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Fortunaglocke bringt Senftenberg Glück

Potsdam wollte diese Glocke nicht. Also übergibt sie Erik von Grawert-May (r.) als Leihgabe an das Theater.
Potsdam wollte diese Glocke nicht. Also übergibt sie Erik von Grawert-May (r.) als Leihgabe an das Theater. FOTO: Steffen Rasche/str1
Senftenberg. Die neue Bühne Senftenberg hat seit ihrer Geburtstagsfeier am Freitgabend eine weitere Glocke. Erik von Grawert-May, von 1994 bis 2009 Professor für Unternehmensethik und -kultur an der damaligen Hochschule Lausitz, hat sie als Leihgabe zum Abschluss des Festaktes an den Intendanten Manuel Soubeyrand übergeben. Heidrun Seidel/hsd1

Dazu hat der Professor, der sich auch als "Erik von Senftenberg" in Berlin und Potsdam für seine zeitweise Heimat als Werbeträger empfindet, die Geschichte erklärt. Weil er aber sehr wenig Zeit für sein langes Manuskript hatte, übernahm er als Schnellsprecher die Bühne, und bot damit zum Vergnügen der Zuschauer herzerfrischenden Slapstick.

Doch es ist ihm ernst: Grawert-May hatte in Lauchhammer zwei Glocken auf eigene Kosten gießen lassen, angeregt von der Millionen-Spende des Fernsehmoderators Günther Jauch für den Wiederaufbau des Fortunaportals vom Stadtschloss. Doch die Glocken wollte man in Potsdam nicht. Jetzt sind sie in Senftenberg. Zumindest vorübergehend. Denn ganz hat Grawert-May die Hoffnung nicht aufgegeben und sie im Falle seines Todes an Günther Jauch vererbt.

Zunächst aber soll eine der Fortuna-Glocken mit der Aufschrift "Toleranzglocke von Senftenberg" der neuen Bühne Glück bringen. Schon einmal hatte das Theater Glocken übernommen. 2004 hatte Axel Tonn, der technische Direktor, mit der Wende verstummte Glocken aus der Briesker Waschkaue ins Theater geholt, um an die Bergbautradition zu erinnern. Mit diesen läutete der damalige Intendant Sewan Latchinian dann die GlückAufFeste ein. Inzwischen stehen Kopien auf dem Theaterdach, denn die echten Waschkaue-Glocken hängen auf Initiative von Grawert-May wieder in der Waschkaue. Diese ist für ihn und auch für die Landesdenkmalpflege ebenso wie die Kraftzentrale eine erhaltenswerte Industriekathedrale. Am liebsten wäre ihm, dass daraus eine Theaterspielstätte würde.