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| 18:07 Uhr

Historische Technik aus Lauta
Fasziniert vom Alten und Einfachen

Jürgen Köpping (rechts im Bild) an der Ständerbohrmaschine und Werner Frieske an der Handhebel-Blechschere:  Beide historischen Geräte könnten zum Inventar in der geplanten Metallwerkstatt werden.   ..Foto: Anja Guhlan/ang..
Jürgen Köpping (rechts im Bild) an der Ständerbohrmaschine und Werner Frieske an der Handhebel-Blechschere: Beide historischen Geräte könnten zum Inventar in der geplanten Metallwerkstatt werden. ..Foto: Anja Guhlan/ang.. FOTO: Anja Guhlan
Lauta. Verein für Historische Technik in Lauta möchte Geschichte lebendig halten. Als Nächstes soll eine historische Metallwerkstatt entstehen. Benzingespräche gibt es immer montags. Von Anja Guhlan

Alt, älter, steinalt und Schrott – mögen manche beim Anblick eines verrosteten Rades am Straßenrand denken. Doch für Mitglieder des Vereins Historische Technik aus Lauta entpuppt sich manch uraltes Rad als eine Rarität. Die Faszination für das Alte, das Langsame und das Einfache ist es – was alle derzeitigen 27 Mitglieder des Vereins für Historische Technik in Lauta verbindet.  Das Alte wieder lebendig machen oder weitertragen, so könnte man die Mission des Vereins umschreiben.

In den nahezu 15 Jahren seit der Gründung des Vereins im Jahr 2004 hat der Verein eine Menge auf die Beine gestellt. So hat man eine historische Fahrradwerkstatt aus den 1920er-Jahren rekonstruiert. „Der Fahrradmechaniker scheint eben nur mal schnell zur Mittagspause gegangen zu sein“, meint Jürgen Köpping (63) eines der Vereinsmitglieder. Dann eine nahezu originalgetreue Holzwerkstatt aus den 1920er- bis 1940er-Jahren und ein Zimmer mit Rundfunk- und Telekommunikationsgeräten der verschiedensten Epochen. „Das Ideal wäre, die historischen Techniken alle verschiedenen Themenschwerpunkten zuzuordnen. Aber dafür braucht es jede Menge Zeit und Muße“, berichtet ein weiteres Mitglied Frank Helbig (47). In diesem Jahr haben sich die Mitglieder vorgenommen, eine historische Metallwerkstatt aus den 1950er- bis 1960er-Jahren aufzubauen. Eine Ständerbohrmaschine mit Flachriemenantrieb und eine Handhebel-Blechschere könnten zum Inventar gehören.

Immer montags werden im Verein sogenannte Benzingespräche geführt, dort werden unter anderem aktuelle Vorgehen wie die geplante Werkstatt mit metallverarbeitenden historischen Geräten besprochen. Zudem wird sich aber auch über private Aufbauten oder Rekonstruktionen ausgetauscht. Jedes Mitglied hat dabei sein eigenes Projekt. So werden erste Rechercheergebnisse miteinander ausgetauscht, der eine oder andere Tipp gegeben oder Materialien wechseln den Besitzer  „Schrauben und werkeln an den einzelnen Techniken oder Fahrzeugen macht meist jeder für sich in seiner Heimwerkstatt“, bemerkt Jürgen Köpping. Es sei denn, es müssen auf dem Vereinsgelände, das im Übrigen dem Verein selbst gehört, Arbeiten ausgeführt werden. So steht dieses Jahr noch das Erneuern der Dachrinnen an. „Eigentum verpflichtet halt“, meinen die Mitglieder gemeinsam.

Thema beim jüngsten Benzingespräch ist auch die  nächste Veranstaltung des Vereins gewesen. Alle Mitglieder freuen sich bereits jetzt schon auf das „Motorenanlassen“ am 1. Mai, was die offizielle Saisoneröffnung bedeutet. Frank Helbig hat zur Runde eine historische Straßenkarte aus den 1920er-Jahren mitgebracht. Erkennbar sind die Straßenzüge der Region noch vor den Tagebauen. „Manchmal kann das auch Inspiration für Strecken sein, die wir beim Motorenanlassen abfahren oder tangieren“, erklärt Helbig. Rund 40 bis 100 Kilometer können von den Gästen am 1. Mai in Touren gefahren werden. „Wir wollen mit unseren Gästen die Region um das Lausitzer Seenland auch touristisch erkunden, nicht immer nur die Fahrten mit den historischen Fahrzeugen genießen“, so Helbig. Die Auftaktveranstaltung zieht jährlich  neben der Ausfahrt im Herbst und dem Teilemarkt im Dezember  etwa 250 Besucher an.