Kämmerin Theresa Melzer hat die Folgen der Umschuldung in einem Säulen-Diagramm für den Laien anschaulich gemacht. Die Ersparnis springt einem förmlich in die Augen: Statt rund 390 000 Euro zahlt die Stadt in den nächsten fünf Jahren nur rund 260 000 Euro Zinsen. Statt nur 1,1 Millionen Euro tilgt sie im selben Zeitraum 1,7 Millionen Euro ihrer Schuldenlast. Statt 1,27 Millionen Euro beläuft sich die Restschuld nach fünf Jahren nur noch auf 700 000 Euro.
„Die Gelegenheit war eben günstig“ , sagt bescheiden Kämmerin Theresa Melzer. Mehrere Kredite waren bereits nahezu getilgt. Die Stadt zahlte einer Bank für mehrere Kredite sogenannte „Vorfälligkeitsentgelde“ , um aus der Zinsbindung vorfristig herauszukommen und so mehrere kleinere Kredite zu einem großen über zwei Millionen Euro zusammenfassen zu können. Kurz vor Weihnachten sei die Stadt mit der Bank, deren Namen die Kämmerin nicht nennt, darüber handelseinig geworden. Der verhandelte Zinssatz von drei Prozent sei „vergleichsweise günstig“ , so Theresa Melzer. Die Vollmacht für diese finanztechnische Transaktion hatte sich Bürgermeister Klaus-Jürgen Graßhoff in der letzten Stadtverordnetensitzung des alten Jahres geholt.

Erbe der Gebietsreform
Die Kämmerin freut sich auch über die neue Übersichtlichkeit: Die Vielzahl der Kredite bis ins Jahr 2004 hinein sei ein Erbe der Gemeindegebietsreform. Weil sechs Ortsteile ihre Verbindlichkeiten - freilich auch ihre Rücklagen - mit in die Gemeinde-Ehe einbrachten.

Keine Kredite im neuen Jahr
Im neuen Jahr werde die Stadt keinen weiteren Kredit aufnehmen müssen, kündigt Theresa Melzer an. Senftenberg profitiere in diesem Jahr von einem wahren Gewerbesteuer-Segen. Mit 2,7 Millionen Euro habe man gerechnet, so Theresa Melzer, 3,8 Millionen Euro habe das Finanzamt schon zum Jahresanfang angekündigt. So könne Senftenberg auch eine höhere Umlage an den OSL-Kreis stemmen, wie die Kreisverwaltung dem Kreistag jetzt vorgeschlagen hat (RUNDSCHAU berichtete). Rund 540 000 Euro müsste Senftenberg jährlich zahlen, sollte der Kreistag am 9. März dem Vorschlag grünes Licht geben.