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| 13:00 Uhr

Haroon aus Afghanistan kann wieder schmerzfrei laufen
Für Friedensdorf-Jungen geht es wieder nach Hause

 Endlich wieder zu Hause: Haroon Ende August mit seinem Vater in Afghanistan.
Endlich wieder zu Hause: Haroon Ende August mit seinem Vater in Afghanistan. FOTO: Friedensdorf International
Senftenberg. Haroon drohte eine Bein-Amputation. Nach dem Aufenthalt im Krankenhaus Senftenberg kann er heute schmerzfrei laufen.

Ein Waden- oder Schienbeinbruch ist bei Kindern hierzulande eine häufige Diagnose, die routiniert behandelt werden kann. Dem afghanischen Jungen Haroon hingegen drohte mit dem Bruch des Schienbeins in seinem Heimatland eine Amputation: „Die medizinische Versorgung in Afghanistan ist seit Jahrzehnten gebeutelt. Viele Ärzte haben das Land verlassen. Komplexe Fälle, die bei uns gut behandelbar sind, stellen dort ein echtes Problem dar“, sagt Christian Heisig vom Friedensdorf International Berlin.

Haroon hatte Glück: Er wurde vom Roten Halbmond für eine Behandlung in Deutschland ausgewählt. Als Haroon in das Klinikum Niederlausitz kam, war sein Bruch bereits in einer anderen deutschen Klinik operativ mit einer Titanplatte versorgt worden. Allerdings kam es während seines Rehabilitationsaufenthaltes im Friedensdorf International in Oberhausen zu einer Wundheilungsstörung. Es drohte eine Knochenentzündung.

 Der leitende Oberarzt Dr. Heiko Richter (2.v.r.) und Chefarzt Dr. Johannes ­Boehnke (2.v.l.) haben Abdul und Haroon  in Senftenberg erfolgreich operiert.
Der leitende Oberarzt Dr. Heiko Richter (2.v.r.) und Chefarzt Dr. Johannes ­Boehnke (2.v.l.) haben Abdul und Haroon  in Senftenberg erfolgreich operiert. FOTO: Steffen Rasche
 Der Leitende Oberarzt Dr. Heiko Richter (2.v.r) und Chefarzt Dr. Johannes ­Boehnke (2.v.l.) haben Abdul und Haroon  in Senftenberg erfolgreich operiert.
Der Leitende Oberarzt Dr. Heiko Richter (2.v.r) und Chefarzt Dr. Johannes ­Boehnke (2.v.l.) haben Abdul und Haroon  in Senftenberg erfolgreich operiert. FOTO: Steffen Rasche

Der Junge kam mit freiliegendem Knochen, freiliegender Platte und vereiterter Wunde ins Krankenhaus nach Senftenberg. „Hier war neben der Unfallchirurgie unsere Kompetenz auf plastisch-chirurgischem Gebiet gefragt. Wir konnten mit zwei plastischen Operationen und Hauttransplantationen einen Wundverschluss erreichen“, beschreibt Chefarzt Dr. Johannes Boehnke den Fall.
Auskuriert hat sich Haroon in der Kinderklinik in Lauchhammer. „Die Schwierigkeit bei einem Patienten wie ihm liegt darin, Tausende Kilometer von zu Hause entfernt ein Vertrauensverhältnis zu Ärzten und Pflegekräften aufzubauen, das für Behandlung und Genesung notwendig ist“, erinnert sich Hendrik Karpinski, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Lauchhammer, an den kleinen Patienten.

Unterstützung erhielten die Kinderkrankenschwestern von einer ehrenamtlichen Helferin aus der Region, die den Jungen regelmäßig besuchte. „Haroon hat zu ihr schnell Vertrauen gefasst. Ich glaube, das hat ihm sehr geholfen, mit seinem Heimweh zurechtzukommen“, beschreibt Maren Fischer, kommissarische Pflegefachleitung der Kinderklinik, die nicht ganz alltägliche Situation mit einem Jungen, der ganz allein einen langen Krankenhausaufenthalt durchgestanden hat.
Insgesamt verbrachte Haroon aufgrund seiner Verletzung rund ein Jahr in Deutschland. Auf die Krankenhausaufenthalte folgte jeweils die Rehabilitation im Friedensdorf. Mit einer neuen Chance auf eine bessere Zukunft konnte er Ende August zu seiner Familie zurückkehren.

Haroon ist für die Ärzte der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie in Senftenberg kein Einzelfall. Sie haben bereits vor zwei Jahren in Zusammenarbeit mit der Kinderklinik in Lauchhammer den damals neunjährigen Abdul aus Afghanistan erfolgreich behandelt. Er ist mit einem geraden Bein ohne Gehstützen zurück in sein Heimatland geflogen.

 Endlich wieder zu Hause: Haroon Ende August mit seinem Vater in Afghanistan.
Endlich wieder zu Hause: Haroon Ende August mit seinem Vater in Afghanistan. FOTO: Friedensdorf International
(ab)