| 18:46 Uhr

Tödlicher Unfall
Entwurzelte Eiche tötet Radlerin

Eine 75-jährige Radfahrerin wurde bei Lauchhammer von einem Baum erschlagen
Eine 75-jährige Radfahrerin wurde bei Lauchhammer von einem Baum erschlagen FOTO: Mirko Sattler
Tettau/Lauchhammer . Der Schock sitzt tief bei den Grünewalder Senioren: Eine Frau (75) aus der Gruppe, die monatlich einmal gemeinsam in die Pedale tritt, ist am Donnerstag auf der jüngsten Radpartie aus dem Leben gerissen worden. Von Kathleen Weser und Jan Augustin

Auf dem Radweg an der Kreisstraße zwischen Lauchhammer und Tettau ist am Nachmittag eine Windböe in den Wald gefahren. Eine durch die Naturgewalt entwurzelte Eiche stürzte auf die Kreisstraße und riss mehrere Birken mit sich.

Auf dem straßenbegleitenden Radweg ist die Seniorengruppe genau zu dem Zeitpunkt mit etwa 20 Personen unterwegs. Vier Menschen auf dem Drahtesel werden hart von den Bäumen getroffen. Die 75-Jährige so schwer, dass sie ihren Verletzungen am Unfallort erliegt. Drei weitere Mitfahrer, eine Frau (84) und zwei Männer (68 und 78 Jahre), werden verletzt von Rettungskräften in umliegende Krankenhäuser gebracht. Die freiwilligen Einsatzkräfte des Löschzuges Lauchhammer-West der Feuerwehr sind am schnellsten vor Ort. Die Leitstelle Lausitz fordert den Rettungshubschrauber und drei  Rettungswagen-Besatzungen mit Notarzt an. Später muss der Bestatter gerufen werden, um den Leichnam der jäh aus dem Leben gerissenen alten Dame zu bergen. Die geschockten Senioren, deren geplante Fahrt zum Kaffee in ein Tettauer Gasthaus einen so tragischen Verlauf genommen hat, werden von einer Notfallseelsorgerin betreut.  

Wildfried Brödno (CDU), Dezernent im Kreishaus Oberspreewald-Lausitz, ist zutiefst betroffen. Nach dem stürmischen Xavier, der vor einigen Tagen auch heftig über die Lausitz gefegt war, sind die Kreisstraßen mehrfach kontrolliert worden. Die Verkehrsader zwischen Lauchhammer und Tettau zuletzt am Donnerstagmorgen. Das versichert Brödno wenige Stunden nach dem tragischen Unglück am Rande des Kreistages in Schwarzheide  sichtlich geschockt. „Es ist nicht erkennbar gewesen, dass Bäume nicht standsicher sein könnten“, erklärt er. Die Kontrollen der erfahrenen Mitarbeiter der Kreisstraßenmeisterei seien umfassend und gründlich erfolgt. Das sei in den akribisch geführten Tätigkeitsberichten auch ersichtlich. Gegen die Macht der plötzlichen Naturgewalt ist vorsorglich nichts auszurichten gewesen, sagt Wilfried Brödno. Den Angehörigen der getöteten Frau und den Freunden, die das Unglück mit erlebt haben, gelte das  Mitgefühl.

Die Ortsverbindungsstraße ist nach dem Unglück sofort voll gesperrt worden. Am Freitagmorgen werden die Verwaltungsexperten der Straßenbehörde des Landkreises Oberspreewald-Lausitz und des Ortrander Ordnungsamtes den Unglücksort untersuchen und verantwortlich weitere Entscheidungen treffen, sagt Wilfried Brödno.

Das Sichern von Spuren des Unglücks am Unfallort und das Beräumen der Verkehrsader hat bis in die Abendstunden angedauert.