Wer derzeit auf dem Jüttendorfer Anger unterwegs ist, erblickt nur noch wenige Blumen. Haben bis vor einigen Tagen Krokusse und Co. für ein farbenfrohes Bild gesorgt, ist jetzt wieder ein tristes Grün und Grau Alltag. Mit Ausnahme der wenigen Tulpen, die demnächst ihre Farben präsentieren werden, ist das großen Blühen bereits vorüber. Das gleiche Bild bietet sich in den Rabatten entlang der Westpromenade, in der Bahnhofstraße, der Hennecke-Straße sowie im Schlosspark. Eine Bepflanzung mit Stiefmütterchen und Primeln wird es vonseiten der Stadt Senftenberg indes nicht geben. Als entsprechende Ursache gibt Stadtsprecher Andreas Groebe „wirtschaftliche Gründe“ an. Stattdessen setzt das Rathaus auf die Zwiebelgewächse, die jedes Jahr von sich aus wiederkommen und somit kaum Pflegeaufwand erfordern. Allerdings ist deren Blühzeit meist sehr kurz. Sobald es einen warmen Tag gibt, sind die Blüten dahin.

Immerhin werden demnächst an verschiedenen Stellen der Kreisstadt diverse Sträucher und Bäume zu blühen beginnen. Ein Beispiel sind die Zierkirschen am Ernst-Sauer-Denkmal in unmittelbarer Nähe der Kaufhaus-Kreuzung.

Allerdings: Auf Sommerblumen brauchen die Senftenberger auch in diesem Jahr nicht gänzlich zu verzichten. Die Lichtmasten auf dem Markt sowie die dortigen Pflanzkübel erfahren nach den Eisheiligen (Mitte Mai) ihre Bepflanzung. Die entsprechende Pflege erfolge dann bis in den Spätsommer hinein.

Die Stadt Großräschen hat ihre Frühjahrsbepflanzung ausgeschrieben. In die Erde sollen insgesamt 1500 Blumen kommen. Vor zwölf Monaten waren es nach Angaben von Sprecherin Kati Kiesel 1450 Pflanzen. In diesem Jahr soll es zudem drei neue Pflanzschalen geben.

In Schwarzheide ist die Frühjahrsbepflanzung mittels Zwiebelgewächsen bereits im vergangenen Herbst in die Erde gebracht worden. Die Krokusse stehen derzeit in voller Blüte. Berücksichtigung fanden dabei der Schillerplatz sowie der Handelsring. „Bis Ende März soll auch die Bepflanzung der Blumenkübel am Westfriedhof sowie am Ärztehaus erfolgen“, kündigt Heiko Siehlow vom Tiefbauamt/Stadtwirtschaft an. Bepflanzt werden die gleichen Flächen wie im vergangenen Jahr.

Die Lauchhammeraner starten Anfang April mit ihren Frühjahrsblumen. Primeln und Stiefmütterchen sollen vor dem Rathaus im Stadtteil Süd, in West sowie in Kostebrau und Grünewalde in den Boden gebracht werden. Dafür nimmt die Stadt rund 400 Euro in die Hand.

Die gleiche Summe wird auch im Amt Ruhland in die Farbtupfer investiert. Dort geht es bereits in der letzten Märzwoche mit den Pflanzarbeiten los. Rund 750 Frühblüher, genauso viele wie in den vergangenen Jahren, sollen gepflanzt werden. Blühen werden die Pflanzen unter anderem am Rathaus, vor Schulen und Kitas sowie an Buswartehallen, sagt Sprecherin Margit Kerstan.

In Ortrand werden in dieser Woche genau 432 Stiefmütterchen gepflanzt, kündigt Amtsdirektor Kersten Sickert an. Die Blumen wurden bei der Frauendorfer Agrargenossenschaft eingekauft. Zu den Kosten macht Sickert keine Angaben.

Der Diebstahl von Blumen spielt indes in keiner Kommune des südlichen OSL-Kreises eine Rolle. Allerdings, darauf weist Amtsdirektor Sickert hin, hätten sich an den Blumenkübeln an der Pulsnitzbrücke zwischen Ortrand und Burkersdorf Waschbären zu schaffen gemacht. Die ungebetenen Gäste entleerten die Pflanzbehälter auf der Suche nach Fressbarem.

In der Gemeinde Schipkau gibt es nach Angaben von Bauamtsleiter Martin Konzag aufgrund des Pflegeaufwandes kaum öffentliche Blumenrabatten. Lediglich um die Schipkauer Kegelbahn wurden Frühblüher wie Osterglocken und Tulpen in die Erde gebracht.

Darüber hinaus gibt es derzeit im südlichen OSL-Kreis mehrere naturgeschaffene Blühteppiche. Diese werden in erster Linie von Buschwindröschen gebildet. Bewundert werden kann die weiß-rosafarbene Pracht unter anderem im Niemtscher und im Biehlener Park, die beide an der Schwarzen Elster liegen. Dabei handelt es sich in Wirklichkeit um keine Parkanlagen, sondern um Reste alter Auwälder, die früher typisch für die Region waren. Die Buschwindröschen nutzen die kurze Zeitspanne bis zum Laubaustrieb der Bäume, um zu blühen, ehe sie anschließend wieder vergehen und Kräfte für das kommende Frühjahr sammeln.