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| 18:58 Uhr

Deichschau
Gärten, Brücke und Ambrosia müssen weg

Bereits fünf Kleingärten sind am Elsterdeich aufgegeben worden, weitere sollen mittelfristig folgen.
Bereits fünf Kleingärten sind am Elsterdeich aufgegeben worden, weitere sollen mittelfristig folgen. FOTO: Richter-Zippack
Senftenberg. Die Elsterdeiche zwischen Senftenberg und Lauchhammer befinden sich in gutem Zustand, sagt die Wasserbehörde. In der Gartensparte Heimatruh müssen allerdings mehrere Parzellen verschwinden. Von Torsten Richter-Zippack

Wer dieser Tage auf dem Elsterdeich zwischen der Knappenstraße und der Tierparkbrücke in Senftenberg unterwegs ist, sieht auf der flussabgewandten Seite diverse kahle Flächen. Anfang April befanden sich dort noch mehrere Gärten der Sparte Heimatruh. Dort lässt die Stadt Parzellen, die sich direkt auf dem Deichschutzstreifen befinden, abreißen.

Fünf Gärten sind nach Angaben von Eva-Maria Hein von der OSL-Wasserbehörde bereits verschwunden, weitere sollen mittelfristig folgen. „Wir wollen diesen Prozess nicht über das Knie brechen“, erklärt die Fachfrau. Die Stadt informiert, dass die Gärten nach Kündigung der Pächter nicht weiter verpachtet wurden, da sich diese im Deichschutzstreifen befinden. Hintergrund bildet das Brandenburger Wassergesetz. Darin steht, dass die Bebauung von Deichen nicht gestattet ist. Der Grund? „Im Hochwasserfall käme dort niemand heran“, erklärt Eva-Maria Hein. So müssten die betroffenen Flächen jederzeit begeh- und einsehbar sein.

Ebenfalls verschwinden könnte eine uralte Rohrbrücke. Diese überquert die Schwarze Elster unweit des einstigen Buchwalder Wasserwerks. Pikant: „Wir wussten von dieser Brücke bislang nichts und demzufolge auch nicht, wer der Eigentümer ist“, sagt Hein. Letzteres solle jetzt geklärt werden. Anschließend könnte der Abriss erfolgen. Denn die durchgehende Unterhaltung der Hochwasserschutzanlagen besitze oberste Priorität.

Darüber hinaus sollen im kommenden Herbst und Winter am Elsterdeich die Sägen ran. Konkret geht es um die Abschnitte oberhalb der Kleinkoschener Brücke sowie an der Bärhaus-Querung. Dort müsse geholzt werden. „Unter anderem gilt es, weitere Sturmschäden zu beseitigen“, begründet Eva-Maria Hein.

Dort, wo die Schwarze Elster vom OSL- in den Elbe-Elster-Kreis strömt, gibt es ein weiteres Problem, dass während der jüngsten Deichschau erörtert wurde. Nahe der Brücke zwischen Lauchhammer-West und Schraden wachsen auf einem geschätzt 20 Meter langen Streifen Ambrosia-Pflanzen. Deren Pollen und Blütenstände können beim Menschen schwere allergische Reaktionen auslösen. Nach Angaben von Volker Lehmann vom Gewässerverband Kleine Elster-Pulnsitz wurden die Samen einst im Zuge einer Deichreparatur unbeabsichtigt eingebracht. Seit vergangenem Jahr mähe der Verband das betroffene Areal mehrfach, um die Ausbreitung der Ambrosia zu stoppen. „Das passiert auch 2018“, kündigt Lehmann an. Mehr noch: Die Fachleute wollen neuen Boden aufbringen und Gras säen. Bei der Deich-Ambrosia handele es sich indes um ein Novum, sagt Volker Lehmann. Ein weiterer, ähnlicher Fall sei ihm innerhalb des Verbandsgebietes nicht bekannt.