Mehr als 1000 Tiere, angefangen von Hühnern über Enten bis hin zu Tauben, konnten die Besucher bei der Rassegeflügel-Regionalschau Brandenburg Süd am Wochenende in Tettau bestaunen. "Für unsere Schau hatten über 130 Züchter gemeldet. Damit reiht sie sich in die Riege der Orte mit großen Ausstellungen ein", so Ausstellungsleiter Veit Rentsch.

Von den fast 1100 Tieren erreichten in der Bewertung der Preisrichter gerade einmal 29 ein "Vorzüglich", und das mit der Bestnote von 97 Punkten. Unter den Preisträgern war auch Zuchtfreund Karsten Biewald aus Großräschen. "Von meinen zwölf ausgestellten Tauben haben zwei das "Vorzüglich" erhalten. Darauf bin ich richtig stolz", sagt der 49-Jährige. Angefangen habe er mit 27 Jahren. Zunächst züchtete er Hühner. 1994 sattelte er auf Tauben um. "Leicht ist eine Zucht nicht. Vor allem vor Ausstellungen ist sie zeitintensiv", versichert Karsten Biewald. Derzeit hat er 150 Tiere. Jährlich kommen 60 bis 70 Tiere aus der Brut hinzu.

Schon Wochen vor den Schauen werden die Tauben "trainiert", damit sie sich den Preisrichtern von ihrer besten Seite zeigen. "Gut fünf Tage davor intensiviere ich das Training und stelle beispielsweise ein Radio in den Taubenschlag, damit sich die Tiere an den Trubel gewöhnen. Auch übe ich mit ihnen das richtige Stehen und Zeigen des Blasswerkes", so Karsten Biewald weiter. Über seine Tauben würden einige Züchter lächeln. "Viele Taubenzüchter wollen dicke Tiere und schlanke Frauen. Ich möchte schlanke Tiere und schlanke Frauen", scherzt er.

Sechs Tauben und elf Hühner präsentiert Falk Welzer aus Nasseböhla in Sachsen. Mit "sehr gut", was einer Schulnote 3 gleichkomme, glänzten gleich 14 seiner Tiere. "Es liegt immer an den Preisrichtern. Bei ein und demselben Tier habe ich schon unterschiedliche Bewertungen bekommen, was eigentlich nicht sein kann. Manche wollen einen langen Hals, andere einen kurzen", kann der 45-jährige Sachse die Bewertung nicht immer nachvollziehen. Am Ende überwiege jedoch die Freude am Hobby.

Seit 20 Jahren stellt sein Vater schon bei der Tettauer Schau aus. Hat Falk Welzer anfangs seine Zuchterfolge über Vaters Namen laufen lassen, so tritt er nun allein auf. "Vor zehn Jahren bin ich in unseren Verein eingetreten. Täglich verbringe ich zwischen vier und fünf Stunden mit meinen Tieren", verrät der Sachse. Er hat Jagdfasane, Katzen und Kaninchen, 40 Hühner und immerhin 100 Tauben.

Kurz vor einer Ausstellung erhalten die Tiere noch mehr Pflegezeit. Dann werden zum Beispiel Gefieder und Beine gereinigt. "Zum Schluss hofft man auf einen Pokal", erzählt der 45-Jährige. Mit der Tettauer Schau, die die größte in der Region ist, wurde auch das Ausstellungsjahr beendet. Aufgrund des winterlichen Wetters war der ausstellende Verein der Tettauer Kleintierzüchter mit der Besucherresonanz am Sonnabend nicht ganz zufrieden.