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| 11:39 Uhr

Fußball-Krimi bis zum letzten Spieltag

Fussball.. Das vergangene Kreisliga-Spieljahr wird wohl als eines der dramatischsten in die Geschichte des Fußballkreises Senftenberg eingehen. Vor allem an den spannenden Kampf um den Aufstieg zwischen Großräschen und Schipkau bis zum allerletzten Spieltag werden die Fußballfans der Region wohl noch lange zurückdenken. Von Friedbert Asmus

Schon zur Halbserie war abzusehen, dass wohl nur Askania Schipkau und der SV Großräschen für den Titel in Frage kommen würden. Die Askanen-Elf, die alle Spiele der Hinrunde gewann und sieben Punkte Vorsprung in die zweite Saisonhälfte mitnahm, musste am Spieltag eins der Rückrunde den ersten Punktverlust hinnehmen, dem fünf Spiele später ein weiteres Remis folgte.
Der SV Großräschen, seit dem elften Spieltag ohne Punktverlust, witterte nun Morgenluft. Drei Zähler betrug der Rückstand, bevor am 26. Spieltag eine Vorentscheidung fiel: Großräschen fügte Schipkau beim 2:1 auf heimischem Platz die einzige Niederlage der Saison zu - und übernahm selbst die Spitze. Beide Teams gewannen ihre restlichen Spiele recht deutlich: Großräschen erzielte in den verbleibenden vier Partien 26, Schipkau sogar sagenhafte 28 Tore.
Am Ende gelang Großräschen der direkte Wiederaufstieg, wenn auch nur dank der besseren Tordifferenz. 83 von 90 möglichen Punkten und 125:17 Treffer - so lautet die eindrucksvolle Bilanz des neuen Meisters, der in 18 Spielen kein Gegentor kassierte. Nicht minder bemerkenswert ist aber auch die Leistung der Schipkauer: 25 Gegentoren stehen stolze 122 eigene Treffer gegenüber. 13 Mal spielte man hinten zu null. Besonders bitter für Askania ist übrigens die Tatsache, dass 83 Punkte und eine Positivdifferenz von 97 Treffern in den letzten Jahren immer zum Aufstieg gereicht hätten. Ein kleine Entschädigung stellt für das Schipkauer Team aber sicherlich der Gewinn des Kreispokals dar. Im Finale gelang David Schwandt kurz vor Ultimo der entscheidende Treffer gegen Fortuna Senftenberg.

Das Mittelfeld: Im Kampf um die weiteren Plätze sicherte sich Fortuna Senftenberg Rang drei vor Klettwitz und dem VfB Senftenberg. Der letztjährige Zweite aus Lindenau landete auf Rang sechs, einen Punkt vor Hosena und Großkoschen. Es folgen Ortrand II, Grünewalde und Annahütte. Relativ knapp dem Abstieg entgingen Eintracht Lauchhammer, GW Schwarzheide II und Kleinleipisch. Während die Eintracht und die Grün-Weißen mit 18 und 19 Punkten zu den besseren Rückrundenmannschaften zählten, holte Kleinleipisch lediglich neun Zähler.

Die Absteiger: Dem FSV Lauchhammer II gelang es nach der katastrophalen Hinrunde nicht mehr, die Abstiegsränge zu verlassen. Man wurde mit 20 Punkten zwar sechstbestes Rückrundenteam, aber elf Niederlagen in Folge und nur vier Punkte aus den ersten 15 Spielen waren zu wenig. Der achtbeste Angriff (48 Tore) reichte auch nicht aus - 96 Gegentore bedeuteten die schlechteste Abwehr der Liga.
Schließlich muss sich auch Frauendorf aus der Kreisliga verabschieden. Lediglich fünf Saisonsiege waren Negativrekord, und lediglich Eintracht Lauchhammer erzielte genauso wenige Tore wie die Frauendorfer - nämlich 28.

Die drei Neuen: In der kommenden Kreisliga-Saison werden der Kreismeister und die zwei Absteiger durch den FSV Empor Hörlitz, sowie den zweiten Mannschaften des KSV Tettau/Schraden und des SV Großräschen ersetzt.

Die Tore: In den 240 Spielen fielen 921 Tore, was einem Schnitt von 3,84 Toren pro Begegnung entspricht. 120 Heimsiegen stehen 83 Auswärtssiege gegenüber. In 37 Spielen gab es eine Punkteteilung.

