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| 22:28 Uhr

Frühlingsempfang in Senftenberg
Lampenfieber-Laudatio für Mosh gegen Krebs

Der Verein Mosh gegen Krebs wird geehrt - zur Freude des Sedlitzer Ortsvorstehers Steffen Philipp sowie von Martin Schmidt, Christian Schroschk und Dr. Georg Christof Schwabe, dem Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik Cottbus (v.l.n.r.)
Der Verein Mosh gegen Krebs wird geehrt - zur Freude des Sedlitzer Ortsvorstehers Steffen Philipp sowie von Martin Schmidt, Christian Schroschk und Dr. Georg Christof Schwabe, dem Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik Cottbus (v.l.n.r.) FOTO: Steffen Rasche
Senftenberg. Die Stadt Senftenberg hat ihren Frühjahrsempfang genutzt, um ein Unternehmen, eine Mannschaft und einen Verein zu ehren. Von Jan Augustin

Steffen Philipp ist eine ehrliche Haut. Obwohl „das im Fernsehen ja immer so einfach aussieht“, sagt der Ortsvorsteher von Sedlitz auf der Bühne in einem gut gefüllten Saal der Briesker Kaiserkrone, habe er nun Lampenfieber. „Deshalb habe ich mir einen Arzt an die Seite gestellt“, erklärt er mit einem Schmunzeln. Hinter ihm steht Dr. Georg Schwabe, Chefarzt der Kinderklinik des Cottbuser Carl-Thiem-Klinikums. Beide halten im Wechsel eine Laudatio für „Mosh gegen Krebs“ beim Frühjahrsempfang der Stadt Senftenberg. Der Verein richtet in dem Senftenberger Ortsteil seit 2012 Benefizkonzerte zugunsten der Kinderkrebsstation des Cottbuser Krankenhauses aus: am 25. und 26. Mai zum sechsten Mal. Mosh bedeutet so viel wie Pogen – ein Tanzstil, der in der Metal- und Punkszene bekannt ist.

Mehr als 40 000 Euro sind durch die Konzerte über die Jahre schon zusammengekommen. Das Geld steckt die Kinderklinik vor allem in die Ausgestaltung der Räumlichkeiten. Zuletzt wurden Bilder gekauft, die für die Kinder Ablenkung bedeuten und Teil der Therapie sind, erläutert Georg Schwabe: „Die Bilder strahlen Kraft und Zuversicht aus.“ Martin Schmidt und Christian Schroschk vom Verein sind sichtlich glücklich über die anerkennenden Worte und genießen den Abend.

Stolz aber sind auch D-Junioren vom FSV Glückauf Brieske/Senftenberg. Auch sie werden geehrt. „Denn wer, bitte schön, darf sich schon Landesmeister nennen?“, sagt der noch bis Ende März amtierende Geschäftsführer des Fußball-Landesverbandes Brandenburg, Michael Hillman. Im vergangenen Sommer hatte das Team diesen „grandiosen Titel“ errungen, und dazu wurde die Mannschaft auch noch Vize-Landespokalsieger. „Wenn das kein Grund zum Feiern ist“, sagt Hillmann. Erst recht, wenn man sich über die erfolgreiche Titelverteidigung freuen durfte. Denn bereits im Jahr zuvor waren die zehn- bis zwölfjährigen Kicker Landesmeister geworden und hatten oben drauf noch den Pokal gewonnen.

Die jungen Knappen: Als Mannschaft des Jahres 2017 werden die D-Junioren des FSV Glückauf Brieske/Senftenberg hoch verdient ausgezeichnet.
Die jungen Knappen: Als Mannschaft des Jahres 2017 werden die D-Junioren des FSV Glückauf Brieske/Senftenberg hoch verdient ausgezeichnet. FOTO: Steffen Rasche

Dass die Mannschaft einen solch erfolgreichen Lauf haben würde, habe sich schon in den Vorjahren abgezeichnet. Die jungen Knappen waren bereits 2014 und 2015 Staffelsieger der Landesliga-Süd gewesen, hinzu war der Vize-Landesmeistertitel gekommen. „Eine wahre Erfolgsgeschichte“, lobt der Chef des Landesverbandes.

Er erinnert gern auch an die Erfolge, die in der Briesker Kaiserkrone schon gefeiert wurden: der DDR-Vizemeistertitel der Briesker Knappen 1956 und der 3. Platz in der DDR-Oberliga zwei Jahre später. „Es sind viele schöne Erinnerungen. Und in meinen Augen sind sie auch immer mit einer Verpflichtung verbunden, Traditionen zu bewahren – und fortzuschreiben“, sagt Michael Hillmann.

Vor ziemlich genau 28 Jahren gründen drei junge Ingenieure im Süden des Landes Brandenburgs eine Softwareschmiede. Inzwischen ist das Unternehmen mit seinen Softwareprodukten für das Logistikmanagement von Schienengüterverkehren und das Anlagenmanagement von Fahrzeugflotten und technischen Anlagen weltweit tätig. „Was nach Silicon Valley klingt, ist eine Erfolgsgeschichte aus Senftenberg“, erklärt Laudator Tilo Schenker zum Unternehmen Zedas.

Als Ulrich Lieske, Wolfgang Jahn und Klaus Wonneberger am 19.  August 1990 das Unternehmen unter dem damaligen Firmennamen PC Soft anmeldeten, erhielt diese die Handelsregister-Nummer 0006.

„Heute operiert das Unternehmen in den drei Geschäftsbereichen Bahnlogistik, Anlagenmanagement sowie Systemintegration und hat sich mit erfolgreichen Softwareangeboten auf dem Weltmarkt etabliert“, berichtet der Laudator. Darunter befindet sich das Produkt zedas®cargo, eine Logistiklösung für den nationalen und internationalen Schienengüterverkehr. Die Anwender können damit Gütertransporte verwalten, steuern, überwachen und dokumentieren. Im australischen Queensland kommt die spezialisierte Lösung zedas®asset bei der Verwaltung des Straßenwesens zum Einsatz, erzählt Tilo Schenker, der ebenfalls erfolgreicher Unternehmer ist. Mit zedas®asset war PC-Soft bereits mehrfach international erfolgreich, etwa in den chilenischen Kupferminen und auf den Flughäfen in Mexico-Stadt, Toronto und Denver.

Und: Die Einschienenbahnen in  Las Vegas werden von Senftenberg aus gesteuert. „Und das ohne nennenswerte Verspätungen oder gar Zugausfälle“, sagt Schenker auch mit kollegialem Stolz. All das sei nur mit hoch qualifizierten und motivierten Mitarbeitern zu schaffen. „Bei Zedas werden kontinuierlich in jedem Jahr durchschnittlich vier bis fünf neue hochwertige Ingenieurarbeitsplätze als positive Konsequenz aus der Umsatzsteigerung geschaffen“, hebt der Laudator hervor. Der Ausbildungsbetrieb biete darüber hinaus in jedem Jahr vier Werkstudenten die Chance,  sich für einen Job nach dem Studium zu empfehlen.

Zedas-Geschäftsführer Wolfgang Jahn (r.) mit Laudator Tilo Schenker.
Zedas-Geschäftsführer Wolfgang Jahn (r.) mit Laudator Tilo Schenker. FOTO: Steffen Rasche