ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:32 Uhr

Glückstag für Kroppens Feuerwehr
Feuerwehr-Glück: Dachschaden behoben

Das Spitzdach kommt an seinen angestammten Platz - eine Millimeterarbeit für die Männer um den Kroppener Firmenchef Maik Bredack. Die Bekrönung ist von einem Klempnermeister in Radebeul restauriert worden.
Das Spitzdach kommt an seinen angestammten Platz - eine Millimeterarbeit für die Männer um den Kroppener Firmenchef Maik Bredack. Die Bekrönung ist von einem Klempnermeister in Radebeul restauriert worden. FOTO: Rasche FOTOGRAFIE / Steffen Rasche
Kroppen. 33 Grad Mittagshitze, die Sonne sengt, kein Lüftchen weht - und trotzdem ist in Kroppen das halbe Dorf auf den Beinen. Mit Fotoapparat, Videokamera, Handy und Drohne verfolgen die Kroppener, wie ein Stück Historie zurück ins Heimatdorf geholt wird. Das 1928 erbaute Gerätehaus mit Steigerturm bekommt nach über 40 Jahren sein Spitzdach mit der original Kupferbekrönung zurück.

Um 14.56 Uhr halten die Schaulustigen, die sich rund um die alte Feuerwehr an der Hauptstraße  versammelt haben, die Luft an. Genau in diesem Moment schaukelt das zweieinhalb Tonnen schwere Spitzdach mit der Kupferbekrönung an der Krantraverse und schwebt durch die Lüfte hinauf zum Steigerturm. Für den 90  Tonnen-Kran ein Kinderspiel. Für die Kroppener ein historischer Augenblick. Beifall brandet auf, als das Dach samt Krone um 15.03 Uhr aufsitzt.

Gar nicht satt sehen am neuen, wieder kompletten Steigerturm mit Spitzdach und Kupferbekrönung können sich Ingrid und Horst Kleinichen. Das Ehepaar wohnt nur einen Steinwurf entfernt und kann aus dem Wohnzimmerfenster das neue Prachtstück bestaunen. „Das sieht jetzt mit dem offenen Fachwerk besser aus als früher“, schätzt Horst Kleinichen ein. Das Schauspiel verfolgt der Rentner unter seinem Vordach in der Hauptstraße 17. Dort ist er geboren und aufgewachsen und kann sich noch gut daran erinnern, wie das alte Turmdach aussah, bevor es Anfang der 1970er-Jahre entfernt wurde.

Das Turmdach musste damals für eine moderne Sirenenanlage weichen. „Wir hatten keine Wahl, mussten das Dach selbst abreißen“, erinnert sich Peter Benischek, selbst langjähriger Ortswehrführer.

Die Turmhaube mit kupferner Pickelhaube, Axt und Feuerwehrbeil kam ins Gerätehaus - und geriet über die Jahre immer mehr in Vergessenheit. Bis Bürgermeister Reiner Krämer die Haube neu entdeckte und aus dem Dornröschenschlaf weckte.

Genau genommen sollte das alte Gerätehaus lediglich mit einem von der envia gesponserten Graffiti-Bild verschönert werden. Reiner Krämer klemmte sich dahinter und stieß dabei auf das kupferne Prachtstück, das neben dem Amtsfeuerwehrboot ein Schattendasein fristete.

Seine Reaktion: „Jetzt machen wir es richtig!“ Einmal die Sache in die Hand genommen, blieb es am Ende nicht bei dem neuen Turmdach samt Bekrönung. Weil Sparren verfault waren, wurde das Dach des gesamten Gebäudes neu gedeckt. Kroppen hat dafür mehr als 30 000 Euro im Gemeindehaushalt locker gemacht. Das macht nicht nur die Feuerwehr glücklich, sondern ganz Kroppen.

Das Spitzdach mit Kupferbekrönung rollt ein. Da klicken rechts und links am Straßenrand Fotoapparate und Handys.
Das Spitzdach mit Kupferbekrönung rollt ein. Da klicken rechts und links am Straßenrand Fotoapparate und Handys. FOTO: Rasche FOTOGRAFIE / Steffen Rasche