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| 02:45 Uhr

Finanzspritze für Kampf gegen allergene Ambrosia

Ambrosia in voller Pracht.
Ambrosia in voller Pracht. FOTO: Böhmer
Vetschau. Vetschau ist im Landkreis Oberspreewald-Lausitz am stärksten von der Ausbreitung der allergen wirkenden Ambrosia betroffen. Für eine mechanische Pollenfalle gibt's deshalb jetzt Lotto-Mittel. Und das ist eine neue Kampfansage gegen die Pflanze. Kathleen Weser

Das Brandenburger Agrar- und Umweltministerium unterstützt aus Lotto-Mitteln eine mechanische Pollenfalle in Vetschau. Mit 15 520 Euro aus dem Verfügungstopf des Ministeriums und weiteren 3880 Euro der Stadt wird das Projekt realisiert. Das teilt Ministeriumssprecher Dr. Jens-Uwe Schade mit.

In der Pollentrommel werden die Pollen der stark allergen wirkenden Pflanze in deren Blütezeit praktisch gefangen. Aufschlüsse über die Pollenkonzentration in der Luft erwarten die Experten. "Ziel ist, die Bekämpfungsstrategien zu verbessern", bestätigt Jens-Uwe Schade. "Vor allem aber werden die Ergebnisse im Internet zur Verfügung gestellt, so dass sich Bürger über die Belastungen von Ambrosia-Pollen besser informieren können", ergänzt er.

Die strenge Kontrolle der Pflanze ist Programm: Dass sie sich weiter verbreiten kann, soll verhindert werden. Dem weiteren Einschleppen der Ambrosia-Samen muss deshalb Einhalt geboten werden. Und das Bekämpfen existenter Pflanzen ist eine wichtige Säule.

In Vetschau werden seit dem Jahr 2010 alle entdeckten Ambrosiapflanzen registriert. Auf kommunalen Flächen werden die Pflanzen entfernt. Regelmäßiges Abmähen und auch der Einsatz chemischer Substanzen erfolgen. Dabei sind die finanziellen Spielräume der Stadt derzeit sehr eingeschränkt. Denn mit dem Verlust eines Vattenfall-Standortes gehen Vetschau Gewerbesteuern in Millionenhöhe verloren. Doch die Betroffenheit in der 8000 Einwohner zählende Kleinstadt bleibt sehr hoch. Vor allem die ländlichen Ortsteile melden verstärkt Ambrosia-Vorkommen, bestätigt das Umweltministerium. Für die Überwachung werden der Stadt über das Jobcenter Oberspreewald-Lausitz zwei "Ambrosia-Scouts" bewilligt. Das Bekämpfen an sich dürfen wegen der Gefahr für die Gesundheit nur geschulte Mitarbeiter der Stadt vornehmen.

2010 sind neun Fundorte registriert worden. 2013 waren es schon 56 - das ist eine Steigerung um das Sechsfache. Im vergangenen Jahr wurden 51 Standorte erfasst, davon 30 auf öffentlichen und 21 auf privaten Flächen. Fachleute gehen davon aus, dass Temperatur und Böden in der Lausitz der invasiven Pflanze günstige Voraussetzungen bieten. So ist insbesondere der Norden des Landkreises Oberspreewald-Lausitz betroffen. Die Ambrosia-Vorkommen ziehen sich dort wie ein Streifen von den Städten Calau, Vetschau, Drebkau bis nach Cottbus.

Flächeneigentümer müssen die Kosten für die Bekämpfung der Pflanzen selbst tragen. Und die Entscheidung, was genau getan wird, liegt bei ihnen und kann ordnungsbehördlich nicht angeordnet werden. "Mit dem Lotto-Geld werden neben der Pollenfalle auch Schutzbekleidung und Gerätschaften zur Bekämpfung angeschafft", erklärt Jens-Uwe Schade abschließend.

Zum Thema:
Die Ambrosia artemisiifolia ist bei Allergikern gefürchtet. Denn die Pollen können schon in geringsten Mengen Allergien auslösen. Diese zeigen sich durch Symptome wie tränende Augen, Heuschnupfen, Kopfschmerzen und Husten bis hin zum Asthma. Auch das Berühren der Pflanze kann beim Menschen zu Hautausschlägen, Nesselsucht oder roten und stark juckenden Quaddeln führen. Weitere Informationen: beim Landesamt für Umwelt www.lfu.brandenburg.de/info/ambrosia www.lfu.brandenburg.de/info/ambrosia_scout

Das Entfernen der Pflanzen ist gefährliche Handarbeit.
Das Entfernen der Pflanzen ist gefährliche Handarbeit. FOTO: jag