ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 03:04 Uhr

Fünf Super-Abiturienten freuen sich über ein Stipendium

Gruppenfoto nach der Übergabe der Stipendien (v. l.): Dr. Hans-Hermann Dehmel, Stiftungsgründer und Vorsitzender der Stiftung; Gisela Dehmel, Stiftungsgründerin; Konrad Magirius, Charis Sura, Nico Förster, Jennifer Schauer, Lucas Richter, Werner Förster, Mitglied des Stiftungsvorstandes; Dr. Colin von Ettingshausen, Arbeitsdirektor der BASF Schwarzheide GmbH und Mitglied des Stiftungsvorstandes. Foto: BASF
Gruppenfoto nach der Übergabe der Stipendien (v. l.): Dr. Hans-Hermann Dehmel, Stiftungsgründer und Vorsitzender der Stiftung; Gisela Dehmel, Stiftungsgründerin; Konrad Magirius, Charis Sura, Nico Förster, Jennifer Schauer, Lucas Richter, Werner Förster, Mitglied des Stiftungsvorstandes; Dr. Colin von Ettingshausen, Arbeitsdirektor der BASF Schwarzheide GmbH und Mitglied des Stiftungsvorstandes. Foto: BASF FOTO: BASF
Schwarzheide. Leistung und gesellschaftliches Engagement lohnen sich. Fünf Abiturienten der Gymnasien in Schwarzheide und Senftenberg sind am Dienstagabend in Schwarzheide mit dem Dehmel-Stipendium ausgezeichnet worden. Die jungen Leute wollen nur kurz verschnaufen und nach der Sommerpause sofort mit ihrem Studium beginnen. Manfred Feller

Die meisten Studenten sind fast immer knapp bei Kasse. Und Studienmaterial ist teuer. Da kommt ein kleiner Geldsegen gerade recht. Die Abiturienten Charis Sura, Nico Förster, Lucas Richter, Jennifer Schauer und Konrad Magirius erhalten auf Beschluss des Vorstandes der vor zwölf Jahren gegründeten Dehmel-Stiftung vier Semestern lang jeweils 350 Euro Unterstützung. Dieses Geld ist nicht für Partys, sondern ausschließlich für Fachliteratur und Lehrmaterial bestimmt.

In seiner Laudatio hebt Colin von Ettingshausen, Arbeitsdirektor der BASF Schwarzheide GmbH und Mitglied des Stiftungsvorstandes, hervor, warum die Entscheidung unter den vielen Kandidaten ausgerechnet auf diese fünf gefallen ist. Sie zeigten nicht nur hervorragende schulische Leistungen, sondern hätten sich an ihrem Gymnasium auch neben dem Unterricht betätigt und sind gesellschaftlich aktiv. Mit ihrem Engagement seien sie Teil des Rückgrates unserer Gesellschaft. Sie mögen ihren Weg weitergehen und auch in Zukunft an das Gemeinwohl denken. Colin von Ettingshausen spielte damit auf jene Finanzmanager an, die Krisen verursacht und selbst in schlechten Zeiten nur an das eigene Wohl gedacht haben.

Ganz anders die Abiturienten.

Charis Sura (18), Emil-Fischer-Gymnasium. Die Schwarzheiderin hat ihr Abitur mit einem Notendurchschnitt von 1,2 gemacht. Die Frage nach den Lieblingsfächern erübrigt sich fast, dennoch gibt es diese mit Englisch, Deutsch und Musik. Charis überzeugt mit sprachlichem Talent bei verschiedenen Wettbewerben, stellt der Stiftungsvorstand heraus. Sie hilft Lernschwächeren und engagiert sich in der Arbeitsgemeinschaft "Chemie im Kindergarten". Studieren möchte sie Psychologie oder Medizin in Dresden. Diese Stadt sei schön und liege nahe der Heimat. Das sei ihr wichtig. Eine eigene Praxis oder die Werbepsychologie sind die fernen Ziele.

