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| 14:35 Uhr

Rassegeflügelschau
Federvieh kann sich wieder sehen lassen

Bei der Rassegeflügel-Regionalschau Brandenburg-Süd stellte auch Sebastian Gerlach aus Lindenau aus. Mit seinen Dominikanern versucht er eine extrem gefährdete Hühnerrasse zu erhalten.
Bei der Rassegeflügel-Regionalschau Brandenburg-Süd stellte auch Sebastian Gerlach aus Lindenau aus. Mit seinen Dominikanern versucht er eine extrem gefährdete Hühnerrasse zu erhalten. FOTO: Mirko Sattler
Tettau. Fast 1000 Tiere zeigen Züchter bei der Rassegeflügel-Regionalschau Brandenburg-Süd in Tettau. Von Mirko Sattler

Konnten die Besucher im vergangenen Jahr noch den Überblick in der großen Ausstellungshalle des Kleintierzuchtvereins Tettau behalten, so war es in diesem Jahr unmöglich. Mit knapp 970 Tieren von 118 Ausstellern knüpft die Regionalschau Brandenburg-Süd wieder an Zeiten vor der Vogelgrippe mit ihrer Stallpflicht an.

„Im Jahr 2016/17 verlief bei uns ja die Vogelgrippe“, erinnert Ausstellungsleiter Veit Rentsch. „Die Tiere mussten im Stall gehalten werden und Ausstellungen wurden vom Veterinäramt untersagt. Bis auf Tauben, und auch da gab es Einschränkungen, durfte kein Federvieh im vergangenen Jahr gezeigt werden.“

Aufgrund der Stallhaltung haben alle Züchter ihre Tierbestände heruntergefahren und nur noch so viel Nachwuchs produziert, wie sie für den Erhalt ihrer Zucht benötigten. „Mir ist nicht bekannt, dass ein Züchter nach der Vogelgrippe von Null anfangen musste“, erklärt veit Rentsch weiter. „Lediglich seine potenzielle Zuchtauswahl hat sich verringert. So sind nicht mehr 30 Eier und mehr ausgebrütet worden und es sind die Tiere, die für eine Zucht nicht gebraucht wurden, nicht anderen Züchtern zum Kauf angeboten worden. Dadurch hatten die Züchter weniger die Möglichkeit, neues Blut in ihre Zucht zu bekommen. Für En­tenzüchter war es am schwersten“, weiß Veit Rentsch.

Haben es Züchter von seltenen Rassen eh schon schwer, geeignetes Zuchtvieh auf Ausstellungen zu finden, so wurde die Auswahl durch die Vogelgrippe noch einen Zacken schwieriger. Der Vorsitzende des Kleintierzuchtvereines Tettau hat sich daher die Mühe gemacht, bei einer Aufstellung jene Rassen zu zeigen, die gefährdet, stark gefährdet oder extrem gefährdet sind. So gibt es nur noch sehr wenige Züchter von Tauben wie Carrier oder Montauban und von Hühnern der Rasse Brabanter, Brakel oder der Dominikaner.

Von gut 15 Züchtern deutschlandweit ist Sebastian Gerlach aus Lindenau einer, der sich dem wohl ältesten in den USA gezüchteten Haushuhn, dem Dominikaner, in unserer Gegend widmet. „Gute Tiere für meine Zucht zu bekommen ist recht schwer. Um neues Blut in meinem Zuchtstamm zu erhalten, muss ich mindestens 50 Kilometer fahren. Alle anderen Züchter dieser Rasse wohnen im Westen von Deutschland“, erzählt der 26-Jährige. In der Haltung gleicht seine Zucht jener von anderen Rassen.

Während der Vogelgrippe fand der Lindenauer mit seiner überdachten Voliere eine Lösung, mit der er leben konnte. „Durch den nun fehlenden Freilauf, den meine Hühner sonst hatten, legen sie weniger Eier und die Befruchtungsrate geht zurück. Aus 30 befruchteten Eiern schlüpften nur gut 15 Küken“, erinnert sich Sebastian Gerlach, der Opas Zucht im Jahr 2006 übernahm und sich täglich gut drei Stunden mit seinen Tieren beschäftigt.

Würde er nicht auf Kunstbrut setzen, würde Sebastian Gerlach noch schlechter Nachwuchs bei seinen Tieren erhalten. Bei seiner Rasse ist die Naturbrut herausgezüchtet worden, sodass man nur ganz selten Glucken mit Küken sieht.