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| 17:36 Uhr

Arbeiten im Snowtropolis
Für einen Lausitzer ist ein halbes Jahr Winter

Thomas Köder arbeitet seit 15 Jahren als Skilehrer im Snowtropolis Senftenberg. Sein jüngster Schüler ist der dreijährige Marlon Klein.
Thomas Köder arbeitet seit 15 Jahren als Skilehrer im Snowtropolis Senftenberg. Sein jüngster Schüler ist der dreijährige Marlon Klein. FOTO: Steffen Rasche
Senftenberg. Thomas Köder arbeitet seit 15 Jahren als Skilehrer im Snowtropolis. Am Schnee kann er sich noch heute nicht satt sehen. Von Josephine Japke

Eine zehn Zentimeter dicke Schneedecke auf 140 Meter Länge bei konstanten 0 Grad Celsius. Für Thomas Köder sind das perfekte Arbeitsbedingungen. Denn während die einen hoffen, dass der weiße Winter einfach ausfällt und die anderen sich dicke Flocken wünschen, arbeitet er sechs Monate im Jahr als Skilehrer - nicht in den Alpen, sondern im Senftenberger Snowtropolis.

„Ich habe mein Hobby zum Beruf machen können und freue mich jeden Tag aufs Neue auf meinen Job“, sagt Thomas Köder mit Überzeugung. Seit 15 Jahren arbeitet der passionierte Wintersportler von Oktober bis März als Skilehrer mitten in Senftenberg. Mehr als acht Stunden am Tag hat er dann nichts weiter vor sich, als die weiße Piste und seine wechselnden Schüler. „Es ist ein absoluter Traumberuf“, stellt Thomas Köder wieder fest.

Mit fünf Jahren lernte er das Skifahren. Ab dann ging es jeden Winter in den Skiurlaub. „Als im März 2003 dann die Skihalle in Senftenberg öffnete, überlegte ich nicht zweimal. Ich habe damals mein ganzes Herz in meinen neuen Beruf gesteckt und tue es auch heute noch“, erklärt der gelernte Maschinenbau-Ingenieur aus Lauta.

Dabei ist es nicht nur das Skifahren an sich, sondern auch die Arbeit mit Menschen, die ihn erfüllt. „Man ist nie zu jung oder zu alt zum Skifahren. Mein ältester Ski-Schüler ist 76, mein Jüngster ist drei Jahre alt“, erklärt Thomas Köder mit Blick auf Marlon. Noch bevor der Dreijährige Fahrrad fahren kann, kann er Skifahren. Kein Wunder, denn Marlon Klein wurde die Leidenschaft von Opa und Mama in die Wiege gelegt.

„Die meisten fangen mit vier Jahren an Ski zu lernen und mit zehn ist dann Snowboard dran“, sagt Thomas Köder. Etwa sechs Unterrichtsstunden braucht er, um seine Schüler für die blaue Piste fit zu kriegen. „Manche brauchen etwas länger, andere schaffen das schneller. Das ist vollkommen ok“, betont er. Wichtig sei nur, dass sie überhaupt eine Skischule besuchen. „Learning by doing‘ klappt beim Skifahren nicht, weil viele intuitive Reflexe abtrainiert werden müssen“, erklärt der Fachmann.

Er selbst saust nicht nur die steilen schwarzen Pisten in seinen Lieblingsskigebieten, den Österreicher Alpen und Südtirol, runter. An den blauen Pisten hat er genauso viel Spaß. Hauptsache Winter. Wenn’s geht, selbst im Sommerurlaub. „Ich bin nicht der Typ, der viel am Strand liegt. Im Sommer arbeite ich am See in der Sonne und das ist ein schöner Ausgleich. Aber ab Mitte Juli fängt es an in den Beinen zu kribbeln, dann wünsche ich mir den Winter zurück“, erklärt er.

Egal ob in Südtiroler Bergen oder in der Lausitzer Skihalle: Am Schnee kann er sich nicht satt sehen. Warum dann nicht einfach gleich in einem Skigebiet arbeiten? „Mir wurde das schon oft angeboten, aber ich lehne das immer wieder ab, weil ich hier alles habe, was ich zum Glücklichsein brauche: meine Familie, meine Freundin und Schnee.“

Bei dem Versuch seine Liebe zum Winter und Skifahren zu erklären, gerät er dann ins Stocken. „Die fließenden Bewegungen auf den Skier, die verschneiten Wälder, die schöne Natur“, versucht er seine Passion verständlich zu machen und merkt schnell, dass er es nicht in Worte fassen kann. Winter ist eben sein Leben. „Aber in meinem Kleiderschrank findet man auch T-Shirts und kurze Hosen, keine Sorge“, lacht er.