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| 01:37 Uhr

Feuerwehreinsatz im SeeCampus

Schwarzheide. Das Schulhaus des SeeCampus Niederlausitz in Schwarzheide ist am gestrigen Donnerstagmorgen von mehr als 800 Schülern und Lehrern wegen eines Probealarms geräumt worden. Mustergültig. Die Feuerwehren der Stadt Schwarzheide, der BASF und aus Lauchhammer haben den Ernstfall nach einem Chemieunfall geübt. Von Kathleen Weser

Donnerstagmorgen 8.40 Uhr: Die Sonne spiegelt sich in den Fenstern des SeeCampus Niederlausitz. Auf dem Sportplatz drehen Schüler ihre Runden. Die anderen pauken im Haus den Unterrichtsstoff, als der durchdringende Ton der Alarmanlage die Stille unterbricht. Wegen einer Havarie im Haus werden Schüler und Lehrer aufgefordert, unverzüglich das Schulhaus über die nächstgelegenen Notwege zu verlassen.

Nur Sekunden später laufen die ersten Menschen über die Außentreppen ins Freie. Innerhalb von drei Minuten ist das Schulhaus komplett geräumt. Die Stimme aus dem Lautsprecher fordert weiter zum Verlassen des neuen Gebäudes auf - der Automatismus der modernen Brandmeldeanlagen funktioniert.

Oberbrandmeister Tino Hamann (32), stellvertretender Stadtwehrführer in Schwarzheide, greift zum Lautsprecher seines Einsatzwagens: "Dies ist ein Probealarm. Es bestehen keine Gefahren", gibt er Entwarnung.

Da ist es 8.47 Uhr: Der Alarm für die Feuerwehr wird ausgelöst. Die Kameraden aus Lauchhammer mit der Drehleiter sind zuerst zur Stelle. "Die Einsatzkräfte werden über die Leitstelle Lausitz für den Erstschlag am SeeCampus aus Schwarzheide und Lauchhammer angefordert", erklärt Stadtwehrführer Frank Krause (36) später. Tanklöschfahrzeuge und Rüstwagen der Werksfeuerwehr der BASF und der Stadt Schwarzheide folgen. 8.59 Uhr sind alle Kräfte vor Ort. "Das ist eine gute Zeit", schätzt Falk Richter (48), stellvertretender Leiter der Werksfeuerwehr, nach Abschluss der Übung ein.

Ein Schüler fehlt

Regine Pursian, die Schulleiterin des Emil-Fischer-Gymnasiums, passt am Eingang den ersten Feuerwehrmann ab: "Ein Schüler fehlt." Über die Feuermelde-Anzeigetafel der Brandsicherungsanlagen des Schulhauses ist der Rauchmelder, der den Alarm auslöste, sofort lokalisiert. Der schnellste Laufweg für die Kameraden zum Einsatzort ist es damit auch. Dorthin eilt der Trupp unter Atemschutz, um zuerst gefährdete Menschen zu retten.

Der Schüler, der sich im Chemielabor Brandverletzungen zugezogen hat, ist schnell gefunden. Er wird in einen sicheren Bereich im Schulhaus gebracht. Die Rauchschiebetüren zum Brandort werden verschlossen.

Sabine Schröter (24), Feuerwehrfrau und Physiotherapeutin aus Schwarzheide, versorgt die Wunden des jungen Mannes draußen routiniert. Auch ein sehr mitgenommen ausschauender Gastlehrer, eine mit der Wärmebildkamera geortete Übungspuppe, ist bei ihr in guten Händen.

Kameraden bringen indes die Drehleiter vor der Giebelwand des Schulhauses in Position. Übungsleiter Tino Hamann hat sich einige Gemeinheiten für diesen Einsatz ausgedacht: Mit Wasser ist hier nichts zu löschen. Wasserstoffperoxid und Aluminiumkarbonat sind im Chemielabor ausgetreten. Die Fachlehrerin hat den "Waschzettel" mit den Anforderungen an die Brandbekämpfung für diese gefährlichen Stoffe an die Feuerwehr übergeben. "Diese Datenblätter haben alle Schulen für die Chemikalien, die sie verwenden, vorzuhalten", erklärt Falk Richter, dessen Leute jetzt die Kohlendioxidlöschanlage zum Einsatz bringen.

Hinweis an den Kreis

Knapp eine Stunde nach dem Erstalarm ist das Schulhaus wieder verfügbar. Ein Schwaden künstlichen Rauchs dampft noch aus der zweiten Etage. "Den Raum noch einmal gut lüften", sagt der Stadtwehrführer zur Chemielehrerin. Und einen Hinweis bekommt der Beobachter des Ordnungsamtes des Landkreises Oberspreewald-Lausitz mit auf den Weg: Der Chemie-Vorbereitungsraum braucht dringend ein Fenster, das geöffnet werden kann.
Zum Thema:

Schulen sind dazu verpflichtet, zweimal im Jahr einen Räumalarm auszulösen. Damit sollen Lehrer und Schüler für den Ernstfall darauf vorbereitet werden, das Gebäude schnell und sicher zu verlassen.Die Feuerwehr hat die Gelegenheit genutzt, sich mit dem neuen Schulhaus vertraut zu machen.