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| 15:23 Uhr

Fußballcamp
Fußballcamp der Königlichen in Brieske

Das ist die Lieblingsübung vom achtjährigen Konstantin aus Cottbus. Das Jonglieren mit dem Cotesk-one-Ball.
Das ist die Lieblingsübung vom achtjährigen Konstantin aus Cottbus. Das Jonglieren mit dem Cotesk-one-Ball. FOTO: Aswendt Peter / PETER ASWENDT
Senftenberg. Real-Madrid-Fußballschule begeistert junge Kicker in der Lausitz. FSV Glückauf Brieske-Senftenberg ist Gastgeber auf Kunstrasen. Von Peter Aswendt

Es geht zu wie im richtigen Fußballerleben: Eine flammende Ansprache der Trainer, dann ein kurzes Aufwärmen und los geht das Profitraining. Etwas ist aber anders auf dem Kunstrasen des FSV Glückauf Brieske-Senftenberg. Nicht etwa anders, weil es Kinder sind, die den Trainerworten folgen, das ist durch die engagierte Nachwuchsförderung der Glückauf-Fußballer ein normales Bild. Es sind die vielen weißen Real-Madrid-Trikots und die Schriftzüge „Ronaldo“, „Kroos“ oder „Bale“ auf den Trikot-Rücken.

„Wir hatten schon viele Fußballcamps für den Nachwuchs bei uns“, berichtet Marco Kloss, Leiter der Geschäftsstelle des FSV Glückauf Brieske-Senftenberg. „Mit dem Real-Madrid-Fußballcamp gab es die besten Erfahrungen“, fügt er hinzu. Zweimal in der Halle und jetzt auch zweimal auf dem Kunstrasen, gaben die königlichen Trainer ihr Wissen an die jungen Kicker weiter.

 Grit Rodenbeck kommt extra mit ihrem achtjährigen Sohn Konstantin aus Cottbus angereist: „Wir haben schon Camps in Cottbus besucht, die sind aber bei Weitem nicht so positiv gelaufen, wie das Real-Camp in Brieske“, berichtet die Cottbuserin. Konstantin selbst ist voll bei der Sache: „Ich mach am liebsten die Übungen mit dem Jonglieren des Balls“, verrät der kleine Nachwuchskicker.

 Neben dem Fußball ist aber für die Mutter ein anderer Aspekt wichtig: „Die Kinder lernen hier Teamplayer zu sein und bekommen auch wichtige Ernährungstipps“, sagt  Grit Rodenbeck begeistert.

 Natürlich stehen auch die Väter gebannt an der Seitenlinie und verfolgen das Geschehen auf dem Platz aufmerksam. So Sebastian Budzko aus Schwarzkollm. Sein Sohn Gabriel (7) hatte wegen der Einschulung eine Fußballpause eingelegt, jetzt ist er aber wieder mit Feuereifer dabei: „Er würde am liebsten das Training weitermachen“, sagt der Vater lachend. „Im nächsten Jahr sind wir wieder mit dabei“, ist er sich sicher.

Franzi Kaiser aus Großräschen kann ihren Sohn Tristan gar nicht bremsen: „Er spielt abends im Garten alles noch mal nach, eigentlich müsste er geschafft sein von dem Tag“, wundert sich die Großräschenerin. Für Emil (7) aus Altdöbern ist einfach alles nur cool: „Ich spiele rechtes Mittelfeld“, ruft er und konzentriert sich schon wieder ganz auf die Ansagen des Trainers.

Das dreiköpfige Trainerteam der Real-Madrid-Fußballschule ist nicht nur mit Bällen und Trikots angereist: „Wir haben Trainingsmethoden dabei, die über ein eigenes W-LAN gesteuert werden“, berichtet Campleiter George Manolis. Die Kids trainieren zum Beispiel mit LED-Westen, sogenannten Exerlights, mit denen per Netzwerk und Lichtsignalen die Spiel- und Koordinationsfähigkeit der Kids geschult wird. Lichtsignale zeigen, wer zu welcher Mannschaft gehört und auf welches Tor geschossen werden muss, natürlich wechseln die Farben unangekündigt und der Spieler muss sich in Windeseile auf neue Situationen einstellen. Eine Schusskraft-App setzt Assistenztrainer Daniel Göke ein. „Ein Sensor im Ball überträgt das Signal auf mein Handy und ich kann die Schusskraft ablesen“, erklärt der Leipziger Sportmarketingstudent den Ablauf. Dabei sind nicht nur dicke Oberschenkel a la Ronaldo wichtig, auch die Schusstechnik wird den jungen Kickern beigebracht. Sie ist wichtig, damit der Ball richtig Fahrt bekommt. Weniger technisch, aber dafür mit Ballgefühl geht es bei Co-Trainer Georgios Tassikas zu. Er nutzt den sogenannten Cotesk one – einen Ball an einem Seil, mit dem das Ballgefühl geschult wird. Das sind Beispiele dafür, was in der 30-Stunden-Trainingswoche die drei Fußballtrainer den jungen Kickern vermittelt haben. „Uns ist es wichtig, dass wir auch Werte um den Fußball herum vermitteln“, erklärt Campleiter George Manolis, wohl wissend, dass Teamgeist, soziales Verhalten und eine gute Ernährung sehr wichtig für die jungen Sportler sind.

Mit einem Preis von 259 Euro für die Woche rangiert das Trainingscamp sicherlich in Preisregionen, die nicht für alle Eltern erschwinglich sind. Mit Blick auf die Leistungen aber ist es fast ein Schnäppchen. In den 30 Stunden Training ist eine komplette Mittagsversorgung enthalten: „Wir entwickeln Menüpläne für ein gesundes Essen und lassen hier direkt vor Ort kochen“, stellt der Campleiter klar. Natürlich gibt es einmalige Andenken für die jungen Fußballer. Jeder Teilnehmer bekommt einen kompletten Real-Madrid-Trikotsatz und einen Fußball mit nach Hause. Und für die kritischen Eltern gibt es auf Wunsch auch eine Videoanalyse der Spielwoche ihres Sprösslings auf DVD. „Wir haben ein Kamerasystem, das wir bis auf neun Meter Höhe bringen können und das das ganze Training aufzeichnet“, beschreibt George Manolis die technischen Möglichkeiten. „Dann wird anhand der Spielernummer eine Videoanalyse nur für diesen einen Campteilnehmer hergestellt“, fügt er hinzu.

Trotz aller technischer Hilfsmittel soll Fußball für den Kindern immer noch Spaß machen. Deshalb wurde zum Abschluss noch einmal kräftig gebolzt. Natürlich ist es im Sport üblich, dass es Sieger gibt. Der beste Campteilnehmer des Briesker Real-Madrid-Camps geht zum landesweiten Camp nach Berlin. Dort winkt den Besten ein Training im Estadio Santiago Bernabéu von Madrid.

Für das nächste Jahr planen die Briesker Fußballstrategen wiederum mit der königlichen Fußballschule: „Wir wollen einmal in der Halle und einmal wieder auf unserem Kunstrasen ein Camp durchführen“, gibt Marco Kloss zum Abschluss den Ausblick.