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| 20:03 Uhr

Vor dem großen Theater-Spektakel
Stürmische Flaggenkunde am Senftenberger Stadthafen

Laura Ellerfeld, Josina-Marie Müller, Charlott Riedel, Hermine Warnatz und Freyja Kurzweg (v.v.n.h.) zeigten die Flaggenzeichen in einem Flashmob am Samstag am Senftenberger Stadthafen. Die fünf jungen Damen werden auch als Signalgasten beim diesjährigen Spektakel der Neuen Bühne „Stürme!“ die Besucher seetauglich machen.
Laura Ellerfeld, Josina-Marie Müller, Charlott Riedel, Hermine Warnatz und Freyja Kurzweg (v.v.n.h.) zeigten die Flaggenzeichen in einem Flashmob am Samstag am Senftenberger Stadthafen. Die fünf jungen Damen werden auch als Signalgasten beim diesjährigen Spektakel der Neuen Bühne „Stürme!“ die Besucher seetauglich machen. FOTO: Peter Aswendt
Senftenberg. Der Theaterjugendclub der Neue Bühne sorgt mit einem Flashmob für Aufsehen. Damit sollen auch junge Besucher für das Spektakel begeistert werden. Von Peter Aswendt

Es soll Shakespeares letztes Werk gewesen sein: „Der Sturm“, eine Geschichte um den Zauberer Prospero mit Intrigen, Unterdrückung, Rache und zwischenmenschlichen Beziehungen. Ein Sturm, der Seefahrer in Not bringt, sie auf einer Insel stranden lässt, um mit neuer Kraft gegen alte Feinde anzugehen, dann aber trotzdem alles in Frieden enden lässt. Eines der ersten Dinge, die ein Seemann lernen muss, ist die Flaggenkunde. Eine kleine Einführung in dieses Wissen gab es am vergangenen Sonnabend in Form eines Flashmobs am Senftenberger Stadthafen.

Die Inszenierung des Intendanten der Neuen Bühne Senftenberg, Manuel Soubeyrand, entführt die Zuschauer in eine magisch-maritime Welt. Seeleute, Zauberer, Schiffe, eine magische Insel, ein Hafen, alles Dinge, die man als sogenannte Landratte erst mal kennenlernen muss. Deshalb müssen die Besucher des Spektakels, das am 29. September Premiere am Theater in Senftenberg feiert, erstmal seetüchtig gemacht werden, um mit auf große Fahrt gehen zu können. Eigens dazu gibt es den Prolog mit dem Sturm vor dem Sturm (Regie Frank Düwel). Dazu verwandelt sich der Innenhof des Senftenberger Theaters in einen archetypischen Hafen, in dem man auch das Seemannshandwerk erlernen kann. Mit einem Flashmob, also einer kurzen spontanen Aktion, haben fünf jungen Damen aus den Jugendtheaterklubs der Neuen Bühne auf die nötige Seetauglichkeit für das Spektakel 2018 „Stürme!“ aufmerksam gemacht.

So ganz spontan und zufällig waren die jungen Darstellerinnen aber dann doch nicht am Senftenberger Stadthafen an Land gegangen. „Wir sind im Prolog die Signalgasten“, gibt Josina-Marie Müller kurzerhand Auskunft. Wenn Signalgasten mit ihren Flaggen winken, werden wichtige Nachrichten übermittelt. Dass diese Nachricht auch für den Theatergast wichtig sein wird, erfährt der Besucher bei den Vorstellungen. Welche Botschaft mit den Winkerflaggen übermittelt wird, wird jedoch noch nicht verraten. „Wer im Theaterhafen an Land geht, wird unsere Flaggenzeichen schon verstehen“, versichern die fünf Darstellerinnen.

Damit die ausgesendeten Signale nicht missverstanden werden, mussten die Schülerinnen praktisch parallel die Schulbank drücken: „Wir haben in zwei Tagen in einem Crashkurs das internationale Winkeralphabet gelernt“, erzählt Laura Ellerfeld. „Es war schon anstrengend“, pflichten ihr die anderen bei. Lehrer des geordneten Winkens war Regisseur Frank Düwel persönlich, der als sogenanntes Nordlicht aus Hamburg das Winken in die Wiege gelegt bekommen hat.

Die Mitglieder des Theaterklubs haben nun schon eine intensive Probenzeit hinter sich. „Anfang September ging es für uns alle mit den Proben los“, erzählt Freyja Kurzweg. Für Josina-Marie Müller ist der Tag dann auch mal etwas länger als gewohnt: „Lernen bis Mitternacht kommt dann schon mal vor“, sagt sie lächelnd. In der nächsten Woche ist am Gymnasium jeden Tag eine Klausur angesagt, das wird schon heftig“, stöhnt sie. Aber trotzdem sind sich alle einig, dass das Theaterspielen nicht aus ihrem derzeitigen Leben wegzudenken ist.

Diese Freude am Theater wollen sie natürlich auch zu ihren Altersgenossen transportieren: „Vielleicht sorgt unser Flashmob auch dafür, dass  junge Leute zum Spektakel nach Senftenberg kommen“, so der Wunsch der Winkergruppe.

Die Besucher des Stadthafens haben am Sonnabend die Aktion mit einem Schmunzeln betrachtet. Für das Ehepaar Bergwald aus Dresden ist die Neue Bühne keine Unbekannte: „Wir gehen ins Amphitheater, wenn wir in Senftenberg sind“, erzählen beide. Nach kurzem Einlesen in den Theaterflyer war auch das Interesse für einen Besuch des Spektakels geweckt.

Wer also von den Signalgasten seetauglich gemacht werden möchte, der sollte unbedingt eine Stunde vor Beginn der Vorstellung im Hafen der Neuen Bühne, im Innenhof des Theaters, vor Anker gehen. Dort wird man auf die Stürme vorbereitet, die auf die Besucher zukommen. Je nachdem welcher Schiffscrew man zugeteilt wird, kann man Teil von Prosperos Zauberei werden oder den Intriganten zuschauen.

Spektakel 2018 „Stürme!“ an der Neuen Bühne Senftenberg:
Premiere am 29. September, weitere Vorstellungen am 6./12./13./20./26. und 27. Oktober sowie am 2./3. und 10. November Die Freitagsvorstellungen beginnen jeweils um 19 Uhr, die Samstagsaufführungen um 18 Uhr.