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Straßenausbau in Hosena
Fehlstart bei Straßenbau in Hosena

Der Baustart ohne Vorwarnung an der Ortsdurchfahrt macht Unternehmern in Hosena jetzt Probleme: Das Unternehmen Gastro- und Edelstahltechnik (GET) wird montags mit Material beliefert, das auf den großen Transportern unmöglich durch die engen Ausweichstraßen passt. Inhaberin Bianka Kopp und Betriebsleiter Karl-Heinz Nitz sind sauer und ratlos.
Der Baustart ohne Vorwarnung an der Ortsdurchfahrt macht Unternehmern in Hosena jetzt Probleme: Das Unternehmen Gastro- und Edelstahltechnik (GET) wird montags mit Material beliefert, das auf den großen Transportern unmöglich durch die engen Ausweichstraßen passt. Inhaberin Bianka Kopp und Betriebsleiter Karl-Heinz Nitz sind sauer und ratlos. FOTO: Steffen Rasche / Rasche Steffen
Hosena. Unternehmer beklagen mangelnde Information zum Ausbau der Landesstraße in der Ortslage. Von Kathleen Weser

Der Fehlstart beim Ausbau der Ortsdurchfahrt Hosena liegt den Unternehmern schon schwer im Magen, bevor die Bauleute am Montag nun anrücken und die Verkehrsader für den Durchgangsverkehr dicht gemacht ist. Ganze drei Werktage vor dem Baubeginn ist in Hosena über den Bauablauf und die Einschränkungen in der Erreichbarkeit von Grundstücken während der fast zwei Jahre andauernden Arbeiten informiert worden. Und der Volkszorn brodelt.

Daran hat auch die Beruhigungspille, die Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) den Hosenaern verbal gereicht hat, letztlich nichts geändert - obwohl sie durchaus wirkte. Denn zu den Kosten, die auf die gegenüber der Stadt beitragspflichtigen Grundstücksanlieger mit der neuen Ortsdurchfahrt auch zukommen, herrscht Schweigen. „Fast alle Kosten werden hier vom Land Brandenburg getragen“, sagt  Andreas Fredrich. Das betreffe die Fahrbahn, die neu zu pflanzenden Bäume, das Straßenlicht und auch das Gros der Regenentwässerung der Straße. An Letzerer werde die Stadt Senftenberg etwa zu einem Drittel der Baukosten beteiligt. Nur 35 Prozent statt der üblichen Hälfte dieser Investitionssumme würden damit auf die Grundstücksanlieger umgelegt. Die Beitragsbescheide landen frühestens im Jahr 2020 in den Briefkästen, kündigt er an. Und: „Die Kosten sind nicht annährend vergleichbar mit denen für andere grundhaft ausgebauten Straßen wie beispielsweise in Großkoschen“, versichert das  Stadtoberhaupt. Das schlucken die Leute in Hosena kommentarlos.

Den Zahlemann, weil Bauherren der Landesstraße, aber trifft der geballte Zorn der Masse mit voller Wucht. Durchaus auch zu Recht. „Acht Jahre lang ist dieser Straßenbau geplant worden. Und Sie haben es nicht geschafft, uns rechtzeitig zu informieren“, stellt Unternehmer Karl-Heinz Nitz sehr deutlich vorwurfsvoll fest. Der Mann ist sauer. Denn in den Behördenstuben sei gar nicht in Betracht gezogen worden, die Gewerbetreibenden vorzubereiten. Fakt aber ist: Das wirtschaftliche Herz der Stadt Senftenberg schlägt am stärksten im Ortsteil Hosena - auch über den großen Stahlbauer, mit dem über die anstehenden Schwertransporte separat gesprochen wurde, hinaus. Auch diesen Vorwurf kann Anke Schlosser, die Sachgebietsleiterin für die Bauvorbereitung und Bauüberwachung im Landesbetrieb Straßenwesen, hier nicht entkräften.

Bianka Kopp, die Inhaberin des Unternehmens Gastro- und Edelstahltechnik Hosena, bestätigt: Die Lieferanten jetzt noch durch das Nadelöhr zu leiten, das sich am Montag auftue, sei unmöglich. Das Bauunternehmen Matthäi hat zwar kurzfristig am Freitagmittag noch Krisengespräche mit betroffenen Handwerkern und Dienstleistern angeboten und sich auch optimistisch gezeigt, Lösungen zu finden. Allein der Glaube daran, dass so kurz vor dem Wochenende noch etwas zu richten ist, aber fehlt. Auf die Frage, wie die Schlosser, Schweißer und Konstruktionsmechaniker für die Maßanfertigungen für Großküchen, Restaurants und Imbisse ohne Material arbeiten sollten, bleibt die Antwort des Bauherren einfach aus.

Das Bauvorhaben ist anspruchsvoll. Der Durchgangsverkehr soll während der gesamten Bauphase über zwei Jahre mit einer großräumigen Umleitung von der viel befahrenen Landesstraße 58 und damit der Ortsdurchfahrt Hosena fern gehalten werden. Für die Anwohner bleiben die Grundstücke, bis auf wenige Tage beispielsweise bei laufenden Asphaltierarbeiten, grundsätzlich auch motorisiert erreichbar. Der verantwortliche Bauleiter des Straßen und Tiefbau-Unternehmens Matthäi Freienhufen, Ingmar Daßler, kommt kampferprobt frisch von der fertiggestellten Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 169 in Allmosen nach Hosena. Der junge Mann sagt zu, rechtzeitig zu informieren und pragmatische Lösungen zu finden. Und der Landesbetrieb verlässt sich vor allem darauf, dass Ortskundige die alternativen Wege über die kommunalen Ausweichstraßen finden.

Am Montag wird Punkt 8 Uhr damit begonnen, die Hauptverkehrsader in Hosena hinter dem Bahnübergang (Kirchenkreuzung) halbseitig aufzunehmen. Hier wird zuerst der neue Regenwasserkanal verlegt. In zwei Wochen wird der nächste Bau-Schauplatz aus Richtung Lauta-Dorf eröffnet. Auch hier wird die Niederschlagsentwässerung errichtet. Und eine Baustraße entsteht, auf der nach dem Jahreswechsel die Busse rollen sollen.