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| 04:00 Uhr

Der Rundschau Adventskalender
Das älteste und neueste Haus an Senftenbergs Markt

Senftenberg. Im RUNDSCHAU-Adventskalender geht täglich eine Tür auf. Heute: das Haus Nr. 15 am Senftenberger Markt. Von Daniel Roßbach

Dass ein Haus zugleich das älteste und das neueste Haus an einem Platz  – sein kann, scheint ein Paradox zu sein. Das Gästehaus Markt 15 zeigt aber, dass es nicht nur möglich ist, beides zu vereinen, sondern Neues und Altes dabei auch voneinander profitieren können.

Das älteste Haus am Markt stammt aus dem späten 16. Jahrhundert. Und die Mauern, von denen manche noch zu dem ursprünglichen Gebäude von 1595 gehören, sind vielleicht auch die ältesten eines Wohnhauses in Senftenberg. Nach vielen Überarbeitungen, Umbauten und Erweiterungen, von denen viele sich auch heute noch nachvollziehen lassen, stand das Haus zuletzt aber für etwa 15 Jahre leer. Das änderte sich, als die Guteborner Bauingenieure Gisa und Carsten Bartsch aus Guteborn das Haus kauften und im Jahr 2017 von Grund auf sanierten. Nach zunächst erfolgloser Suche nach passenden Mietern fanden sie diese schließlich in Ihrer eigenen Tochter Rebecca. Sie hatte sich gerade entschieden, eine Stelle in einer großen Unternehmensberatung in Berlin zu kündigen und kam nun zurück in die Lausitz, um das restaurierte Haus am Markt als Gästehaus ein- und herzurichten. Dabei fügt sich moderne Einrichtung erstaunlich gut mit der alten Bausubstanz zusammen, die an so vielen Stellen wie möglich erhalten ist. So erzählen detailliert restaurierte Schriftzüge mit Bibelstellen an den Wänden des Eingangsbereichs aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg vom möglichen ursprünglichen Zweck des Gebäudes als einem Raum der Kirchgemeinde. Sicher weiß Rebecca Bartsch aber nicht, wozu ihr Haus vor gut 500 Jahren diente.

Das Gästehaus am Markt 15, dem ältesten Haus am Platz, vereint in seiner restaurierten Form Bausubstanz von 1595 im Kellergewölbe links und moderne Gestaltung.
Das Gästehaus am Markt 15, dem ältesten Haus am Platz, vereint in seiner restaurierten Form Bausubstanz von 1595 im Kellergewölbe links und moderne Gestaltung. FOTO: LR / Daniel Roßbach