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| 20:49 Uhr

Vom Geierswalder zum Partwitzer See
Freigabe des Barbarakanals nimmt vorletzte Hürde

 Landrat Michael Harig (M.) sowie Gerd Richter (r.) und Jörg Lietzke, beide LMBV, haben am Barbarakanal schon mal symbolisch die Schiffsmaschine für dessen Freigabe angeworfen.
Landrat Michael Harig (M.) sowie Gerd Richter (r.) und Jörg Lietzke, beide LMBV, haben am Barbarakanal schon mal symbolisch die Schiffsmaschine für dessen Freigabe angeworfen. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Geierswalde. Im günstigsten Fall können ab Ende September die ersten Boote vom Geierswalder zum Partwitzer See fahren. Von Torsten Richter-Zippack

Wenn alles wie am Schnürchen laufen sollte, wird der Barbarakanal in rund einem Monat freigegeben. Diesen Wunsch äußert Gerd Richter, Bereichsleiter Sanierung bei der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV). Das Projekt Kanalfreigabe hat am Freitag die vorletzte Hürde genommen. LMBV und Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen (LSS) haben die künftige Bewirtschaftung des 1050 Meter langen Verbinders zwischen dem Geierswalder und dem Partwitzer See vertraglich festgeschrieben.

Landesdirektion ist jetzt am Zug

Dennoch dürfen Schiffe und Boote den Barbarakanal noch immer nicht befahren. Jetzt ist die Landesdirektion am Zug, um die letzte Hürde vor der Freigabe beiseite zu räumen. Die Dresdner Behörde muss den rechtlichen Rahmen erstellen. Anschließend wird die Schiffbarkeit des Kanals sowie weiter Teile des Partwitzer Sees im überregionalen Amtsblatt veröffentlicht. In der entsprechenden Allgemeinverfügung wird auch bekanntgegeben, ab wann Kanal und See offen sind.

Die LMBV wird sich bis zum Jahr 2022 um den Barbarakanal kümmern. Laut Gerd Richter will sein Unternehmen einen Bewirtschafter beauftragen. Dieser ist unter anderem für die korrekte Austonnung, für Kontrollen und anfallende Reparaturen zuständig.

Verhandlungen mit touristischen Anbietern

Der Zweckverband LSS hat indes die Möglichkeit, mit interessierten touristischen Anbietern zu verhandeln, die den Kanal nutzen wollen, Stichwort Fahrgastschifffahrt. Nach 2022 werde der LSS die Bewirtschaftung der Wasserstraße übernehmen. Das jetzige Einspringen der Bergbausanierer bezeichnet Richter als „Starthilfe“.

Bereits seit Jahren wartet das Lausitzer Seenland auf die Freigabe des Barbarakanals. Als wesentlichen Grund für das lange Prozedere gibt der Bautzener Landrat Michael Harig, der auch Vorsitzender des Zweckverbandes LSS ist, an, dass im Partwitzer See zunächst dessen extrem saures Wasser neutralisiert werden musste. Inzwischen hat das Gewässer laut LMBV einen pH-Wert von 7,3, vor fünf Jahren wurden noch Werte unter drei gemessen.

 Landrat Michael Harig (M.) sowie Gerd Richter (r.) und Jörg Lietzke, beide LMBV, haben am Barbarakanal schon mal symbolisch die Schiffsmaschine für dessen Freigabe angeworfen.
Landrat Michael Harig (M.) sowie Gerd Richter (r.) und Jörg Lietzke, beide LMBV, haben am Barbarakanal schon mal symbolisch die Schiffsmaschine für dessen Freigabe angeworfen. FOTO: Torsten Richter-Zippack