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| 21:33 Uhr

Wetter im Februar
Frühling auf Eis gelegt: Sibirische Kältepeitsche trifft die Lausitz

Die Pulsnitz ist bei anhaltendem Frost Ende Februar 2018 zugefroren, aber für Schlittschuhläufer nicht nutzbar.
Die Pulsnitz ist bei anhaltendem Frost Ende Februar 2018 zugefroren, aber für Schlittschuhläufer nicht nutzbar. FOTO: Renate Kupfer
Senftenberg. Wetter-Rückblick auf den Februar: Trotz Sonne satt warten Bauern, Tiere und Natur auf den Frühling. Sechs Eistage mit ganztägig Frost gezählt. Von Rudolf Kupfer

Nachdem bereits im Januar diesen Jahres auf Grund der Wärme ungewöhnlich zeitig die ersten Frühlingsgefühle erwachten, legte der Februar unbarmherzig alles noch einmal auf Eis. Aus dem Osten brachten Hochdruckgebiete sibirische Kälte in die Lausitz. Bis Minus 18 Grad sackte das Thermometer ab. Erst Ende Februar gefroren die Gewässer und der Erdboden in einer Tiefe von immerhin bis fast 50 Zentimeter. Der fehlende Schnee verschärfte diese Lage in besonderem Maße. Hinzu kommt: „Werden die Tage länger, wird die Kälte strenger.“ Allerdings wären mit einer Schneedecke die Temperaturen bei sternklarem Himmel noch weiter abgesackt, meint Klaus Kreter aus Ortrand.

„Wie groß die Schäden bei unseren Kulturen sind, die der anhaltende Barfrost angerichtet hat, kann noch nicht festgestellt werden“, schätzt Reiner Wolschke aus Großräschen ein. Als Einsatzleiter in der dortigen Agrargenossenschaft trägt er die Verantwortung für den Winterdienst. „So wenig Einsätze wie im zurückliegenden Winter hatten wir noch nie“, sagt er.

Neben der Kälte bestimmte anhaltender Sonnenschein das Wettergeschehen im Februar 2018. Mit 123 Stunden meldet Michael Wesnigk aus Klettwitz einen Rekordwert. Damit wurde zwar das Minus der Vormonate ausgeglichen, aber die ungünstige Verteilung blieb nicht ohne Folgen. In einem ohnehin schon trockenen Februar führte Dauersonnenschein und ständiger Wind zu großer Verdunstung. Etwa bis zu 1 mm Nässe je Quadratmeter ist täglich der Fläche entzogen worden, laut Berechnung von Ronny Sommer aus Buchwalde. Ausgetrocknete graue Wiesen sind allerorts ein deutliches Zeichen dafür.

„Ist der Februar trocken und kalt, kommt im Frühjahr die Hitze bald.“ Sollte diese Wetterregel zutreffen, wird die Natur schnell eingetretene Rückstände aufholen. Zu denen, die auf den Frühling warten, gehören auch die Kraniche, weiß Klaus Uhl aus Grünewalde. Die Vögel finden zwar gegenwärtig Schutz auf den Eisflächen, zur Brut brauchen sie aber offene Gewässer. Auch die Frösche legen ihren Laich nicht aufs Eis. Die Bestandsentwicklung der Amphibien hängt im starken Maße mit den Wetterbedingungen im Frühjahr zusammen. Ob die Schneeglöckchen, die durch den Frost wie von einer Walze plattgedrückt sind, wieder aufstehen werden, verfolgen Gabriele Hausmann aus Hörlitz und die anderen Kleingärtner mit Spannung. Sogar Krokusse und Winterlinge haben als Frost verträgliche Pflanzen arg gelitten.

Neben dem Warten auf das Frühlingserwachen steht aktuell immer wieder die Frage, wie wird das Wetter zu Ostern Ende März, Anfang April. Hoffen lässt hier die Wetterregel: „Februar mit Frost und Wind, macht Ostern gelind.“ Allerdings ist dabei zu beachten, dass das Osterfest terminlich jährlich wechselt und damit auch die Treffsicherheit dieser Bauernregel.

Die Pulsnitz ist Ende Februar 2018 zugefroren.
Die Pulsnitz ist Ende Februar 2018 zugefroren. FOTO: Renate Kupfer