Die Heimtabelle: Sowohl in der Heim-, als auch in der Auswärtstabelle zeigt sich die Ausgeglichenheit der beiden Teams an der Tabellenspitze. Wie auch in der Gesamttabelle entschied hier die Tordifferenz über die Platzierungen. Heimmeister wurden die Großräschener Kicker, die ebenso wie die Askanen 14 Siege und ein Remis erspielten, jedoch 85 Tore erzielten und nur ganze vier Gegentreffer kassierten. Schipkau landete zu Hause eine respektable Tordifferenz: 65:13. Schlechtestes Team auf heimischem Rasen war vor der Halbserie der FSV Lauchhammer II, der fünf Spiele gewann und die restlichen zehn abgab. Die vier höchsten Heimsiege erreichte der SV Großräschen, wobei das 14:0 gegen den FSV Lauchhammer das einzige zweistellige Ergebnis der Saison darstellt. Gegen Grüne walde und Ortrand II wurde jeweils mit 9:0, gegen Frauendorf mit 8:0 gewonnen. Ortrand kam auch in Schipkau unter die Räder: das 8:0 war der höchster Heimsieg für die Askanen.

Die Auswärtstabelle: In fremden Gefilden hingegen hat der Vizemeister die Nase vorn. Auch hier gibt es eine identische Verteilung bei Schipkau und Großräschen: nämlich jeweils 13 Siege, ein Remis, und eine Niederlage. Die einzigen Pleiten ereilten die Teams jeweils in den direkten Duellen. Schipkau traf 57 Mal ins gegnerische Tor und erhielt nur zwölf Gegentreffer. Ähnlich gut war Großräschens Abwehr mit 13 Gegentoren - der Angriff fand sich auf fremden Plätzen aber nicht ganz so gut zurecht und traf "nur" 40 Mal in den gegnerischen Kasten.
Schlusslicht ist auch in der Aswärtstabelle ein Absteiger: diesmal allerdings die SG Frauendorf. Nur das Spiel in Ortrand konnte gewonnen werden. Am Ende waren vier Punkte auf fremden Plätzen zu wenig zum Klassenerhalt. Die höchsten Auswärtssiege erreichten Schipkau mit 9:1 und Hosena mit 8:0, jeweils bei der zweiten Mannschaft von Grün-Weiß Schwarzheide. Ebenfalls recht torreich war das zweite Senftenberger Derby, in dem die Fortuna mit 8:4 beim VfB siegte.
Die Unentschieden-Könige der Liga kommen aus Hosena. Ganze acht Mal spielten die Blau-Gelben remis. Das Gegenteil hierzu ist Blau-Weiß Lindenau, bei deren Spielen immer ein Sieger ermittelt wurde. Das torreichste Remis war das 3:3 zwischen dem VfB Senftenberg und FSV Lauchhammer II.

Die Torschützen: Insgesamt gab es 228 Akteure, die Tore erzielten, sieben Spielern unterlief im Laufe der Saison ein Eigentor.
Neun Jahre ist es her, seit der Großräschener Frank Sulimma nach einem heiß umkämpften Duell mit Maik Stange aus Lindenau einen Tor-Rekord aufstellte. Manch einer dachte, dass diese 45 Tore wohl kaum noch überboten werden können. Aber in dieser Saison wurde dieser Rekord nun doch verbessert. Wieder war es ein Spieler aus Großräschen: Sebastian Mattusch ka, der unangefochtene Torschützenkönig. Für ihn standen schlussendlich nicht weniger als 52 Tore zu Buche. Ein Vergleich: 52 Tore erzielte die gesamte Lindenauer Mannschaft in der abgelaufenen Saison zusammen. Neun weitere Teams aus der Kreisliga erreichten diese Marke nicht einmal.
Auf dem zweiten Rang der Torschützenliste landete Danny Freitag (Fortuna Senftenberg) mit 36 Treffern, gefolgt von zwei Spielern von Askania Schipkau: 33 Tore erzielte Christian Hartnick, Pokalheld David Schwandt traf 31 Mal. Mit recht großem Abstand folgen schließlich: 13 Tore: Lars Brähmig (VfB Senftenberg), Dirk Scholz (Großräschen. 12 Tore: Stanley Popp (Hosena), André Staacke (Kleinleipisch), Udo Rilinger (Klettwitz), Michael Mann und Matthäus Schöne (beide Ortrand). 11 Tore: Lars Vieweg (Annahütte), Ronny Re ginka (Grünewalde), Marco Fiedler (Lindenau). 8 Tore: Andreas Gerike (FSV Lauchhammer), Benny Mattheis (Frauendorf), Matthias Walz (Großkoschen). 7 Tore: Mike Fischer (Eintracht Lauchhammer). 6 Tore: Mario Zernick (GW Schwarzheide).

