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| 02:47 Uhr

Feste Wurzeln sind auch unsere Abwehrkräfte

Je tiefer die Wurzel, desto standfester ist unser Leben. Wir sollen wie eine Eiche verwurzelt sein. Ihre gewaltigen Wurzeln sind hineingebohrt in die Erde, hineinverwoben in Boden und Gestein. So widersteht sie Wind und Wetter. Je tiefer wir verwurzelt sind, desto geringer ist auch die Gefahr, umgestürzt zu werden.

Wer keine festen Wurzeln der Liebe, Hoffnung und des Verstauens hat, dem fehlen die Abwehrkräfte gegen die Viren der Zeit. Wer keinen festen Halt hat, ist wie ein Blatt im Wind. Zu viele lassen sich heute von jedem Modestrom mitreißen, sind überall dabei und gehören nirgendwo dazu. Wer so lebt, zeigt, dass er keinen Standpunkt, keine Wurzeln hat.

Tiefe Wurzeln verhindern von jedem Sturm des Alltags. Sie geben Kraft aus der Tiefe, wenn es an der Oberfläche längst wüst und trocken ist.

Wir brauchen Werte und Standhaftigkeit, die in der Dürre unserer Zeit an das Grundwasser des Glaubens angeschlossen sind. Wir erleben ein inneres Hungergefühl mitten in einer satten Informationsgesellschaft. Wir brauchen klare Standpunkte und tragende Geborgenheit, denn wer nach allen Seiten hin und her wankt, kann nicht verwurzelt leben.

Wer seine Wurzeln in der Ewigkeit hat, der kann Wagnisse in der Zeit eingehen. Je tiefer unsere Wurzeln im Glauben, desto großer ist der Halt im Leben.

Die Bibel ist das Erbe der Menschheit. Sie ist das Geschenk Gottes für die Menschen jenseits allen religiösen Denkens und aller Weltanschauungen. Kein Buch spricht so zentral zu den Grund- und den Grenzfragen des Menschen: Geburt und Tod, Freude und Trauer, Leben und Sterben. Die Bibel verleiht dem Menschen eine große Würde. Die Bibel führt zu dem, was den Tag hinaus Bestand hat.

Sie verhilft zu einem Leben in Fülle. Sie ist pures Lebensmittel, wenn sie uns zur Lebensmitte wird.

Die zentrale Person der Bibel ist eine göttliche Person - Jesus Christus. Er bietet den Menschen seine göttliche Gegenwart, eine innere Beziehung an und führt uns zur Barmherzigkeit und zum Frieden.

Im Glauben geht es um mehr als um einen bloßen Standpunkt. Glaube ist ein Weg. Darum sagt Christus: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben." Weil er der Einzige ist, der den Tod überwunden hat. Er hat die Liebe in außerordentlicher Weise hingebungsvoll für die ganze Menschheit gelebt.

Er hat den Menschen den Sinn und Zweck des Lebens gezeigt. Wer sich auf Christus einlässt, sich auf sein Wort verlässt, wird die Wiedergeburt, den Neuanfang und ein neues Leben mit sinnvollen Perspektiven erleben. Darum sagt Paulus aus seiner eigenen Erfahrung "Ist jemand in Christus, ist er eine neue Schöpfung" (2.Korinther 5, 17). Der Christenhasser Saulus wurde Paulus - ein großer Freund Christi- durch die Begegnung mit dem Auferstandenen. Dann schreibt er die ermutigenden Worte an die Kolosser-Gemeinde: "Ihr habt Christus Jesus als Herrn angenommen. Darum lebt auch in ihm. Bleibt in ihm verwurzelt und auf ihn gegründet und haltet an den Glauben fest. Hört nicht auf zu danken" (Kolosser 2, 6).

Ja, der Glaube ist ein tiefes Vertrauen und eine persönliche Beziehung zu Gott. Augustinus betet nach seiner Bekehrung zum Glauben: "Von dir, Gott, sich abwenden, heißt fallen. Zu dir sich hinwenden, heißt aufstehen. In dir bleiben, heißt sicheren Bestand haben. Gott, dich verlassen, heißt in Sinnlosigkeit sterben. Zu dir heimkehren, heißt zum Leben erwachen. In dir bleiben, heißt leben".

Ich wünsche allen Leserinnen und Leser ein verwurzeltes Leben in Christus, der unser Friede, Erleuchtung und Lebenskraft ist.

Dr. Thomas Francis Olickal ist Pfarrer in Großräschen und promovierter Theologe und Priester.