRAFIE / Steffen Rasche
Das Spektakel 2019 - Fontane am Zug FOTO: Rasche FOTOGRAFIE / Steffen Rasche