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| 16:07 Uhr

Das Wetter im Januar
Frühling im Hochwinter: zu warm und doch zu wenig Sonne

Weil es zu warm ist, stehen die Ringelblumen noch in Blüte.
Weil es zu warm ist, stehen die Ringelblumen noch in Blüte. FOTO: Renate Kupfer
Senftenberg. Im viel zu milden Januar wurde das Wetter in der Lausitz von „Friederike“ bestimmt - dem bereits vierten großen Sturmtief innerhalb von acht Monaten. Von Rundschau-Wetterfrosch Rudolf Kupfer

Es sieht aus, als hätten Riesen in den Wäldern rund um Ruhland, Ort­rand und den angrenzenden Gebieten mit kräftigen und gesunden, hundertjährigen Kiefern Mikado gespielt. Das Sturmtief „Friederike“ mit orkanartigen Böen bis zur Windstärke 11 hat am 18. Januar ungeheure Kräfte walten lassen. Zahlreiche entwurzelte und abgeknickte Bäume waren das Resultat. Zu den sehr großen Mengen an geschädigtem, wertvollem Holz komme nun auch noch im weiteren Verlauf die Gefahr, dass zum Beispiel bei Kiefern verstärkt Forstschädlinge auftreten können, erklärt die Revierförsterin von Kroppen und Lindenau, Ellen Zschech. Alle verfügbare Technik ist deshalb in den Wäldern im Dauereinsatz, um das Schadholz aufzuarbeiten.

Weil der Deutsche Wetterdienst am Tag des Sturms stundengenaue Warnungen rechtzeitig herausgegeben hatte, war Schadensbegrenzung möglich. Das glaubt Wetterexperte Ingo Nowak aus Schipkau. Er findet es bemerkenswert, dass kurz nach diesem schweren Sturm die örtlichen Feuerwehren bereits die Hauptverkehrsadern geräumt hatten.

„Friederike“ war schon das vierte Sturmtief, das die Lausitz innerhalb von nur acht Monaten heimgesucht hat. Diese Häufung kann sich der langjährige Wetterbeobachter, Walter Beckmann aus Ortrand, nicht erklären. Dabei, so seine Feststellung, sind die Auswirkungen des Sturms auf kleinstem Raum sehr unterschiedlich. Während die Gewächshäuser der Agrargenossenschaft in Frauendorf weitgehend verschont blieben, waren die Schäden im sechs Kilometer entfernten Frauwalde an diesen erheblich. Gegenwärtig seien hier alle Anstrengungen darauf gerichtet, alles wieder instand zu setzen, damit die Jungpflanzenanzucht planmäßig erfolgen kann.

Im Januar setzte sich das milde, feuchte und Sonnenschein arme Wetter der Vormonate fort. Die in der Norm liegende Niederschläge versorgten die Sandböden mit der entsprechenden Winterfeuchtigkeit.

Der längere Sonnenschein zu Lichtmess am 2. Februar war eine lang ersehnte Wohltat für die Seele, so Gärtnermeister Dieter Georgie aus Lauchhammer. Wünschenswert ist, dass die Wetterregel „Lichtmess Sonnenschein, wird noch sechs Wochen Winter sein“ ins Schwarze trifft. Das wäre für die Natur gut, die unbedingt einen Dämpfer braucht, so Georgie. Auch die Kinder warten auf Schneefreuden für ihre Winterferien.

Der Hochwintermonat Januar hatte frühlingshafte Temperaturen. Das spart Kosten für die Heizung und den Straßenwinterdienst. Frühjahrsblüher wie Schneeglöckchen, Krokusse und andere leuchten bereits in den Gärten, so zeitig wie schon lange nicht mehr.

Die alte Wetterregel „Lichtmess im Klee, Ostern im Schnee“ könnte also 2018 unerwünschte Wahrheit werden. Trübe Aussichten prophezeit daher auch die Wetterregel: „Wenn der Januar sehr milde, hat er spätes Frühjahr und heißen Sommer im Schilde.“

Rudolf Kupfer.
Rudolf Kupfer. FOTO: privat