Ob Freiheitskämpfer-Statue in Buenos Aires oder Reiterdenkmal in Krakau, Goethe und Schiller in San Francisco oder Mozart in Prag: In den fast 300 Jahren, die das Eisenwerk Lauchhammer – die heutige Kunstgießerei – schon besteht, sind zahllose Großplastiken, Denkmale, Büsten, Brunnenfiguren und Reliefplatten in die ganze Welt geliefert worden. „Wo sie heute auch oft noch zu finden sind. Und mancher Lausitzer stand vielleicht sogar am anderen Ende der Welt mal vor so einem Denkmal aus Lauchhammer“, sagt Antje Bräuer, Kustodin des Kunstgussmuseums Lauchhammer.

Das Kunstgussmuseum Lauchhammer sucht Fotos

Daraus entstand nun eine besondere Idee: Für eine Sonderschau ab Herbst lobt das Museum einen Fotowettbewerb aus. „Gesucht werden Urlaubsfotos oder Selfies, die vor so einem Kunstwerk aus Lauchhammer entstanden sind“, so Antje Bräuer. Prämiert werden das schönste Foto und das am weitesten entfernt gemachte Foto. Das könnte immerhin vor der Statue des Generalgouverneurs Li Hung Chang in Schanghai oder am Martin-Luther-Denkmal in Washington (USA) entstanden sein. Auch der Preußische Pavillon im Palast des Vizekönigs von Ägypten auf der Nilinsel Gezireh (Teile davon im Marriott-Hotel) wurden einst im Jahr 1867 in Lauchhammer gefertigt.

Von Lauchhammer nach Schanghai und San Francisco

Mehr als 50 große Kunstguss-Arbeiten, die in bekannten Städten in Amerika, Asien, Afrika und Europa zu finden sind, hat das Lauchhammeraner Museum als Wegweiser in einer Liste auf seiner Internetseite aufgeführt. Sehr viel Lauchhammer-Kunst ist im Laufe der vergangenen 150 Jahre beispielsweise auch nach Polen, Tschechien, Ungarn, nach Frankreich und in die Schweiz geliefert worden.

Vielleicht hätte so mancher im Urlaub einen Abstecher zu einem der Denkmale gemacht, um am Fotowettbewerb in Lauchhammer teilzunehmen. So glaubte das Museumsteam – zumindest vor Corona.

Erste Fotos wurden im Kunstgussmuseum Lauchhammer schon abgegeben

Jetzt macht das Virus durch diese Pläne einen Strich. Standorte der Kunstgussarbeiten im Ausland wird wohl in diesem Sommer niemand besuchen können. Abgesagt wird der Wettbewerb dennoch nicht. „Erste Fotos sind schon bei uns eingegangen“, bestätigt Antje Schneider, pädagogische Mitarbeiterin im Museum.

Dafür wurde auch schon sehr viel Kreativität an den Tag gelegt: Einige Museumsfreunde haben Bekannte, die zum Beispiel in den USA leben, gebeten, die Fotos zu machen. Möglicherweise gibt es solche Urlaubsfotos aus vergangenen Jahren. „Wir sind jedenfalls gespannt, welche Wettbewerbsbeiträge bei uns eingehen“, sagt Antje Schneider.

Mit den Fotos soll eine Sonderausstellung gestaltet werden, die ab Herbst im Kunstgussmuseum Lauchhammer zu sehen sein wird.

Kunstgussmuseum wieder geöffnet


Nach der Schließzeit wegen der Corona-Krise öffnet das Kunstgussmuseum Lauchhammer am Sonntag, 3. Mai, wieder seine Türen für Besucher. Unter Wahrung aller hygienischen Bestimmungen ist das Museum dann wieder dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr und samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

Neu im Museum ist die Sonderausstellung „Handwerk und Schöpfung“ zu sehen. Sie thematisiert das enge Zusammenwirken der schöpferischen Arbeit des Künstlers und des Modelleurs mit den uralten Handwerkskünsten des Formens, Gießens und Ziselierens. Alte und neue Techniken stehen sich gegenüber. Eine offizielle Eröffnung der Ausstellung wird es nicht geben.

Mehr Informationen zum Fotowettbewerb „Lauchhammer in aller Welt“ gibt es unter www.kunstgussmuseum-lauchhammer.de