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Frische Einsatzkräfte brennen für die Feuerwehr

Stadwehrführer Silvio Spiegel (r.) mit Truppmann Tom Schneider (18) vor dem hydraulischen Rettungsgerät.
Stadwehrführer Silvio Spiegel (r.) mit Truppmann Tom Schneider (18) vor dem hydraulischen Rettungsgerät. FOTO: Mirko Sattler/sam1
Lauchhammer. Zehn Feuerwehrleute sind in Lauchhammer nach der erfolgreichen Truppmannsausbildung im vergangenen Jahr in den aktiven Einsatzdienst übernommen worden. Das hat Stadtwehrführer Silvio Spiegel bei der jüngsten Jahreshauptversammlung sichtlich zufrieden festgestellt. Unter ihnen: Tom Schneider. Kathleen Weserund Mirko Sattler

Als Sechsjähriger ist Tom Schneider (18) aus Lauchhammer zur Feuerwehr gestoßen. Das war 2005. Der Vater und auch Klassenkameraden hatten ihn neugierig gemacht. In zehn Jahren - zuletzt auch harten Büffelns für den Abschluss als Truppmann - hat der in Kostebrau aufgewachsene Feuerwehrmann sich das Wissen angeeignet, um helfen zu können. Im vergangenen Jahr ist er in Mai 2016 in die aktive Wehr übernommen worden. Bei Verkehrsunfällen und Bränden ist Tom Schneider im Einsatz gewesen. Mehr als 100 Leute aus Lauchhammer sind in den Feuerwehren der Stadt im Einsatz.

"Meine Freunde haben sich damals als Hobby fast ausschließlich dem Fußball gewidmet. Sie staunten eher über mich. In der Feuerwehr mitzumachen, war vor zehn Jahren noch deutlich weniger populär als heute", erzählt Tom Schneider, der inzwischen von Kostebrau in den Löschzug Lauchhammer-West gewechselt ist. Die Feuerwehrgrundausbildung hat er gut bestanden. Zum Truppführer, Atemschutzgeräteträger oder Sprechfunker will er noch weiter qualifizieren, wenn er das zeitlich schafft. "Feuerwehreinsätze als Gruppenführer zu leiten, wäre schon toll", steckt er sich ein weiteres ehrgeiziges Ziel. Der 18-Jährige erlernt derzeit den Beruf des Chemikanten bei der BASF. Bei der Werksfeuerwehr hat er auch schon reingeschnuppert. "Der Eignungstest kommt mir sehr hart vor. Bei den Freiwilligen geht es doch eher ruhiger zu. Außerdem will ich mich in meinem Beruf weiterentwickeln", sagt er. Glück nennt der junge Mann auch den Umstand, dass seine Freundin ihm den Rücken frei hält für die Feuerwehrarbeit.

Die Stadt Lauchhammer investiert stetig, um die Aufgaben des Brandschutzes erfüllen zu können. Der Um- und Ausbau des Feuerwehrdepots Kostebrau nach den neuesten Vorschriften

ist fertiggestellt. Im laufenden Jahr soll noch ist der Parkplatz gestaltet werden. In Lauchhammer-West ist die Zufahrt zu den Stellflächen befestigt worden. Die Forderungen der Unfallkasse für das Areal vor dem Feuerwehrgerätehaus sind hoch. Alle Feuerwehrdepots in der Stadt Lauchhammer sind jetzt nach den Feuerwehrdienstvorschriften modernisiert. In diesem Jahr soll eine neue Drehleiter angeschafft werden.

Die Feuerwehr ist eine tragende Säule des gesellschaftlichen Lebens. Die Löschzüge in Lauchhammer-West und Grünewalde haben 115 Jahre und Kostebrau das Jubiläum der Gründung vor 90 Jahren gefeiert. Bürgermeister Roland Pohlenz (parteilos) hebt hervor: "Es ist uns als Stadt ein wichtiges Anliegen, den Kameraden im ausschließlich ehrenamtlichen Dienst bei der Feuerwehr gute Bedingungen für die Aufgaben der Gefahrenabwehr und für den Brand- und Katastrophenschutz zu schaffen." Auch das frühzeitige ehrenamtliche Engagement der Kinder und Jugendlichen würdigt er ausdrücklich. Das im Rathaus bewusst gesparte Geld für nicht versendete Weihnachtsgrüße bekommt die Feuerwehr. Es sei ein wichtiges Anliegen, frühzeitig junge Menschen für die Wehr zu begeistern. "Denn fast ausschließlich aus den Reihen der Jugendfeuerwehr kommt auch der Nachwuchs für die freiwilligen aktiven Löschgruppen", betont das Stadtoberhaupt - auch mit Blick auf Kameraden wie Tom Schneider.

Die Stadt Lauchhammer hat im vorigen Jahr mehr als 360 000 Euro ausgegeben, um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr zu sichern.

Zum Thema:
Im zurückliegenden Jahr haben die Kameraden 166 Einsätze mit 2504 Einsatzstunden geleistet. 97 Hilfeleistungen standen 66 Brandeinsätze gegenüber, teilt Rathaus-Sprecherin Rotraud Köhler mit. 101 Einsatzkräfte, davon zehn Frauen, sind in Lauchhammer im aktiven freiwilligen Dienst bei der Feuerwehr. Die Jugendfeuerwehr Lauchhammer hat 73 Mitglieder, davon 19 Mädchen.