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| 18:55 Uhr

Jubiläen
Festumzug, Wäscherolle und Wasserfontänen

Grünewalde/Annahütte. Ein Wochenende, zwei Dörfer, zwei 600-Jahr-Feiern: Vom 11. bis 13. Mai begehen Grünewalde und Annahütte ihre Ortsjubiläen. Von Torsten Richter-Zippack

Zwei Kaufhäuser, drei Friseure, eine Post und mehrere Gaststätten: Das alles hat es in vergangener Zeit in Grünewalde gegeben. Immerhin laden die drei Gasthäuser noch heute ein. Was das alte Grünewalde sonst noch so zu bieten hatte, erfahren die Besucher während eines Ortsrundgangs. Denn anlässlich der bevorstehenden 600-Jahr-Feier, die am zweiten Maiwochenende begangen wird, haben die Protagonisten vom Festkomitee eine Tour mit 50 Punkten vorbereitet. „Dort gibt es auf Schautafeln Informationen zu den jeweiligen Gebäuden und Höfen“, erklärt Ortsvorsteher Reinhard Lanzke. In manche Höfe dürfen Neugierige sogar einen Blick ins Innere werfen. Ebenso auf die uralte Wäscherolle in der Lindenstraße. Zum Jubiläum, so kündigt Lanzke an, werde es Schauvorführungen geben. Ächzen und quietschen dürfte das Exemplar aus Omas Jugendtagen indes nicht. Schließlich werde es bis heute rund 30 Mal pro Monat von den Grünewaldern genutzt.

Den absoluten Höhepunkt der 600-Jahr-Feier bildet der Festumzug am Sonnabend, 12. Mai. „Selbst Ministerpräsident Woidke hat sich angekündigt“, sagt Reinhard Lanzke. Gezeigt werden 55 Bilder, die von 170 Mitwirkenden gestaltet werden. Zum Vergleich: Grünewalde zählt rund 1300 Einwohner. Der bunte Tross setzt sich in der Lindenallee in Bewegung, um quer durch den Ort zum Festplatz in der Dorfmitte zu marschieren. Dort können die historischen Gefährte, unter anderem ein altes Sägewerk, bewundert werden.

Weitere Höhepunkte des Ortsjubiläums bilden der Auftritt des Landespolizeiorchesters am 13. Mai sowie der Ausschank des Festbieres. Das wurde im Finsterwalder Brauhaus hergestellt. Die ersten 100 Flaschen seien weggegangen wie warme Semmeln, erinnert sich Lanzke. Daher habe er auch keinerlei Sorge, dass von den nach georderten 400 Flaschen auch nur eine übrig bleibt.

„Drei Jahre Vorbereitung zahlen sich jetzt aus“, resümiert der Ortsvorsteher. Die Bürger wurden in drei Veranstaltungen auf das Jubiläum eingestimmt. Letztendlich habe ein zwölfköpfiges Festkomitee das Heft des Handels in die Hände genommen.

Die 600. Wiederkehr der urkundlichen Ersterwähnung wird auch in Annahütte groß gefeiert. „Wir sind bereit, das Fest kann starten“, gibt Ortsvorsteher Horst Pawlik den aktuellen Vorbereitungsstand wieder. Besonders stolz sei der Kommunalpolitiker auf seine sechs Vereine im Ort, ebenso auf die Feuerwehr, die Schule, die Kindereinrichtung und weitere Gremien, die maßgeblich zum Gelingen der 600-Jahr-Feier beitragen. Stichwort Feuerwehr: Die Kameraden organisieren die Wasserspiele auf dem Annahütter See (Silbersee) am Abend des 12. Mai. Mittels der Pumpen sollen riesige Wasserfontänen, noch dazu in verschiedenen Farben, gezaubert werden. Einen weiteren Höhepunkt bildet die Einweihung des Aussichtspunktes Roter Strumpf über dem See. Diese exponierte Stelle diente laut Zeitzeugen bereits während des Zweiten Weltkrieges zur Feindbeobachtung. Heute gewährt der Rote Strumpf eine umfassende Sicht bis zum rund 45 Kilometer entfernten Kamenzer Hutberg. Darüber hinaus ist ein Wanderweg zum Oberlausitzblick entstanden.

Dass gleich zwei Ortsjubiläen an einem Wochenende begangen werden, hat einen einfachen Grund. Denn sowohl Annahütte als auch Grünewalde berufen sich auf die gleiche Urkunde. Im Frühjahr 1418 sind beide Dörfer, Annahütte damals als Serchin und Grünewalde als Grunenwald, erstmals in einem Dokument des Landgrafs Friedrich des Jüngeren erwähnt worden. Die Lehnsurkunde ist auf den 11. Mai datiert. „Und wir wollen doch auf den Tag genau feiern“, erklärt Reinhard Lanzke.