Nico Förster (18), Emil-Fischer-Gymnasium. Naturwissenschaften und Informatik mag der Schwarzheider besonders. Mit dem 1,3er-Abitur in der Tasche wird er folgerichtig Wirtschaftsinformatik studieren und nach Mannheim ziehen. Ihm schwebt dabei ein Auslandsaufenthalt vor, "auch wegen der Sprache", sagt er. Nico hat mit Mitschülern das Jugend-Service-Team gegründet und beim Bundes-Schülerfirmen-Wettbewerb den 2. Platz erreicht. Die Schülerfirma entwickelt Computerkurse für alle Altersgruppen.

Lukas Richter (18), Emil-Fischer-Gymnasium. Wie vielseitig der junge Lauchhammeraner ist, beweist er zur Feier des Tages mit zwei Musikstücken auf verschiedenen Instrumenten. Lukas spielt nicht nur Klavier und Viola, sondern auch Posaune und Orgel. Er hat sowohl an Musik-, als auch an naturwissenschaftlichen Wettbewerben teilgenommen. Gepilgert ist er auch schon. Bevor er sein Medizinstudium in Tübingen aufnimmt, möchte er ein dreimonatiges Praktikum im Krankenhaus absolvieren.

Jennifer Schauer (18), Friedrich-Engels-Gymnasium. Ihr Interessenspektrum hat es in sich. Das Abitur hat sie mit 1,0 hingelegt und sich besonders für Politik, Geschichte, Englisch und Deutsch interessiert. Studieren will die junge Frau aus Luckaitz Soziologie und Politik in Potsdam. Am Gymnasium war sie Chefredakteurin der Schülerzeitung, ist Preisträgerin beim Projekt Jugend und Wirtschaft, mischt bei der Feuerwehr ihres Heimatortes mit und ist Bohlekeglerin in der Jugendnationalmannschaft. In der nächsten Saison spielt sie mit Altdöbern in der Bundesliga.

Konrad Magirius (19), Friedrich-Engels-Gymnasium. Der Altdöberner wird mit seinem Abidurchschnitt von 1,2 Internationale Beziehungen studieren. Sein politisches Vorbild ist Willy Brandt. Er ist überzeugt, dass man "auf großer Ebene" politisch etwas verändern kann. Dieses Interesse habe maßgeblich sein Großvater bei ihm geweckt. Friedrich Magirius war zur Wendezeit Superintendent der Leipziger Nikolaikirche. Konrad hat aber auch musische Interessen. Er spielt Trompete, war im Musicalensemble und auch im Schülertheater aktiv.

Überraschungsgast der Stipendienübergabe ist Antonia Richter, Schwester von Lukas Richter. Sie war 2007 Dehmel-Stipendiatin und studiert gymnasiales Lehramt (Deutsch, Geschichte, evangelische Theologie) in Tübingen. Sie referierte zur Geschichte des Bildungsstandortes Deutschland. Die 24-Jährige hält nach wie vor Kontakt zum Stifterehepaar. Nach dem Abschluss des Studiums im Oktober möchte sie noch promovieren.

Seit dem Jahr 2000 haben bereits 43 Schulabgänger aus der Region ein Dehmel-Stipendium erhalten. Etwa zur Hälfte hat das Stifterehepaar Gisela und Hans-Hermann Dehmel, erster Geschäftsführer der BASF Schwarzheide GmbH, noch Kontakt. Der 73-Jährige gebürtige Lausitzer verrät, dass er einige Studenten auch über die Stiftung hinaus von seinem privaten Geld unterstützt, zum Beispiel für Zusatzstudien, Auslandsaufenthalte oder in Notlagen. Das Stiftungskapital habe sich von einst 100 000 D-Mark durch Erträge und Spenden auf heute etwa 200 000 Euro erhöht.

Mit seiner Frau ist Dehmel jedes Jahr acht- bis zehnmal in der Lausitz zu Besuch, um Freunde und Verwandte zu besuchen. Diese Gegend werde immer schöner, lobt er.