Die Fair-Play-Tabelle: Insgesamt gab es in der Kreisliga-Saison 663 gelbe, 36 gelb/rote und 29 rote Karten. Fairstes Team war der SV Großräschen, also auch in dieser Hinsicht ein würdiger Meister:

SV Großräschen: 28 Gelbe Karten, eine gelbrote Karte, keine rote Karte (28/1/0) - 61 Punkte
TSV Grünewalde:
31/1/1 - 77 Pkt.
Schwarzheide II: 23/3/3 - 91 Pkt.
SG Frauendorf: 47/2/0 - 104 Pkt.
G/W Annahütte: 38/4/1 - 106 Pkt.
Ortrand II: 48/2/0 - 106 Pkt.
Großkoschen: 37/2/3 - 114 Pkt.
Kleinleipisch: 45/1/2 - 115 Pkt.
Schipkau: 51/1/1 - 117 Pkt.
VfB Senftenberg: 40/0/4 - 120 Pkt.
Lindenau: 49/6/1 - 138 Pkt.
Hosena: 43/3/4 - 141 Pkt.
FSV Lauchh.: 48/2/5 - 156 Pkt.
Eintr. Lauchh.: 54/4/3 - 158 Pkt.
Fort. Senftenb.: 64/1/3 - 163 Pkt.
VfB Klettwitz: 44/5/6 - 173 Pkt.

(Zur Erklärung der Fair-Play-Rechnung: Gelbe Karte - 2 Punkte, Gelb/Rote Karte - 5 Punkte, Rote Karte - 10 Punkte.)

Den Saisonrekord für Gelbe Karten übrigens stellte Thomas Namsel vom FSV Lauchhammer auf, der in 27 Spielen nicht weniger als 14 Mal verwarnt wurde.
Insgesamt 40 Spieler mussten aufgrund der fünften oder gar zehnten Gelben Karte, bzw. einer gelb-roten Karte pausieren: Lindenau mit sieben und Fortuna Senftenberg mit sechs Spielern sind in dieser Statistik die "Spitzenreiter".

Die Einsätze: Insgesamt liefen in der gesamten Saison 439 Spieler auf. Diese Zahl verteilt sich folgendermaßen auf die Vereine: FSV Lauchhammer II (40 Spieler), Schwarzheide II (39), Eintracht Lauchhammer und Lindenau (35), Großkoschen (31), Kleinleipisch und Klettwitz (30), VfB Senftenberg (29), Frauendorf, Hosena, und Fortuna Senftenberg (28), Ort rand II (27), Grünewalde (26), Großräschen und Schipkau (25) sowie Annahütte mit 23 Spielern. Immerhin sechs Spieler wurden in allen 30 Partien eingesetzt. Bemerkenswert: René Streich aus Frauendorf sowie die beiden Torhüter Christian Janaschk aus Klettwitz und Christian Jähnig aus Hosena kassierten dabei nicht eine einzige keine gelbe Karte!
„Auswechselkönig“ der Saison wurde Robert Döscher von Fortuna Senftenberg, der in zehn seiner 26 bestrittenen Partien durch einen anderen Spieler ersetzt wurde.
Die meisten Einwechslungen hat Raphael Schulz vom SV Großräschen zu verzeichnen: Er wurde in 26 Spielen 16 Mal eingewechselt. Erwähnenswert ist auch Thomas Raack aus Frauendorf: Er hat 15 Mal gespielt und wurde jedesmal eingewechselt.

Die Schiedsrichter: Insgesamt 27 Schiedsrichter leiteten die Spiele der Kreisliga. Die meisten Einsätze konnte dabei Sportfreund Dieter Herrmann aus Schipkau mit 30 Einsätzen verbuchen. Es folgen Manfred Koall aus Großräschen mit 22, sowie mit je 16 die Referees Gärtig, Kurtz, Paulick und Jahnel.