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| 02:45 Uhr

Frühjahrsbestellung mit Hindernissen

Heiko Nicklich von Agropei beseitigt mit Wiesenwalze und Schleppe auch die vom Schwarzwild verursachten Schäden.
Heiko Nicklich von Agropei beseitigt mit Wiesenwalze und Schleppe auch die vom Schwarzwild verursachten Schäden. FOTO: Kupfer/rkp1
Senftenberg. Die Landwirte arbeiten derzeit auf den Feldern auf Hochtouren. "Eine optimale und rechtzeitige Bestellung im Frühjahr ist eine wichtige Voraussetzung für gute Erträge", bestätigt der Geschäftsführer des Unternehmens Agropei Peickwitz, Thomas Meyer. Rudolf Kupfer / rkp1

Auf 50 Hektar sind hier bereits Erbsen ausgesät. Mitte April folgen auf 50 Hektar Fläche die Sonnenblumen und danach der Mais.

Bei der ordnungsgemäßen Aussaat ist hier seit Jahren Verlass auf Dirk Reinfeld und Peter Böhm. Sorgen bereiten den Peickwitzern gegenwärtig starke Vernässungen auf einigen Flächen. Beim Ausbringen von Mineraldünger in der Flur von Großkoschen ist ein Streuer versackt. Er musste von vier Traktoren herausgezogen werden. Die Arbeiten wurden unterbrochen.

Ein Schwerpunkt ist gegenwärtig weiterhin die Pflege des Grünlandes. 700 Hektar müssen auf 170 verschiedenen Schlägen bearbeitet werden. Hier ist Heiko Nicklich mit einer 6,50 Meter breiten Schleppe und Walze im Einsatz. An diesem Gerät befindet sich außerdem eine Säeinrichtung. Grassamen nachzusäen, ist in diesem Jahr notwendig, um Schäden, die das Schwarzwild angerichtet hat, zu beseitigen. Denn an die Vorgabe, dass der Grünlandumbruch genehmigungspflichtig ist, halten sich die Schwarzkittel nicht. Trotz guter Zusammenarbeit mit den Jagdpächtern sind die Schäden groß und müssen behoben werden. Zur Unterstützung der Jäger und als Paradies für Insekten werden von Agropei in diesem Jahr erneut 20 Kilometer lange und sechs Meter breite Blühstreifen in den Maisbeständen angelegt. Das ist eine Fläche von zwölf Hektar.

Die Agrargenossenschaft in Großräschen ist in jedem Frühjahr als Saatgutvermehrer von Lupinen, Erbsen und Sommertritikale gefordert. Immerhin wurden in den letzten Wochen 180 Tonnen zertifiziertes Saatgut ausgeliefert. Der Absatz hat bestens geklappt, bestätigt Andreas Thoran, der Verantwortliche für die Direktvermarktung und Saatgutaufbereitung. In den zurückliegenden Jahren wurden die Großräschener mehrmals auf Landesebene ausgezeichnet. "Gesundes Saat- und Pflanzgut ist ein wichtiger Ertragsbildner", sagt Andreas Thoran. "Da unser Betrieb selbst keine Speisekartoffeln vermehrt, wird das gesamte Pflanzgut hier zugekauft", erklärt er. Die Anbauflächen bei Speisekartoffeln, Speisemöhren, Sonnenblumen, Getreide und anderen Kulturen sind auf den Bedarf des Hofladens und der Partner im Saatguthandel ausgerichtet.

Seit Jahren werden im Hofladen der Agrargenossenschaft Frauendorf die ersten Speisefrühkartoffeln in der Region aus eigenem Anbau angeboten. "Frühe Ernten im Juni sind nur möglich, wenn die Knollen im März in den Boden kommen", erklärt Detlef Götze aus Frauwalde. Einige Versuche, die Kartoffeln in den vergangenen Tagen schon in die Erde zu legen, mussten wegen zu nassen Bodens immer wieder abgebrochen werden. Mit einer neuen keimschonenden Legemaschine sind die Frühen nun am Freitag endlich in den Boden gebracht worden. "Bis zu einer guten Ernte ist es noch ein langer Weg, aber der Start konnte vollzogen werden", sagt der Landwirt erleichtert.

Andreas Thoran von der Agrargenossenschaft Großräschen hat das Spitzen-Saatgut rechtzeitig ausgeliefert.
Andreas Thoran von der Agrargenossenschaft Großräschen hat das Spitzen-Saatgut rechtzeitig ausgeliefert. FOTO: rkp1