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| 18:20 Uhr

EU-Förderprogramm
Fördertaler von der EU sind heiß begehrt

Europäisches Fördergeld ist für mehrere kleine Projekte im ländlichen Raum in Aussicht.
Europäisches Fördergeld ist für mehrere kleine Projekte im ländlichen Raum in Aussicht. FOTO: Jens Wolf / dpa
Senftenberg. 35 lokale Akteure hoffen auf Unterstützung für ihre geplanten 2018er-Vorhaben. Der Bedarf ist allerdings größer als der Etat. Von Catrin Würz

Ein Weltkriegs-Mahnmal in Ruhland, ein Dorferlebnispfand für Grünewalde oder eine neue Sitzgruppe am Annahütter See dank EU-Geld? Zum ersten Mal soll in diesem Jahr eine Reihe kleiner lokaler Initiativen und Projekte über eine ganz unkomplizierte Art und Weise in den Genuss europäischer Fördergelder aus dem LEADER-Programm kommen. Die Lokale Aktionsgruppe „Energie­region im Lausitzer Seenland“ (LAG) mit Sitz in Lauchhammer hat jetzt erstmals die Koordinierung und Vergabe von insgesamt 50 000 Euro aus dem europäischen Fonds übernommen. „Wir sind eine offiziell anerkannte Förderregion und können einmal pro Jahr 50 000 Euro aus dem EU-Programm abrufen“, erläutert Michael Franke vom Regionalmanagement. Die LAG hat dies getan und reicht das Geld nun in kleinen Scheiben von maximal 5000 Euro Förderung pro Vorhaben an Vereine, Verbände, Kirchgemeinden, Stiftungen und Kommunen weiter. Damit werden kleine investive Projekte unterstützt, die zur sozialen Entwicklung auf dem Land beitragen sollen.

Bereits im Herbst wurden die lokalen Akteure aufgefordert, sich zu bewerben. „Die Resonanz war enorm“, sagt Regionalmanager Michael Franke. Bis zum Ende der Abgabefrist im Dezember 2017 haben 35 Vereine, Verbände. Kirchgemeinden, Kommunen und Ortsteile ihre für 2018 geplanten Projekte mit einem Gesamtwertumfang von fast 225 000 Euro eingereicht. Sie erhoffen sich dafür eine Förderung mit EU-Geldern in Höhe von knapp 138 000 Euro - das ist freilich eine fast dreimal so hohe Summe wie mit den 50 000 LEADER-Euros tatsächlich zur Verfügung stehen.

Nun muss das zwölfköpfige Auswahlgremium die Einzelprojekte wichten und bewerten. Das wird bis Ende Januar passieren, kündigt Franke an. „Unser Augenmerk liegt natürlich darauf, die Vorhaben mit dem größten nachhaltigen Effekt und der größten Ausstrahlung zu unterstützen“, erklärt der Regionalmanager.

Zu den Bewerbern um eine solche EU-Finanzspritze gehört zum Beispiel der Heimatverein Dörrwalde, der 2018 die Innensanierung des Dorfgemeinschaftshauses plant. Der Verein bewirbt sich dabei ebenso um die Höchstförderung von 5000 Euro wie der Verein „Neue Wege“/Beratungsstelle für Demenzkranke, der ein Rikscha-Taxi anschaffen und in Guteborn stationieren möchte.

Eines der größeren Vorhaben in der Bewerberliste ist auch das „Tor zum Weinberg Großräschen“. Dort möchte der Förderverein Haus der Landwirtschaft und Großräschener Weinbau für insgesamt 17 500 Euro eine Landmarke mit Rastplatz und Schaukasten am Weinbaugebietes errichten lassen.

Der Tourismusförderung widmen sich zwei Projekte: Der Ort Annahütte möchte zu seinem 600-Jahre-Jubiläum eine neue Sitzgruppe am Ufer des Annahütter Sees aufstellen. Ähnliches plant der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg, der am Senftenberger See zwei neue Rastplatzsitzgruppen und bei Lieske eine Radfahrerzählstation bauen möchte. Zu den „kleineren“ Projekten gehören dagegen die Jugendfeuerwehr Schipkau, die eine Wettkampfausrüstung benötigt, und der SV Germania Peickwitz, der seine Sportplatzbeleuchtung auf energiesparende LED-Strahler umrüsten möchte.