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| 02:42 Uhr

Feuerwehr Meuro schlägt Alarm

Meuros Gerätehaus ist so eng, dass am Tragkraftspritzenfahrzeug erst die Spiegel angeklappt werden müssen, bevor es mit Blaulicht zum Einsatz gehen kann. Maik Priemer, Sven Drasdo, Heiner Märker, Christopher Märker, Eckehard Märker und Ortswehrführer Daniel Noatnick (v. l.) erwarten, dass die Gemeinde möglichst bald eine Investitions-Entscheidung trifft.
Meuros Gerätehaus ist so eng, dass am Tragkraftspritzenfahrzeug erst die Spiegel angeklappt werden müssen, bevor es mit Blaulicht zum Einsatz gehen kann. Maik Priemer, Sven Drasdo, Heiner Märker, Christopher Märker, Eckehard Märker und Ortswehrführer Daniel Noatnick (v. l.) erwarten, dass die Gemeinde möglichst bald eine Investitions-Entscheidung trifft. FOTO: Steffen Rasche/str1
Meuro. Passt, wackelt und hat Luft. So, aber kein Stück besser, ist die Situation der Meuroer Ortswehr. Das 1934 erbaute Gerätehaus ist zu klein, zu eng und marode. Die Diskussion um einen Neu- oder Umbau schlägt Funken zwischen Kameraden und Gemeinderat. Solange keine Lösung gefunden ist, bleibt es dabei: Erst Spiegel anklappen, dann hinausfahren. Andrea Budich

Sie sind geduldig, anspruchslos und brennen leidenschaftlich für ihr Ehrenamt. Nach vielen Jahren des Wartens und immer wieder Vertröstetwerdens haben die zehn Aktiven der Meuroer Ortswehr die Faxen dicke und drängen auf eine Entscheidung.

Ihr Gerätehaus stammt aus dem Jahr 1934. Wände und Dach sind ungedämmt, der Estrich bewegt sich, es zieht durch die Tore wie Hechtsuppe. "Da macht ein Aufheizen gar keinen Sinn", erklärt Ortswehrführer Daniel Noatnick. Fünf, sechs Grad müssen reichen. Hauptsache, dass Fahrzeug friert nicht ein. Alles andere ist Luxus. Die Toilette ist Marke Eigenbau, eine extra Umkleide gibt es nicht. Wenn die Tore aufgehen, stehen die Kameraden oft noch in Unterhose da. Geduscht wird nach dem Einsatz daheim. Eine Abgas-Absauganlage gibt es nicht. Das Gerätehaus ist zudem so eng, dass das Feuerwehrauto nur mit angeklappten Spiegeln ein- und rausgefahren werden kann.

"Kein Wunder, dass unter diesen Bedingungen die Jugend lieber zur Wehr nach Annahütte geht", muss der Ortswehrführer traurig bestätigen. Dort gibt es die bessere Technik, aber auch das bessere Rund-um-Paket.

Die brenzlige Meuroer Situation ist im Schipkauer Rathaus bekannt. "Wir loten gemeinsam mit den Kameraden aus, welche Lösung die passendste Variante für Meuro ist", sagt Bürgermeister Klaus Prietzel (CDU).

Fakt ist, dass laut örtlicher Gefahren- und Risikoanalyse für Meuro eine eigene Ortswehr mit entsprechenden Räumen vorgesehen ist. Theoretisch sind diese auch vorhanden. Neben dem Gerätehaus nutzt die Feuerwehr als Beratungs- und Schulungsort auch das Haus der Vereine. Die Analyse wird derzeit aktualisiert. Und Meuro spielt darin auch in der Zukunft eine wichtige Rolle.

Derzeit werden in der Gemeindeverwaltung sämtliche Daten und Fakten für eine Entscheidung zusammengetragen. "Die Abgeordneten sind dabei, sorgfältig abzuwägen, in welcher Form investiert werden soll", informiert der Bürgermeister.

Eine erste Variantenuntersuchung hat ergeben, dass ein kompletter Neubau die teuerste Variante darstellt, die technisch jedoch nicht zwingend notwendig ist. Kameraden und Bauausschuss-Mitglieder haben sich bereits in der Dezember-Sitzung für den Erhalt des ortsbildprägenden Altbaus ausgesprochen. In die engere Wahl gekommen ist dabei ein zweckmäßiger Garagen-Anbau. 300 000 Euro müsste die Gemeinde dafür in die Hand nehmen.

Für eine sinnvolle Investition spricht sich auch Schipkaus Gemeindeoberhaupt aus. "Die Frage ist doch nicht, wie wir die Ortswehren abwickeln, sondern wie wir sie so attraktiv gestalten, dass sich die Kameraden wohlfühlen", unterstreicht Klaus Prietzel. Meuros Kameraden sind daher als erste in der Schipkauer Großgemeinde mit neuer goldfarbener Einsatzkleidung ausgestattet worden.

Schwerwiegende Argumente für eine baldige Investitions-Entscheidung führen auch die Kameraden Christopher Märker, Sven Drasdo und Heiner Märker ins Feld. Neben der deutlich gewachsenen Zahl der Aktiven, verweisen sie auf zuletzt 28 Einsätze im Jahr 2016. Meuros Gerätehaus liegt zudem am zentralsten im Großgemeindegebiet. "Bei Unfällen und Bränden sind wir meist zuerst vor Ort", wirft Ortswehrführer Daniel Noatnick zusätzlich in die Waagschale.