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| 15:44 Uhr

Wird der erste Problemwolf Brandenburgs im OSL-Süden erschossen?
Frauendorf: Bauern wollen Wolf erschießen lassen

Der Lindenauer Wolf hat drei Kälber gerissen. Derzeit leben rund 200 Wölfe in  Brandenburg, die meisten in der Lausitz.
Der Lindenauer Wolf hat drei Kälber gerissen. Derzeit leben rund 200 Wölfe in Brandenburg, die meisten in der Lausitz. FOTO: dpa / Klaus-Dietmar Gabbert
Frauendorf/Lindenau. Nach dem dritten Riss eines Kalbes plant die Agrargenossenschaft, einen Antrag an das Landesumweltamt zu stellen. Von Andrea Budich

Drei Kälber in wenigen Wochen. Die Kuhherden und die Ställe der Agrargenossenschaft Elster/Pulsnitz Frauendorf sind nicht mehr sicher. Der Wolf schleicht des Nachts um die Herden und schlägt immer wieder zu - zweimal bereits dringt er in den Stall mit Hunderten Mutterkühen ein, am Dienstag dieser Woche greift er sich ein fünf Tage altes Kalb von der Weide bei Tettau. Jedes Mal trifft es den gleichen Landwirtschaftsbetrieb.

„Es reicht jetzt“, sagt Vorstand Walter Beckmann zerknirscht. „Wir sind keine Panikmacher, können aber nicht mit zusehen, wie unsere Mutterkuhhaltung ruiniert wird. Wir sind nicht dafür da, den Wolf zu füttern“, bringt er den Zorn der Bauern auf den Punkt. Das Unternehmen plant jetzt, einen Antrag an das Landesumweltamt zu stellen: Der Lindenauer Problemwolf, der zur Gefahr für Tier und Mensch wird, soll erschossen werden. Das bestätigt Beckmann am Donnerstag der RUNDSCHAU.

Der Antrag wird eingereicht, sobald die genetischen Untersuchungen des Landeslabors bestätigt haben, dass es sich bei allen drei Angriffen um ein und denselben Wolf handelt.

Befürwortet und unterstützt wird die Antragstellung auf Entnahme des Wolfes vom Brandenburger Bauernverband. „Es besteht dringender Handlungsbedarf, Konsequenzen sind jetzt nötig“, sagt Bauernverbandssprecher Tino Erstling. Ob die im Februar unterzeichnete Wolfsverordnung des Landes tatsächlich greift, werde sich am Lindenauer Wolf zeigen. „Etwas anderes ist den Leuten vor Ort auch nicht mehr vermittelbar“, unterstreicht er. Sollte es sich herausstellen, dass die Wolfsverordnung keine praktikable Lösung ist, müsse über andere Varianten nachgedacht werden. Der Bauernverband befürwortet das Schwedische Modell beim Umgang mit dem Wolf. Danach werde bei Schäden in einzelnen Regionen konkret festgelegt, wie viele Wölfe dort erlegt werden dürfen.

Von einem Problemwolf in Lindenau spricht Thomas Frey vom Landesamt für Umwelt indes nicht.  Der Lindenauer Stall müsse schnellstens gesichert werden, ansonsten könnten sich die Angriffe jederzeit wiederholen. „Die Empfehlungen wurden nicht konsequent umgesetzt“, erklärt er. Beim dritten Kalb sei die Todesursache  durch den Rissgutachter nicht zu ermitteln gewesen.