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| 02:52 Uhr

Fast wäre Annahütte verschwunden

Touristen erkunden den Großräschener See. Dort wurde bis vor 15 Jahren noch Kohle gefördert. Der Endwasserstand ist voraussichtlich im Jahr 2017 erreicht.
Touristen erkunden den Großräschener See. Dort wurde bis vor 15 Jahren noch Kohle gefördert. Der Endwasserstand ist voraussichtlich im Jahr 2017 erreicht. FOTO: T. Richter/trt1
Senftenberg. 2014 jähren sich nicht nur der Mauerfall zum 25. sowie die Anfänge der beiden Weltkriege 75. beziehungsweise 100. Mal, sondern auch verschiedene Ereignisse zwischen Lausitzer Seenland und Kmehlener Bergen. Torsten Richter / trt1

Seit anderthalb Jahrzehnten ist das aktive Senftenberger Braunkohlenrevier bereits Geschichte. Ende 1999 verließ der letzte Kohlezug den Tagebau Meuro, die letzte Grube, in der das schwarze Gold noch abgebaut wurde. Damit gingen rund 140 Jahre Industriegeschichte zu Ende. Heute gibt es in der Lausitz noch fünf aktive Tagebaue, allerdings keinen mehr im Oberspreewald-Lausitz-Kreis.

Vergangenes Wachstum

40 Jahre sind ins Land gegangen, als Senftenberg nicht nur einwohnermäßig, sondern auch in seiner Fläche wuchs. Denn zum 1. Januar 1974 wurden Hörlitz, Rauno und Reppist eingemeindet. Die beiden letztgenannten Orte existieren heute wegen der Kohle weitestgehend nicht mehr. Hörlitz gehört zur Gemeinde Schipkau.

Vor 35 Jahren feierten die Senftenberger die 700. Wiederkehr der urkundlichen Ersterwähnung ihrer Stadt. Vom 30. Juni bis 8. Juli 1979 wurde eine ganze Festwoche auf die Beine gestellt, deren Höhepunkt der große Festumzug darstellte. Dieser startete am 7. Juli 1979 um 15 Uhr in der Großenhainer Straße. So steht es im Festprogramm.

Typhus-Epidemie vor 200 Jahren

Vor 200 Jahren brach in Senftenberg während der Freiheitskriege eine Typhus-Epidemie aus. Laut der Paulitz-Chronik starben auf diese Weise 120 Menschen.

In der Gartenstadt Marga jährt sich im Dezember 2014 die Weihung der Martin-Luther-Kirche zum 100. Mal. Sie bildet bis heute das Wahrzeichen von Brieske.

Vor 50 Jahren wurden die Allmosener an das zentrale Wasserleitungsnetz angeschlossen. Das benachbarte Dörrwalde fand vor 40 Jahren den Weg nach Großräschen. Noch heute gehört das Mühlendorf zur IBA-Stadt. Im neuen Jahr können die Saalhausener Floriansjünger ordentlich feiern. Denn vor 90 Jahren wurde die freiwillige Feuerwehr des Ortes gegründet.

Dorf musste der Kohle weichen

Für die Woschkower war 1989 ein Schicksalsjahr in doppelter Hinsicht. Denn vor einem Vierteljahrhundert musste bereits das Oberdorf wegen des herannahenden Tagebaus Greifenhain geräumt werden, heißt es in der Chronik. Doch die ein paar Monate später beginnende politische Wende in der DDR besiegelte das Schicksal der gefräßigen Grube. Der Tagebau Greifenhain ging 1993 außer Betrieb. Heute befindet sich dort der Altdöberner See in Flutung.

Wäre die Wende nicht gekommen, würde es heute auch Annahütte nicht mehr geben. Denn vor 30 Jahren wurde der Beschluss gefasst, den Ort bis zum Jahr 2000 für den Tagebau Klettwitz-Nord abzureißen.

Bedrohtes Klettwitz

Das gleiche Schicksal drohte auch dem Nachbarort Klettwitz. Bereits vor 70 Jahren ging dagegen der Tagebau ,,Waidmannsheil" bei Drochow außer Betrieb. Heute erinnert der Drochower See an die aktive Bergbauzeit.

Bomben auf Schwarzheide

Im selben Jahr, genauer gesagt im Juli 1944, ging das KZ-Außenlager Schwarzheide in Betrieb. Rund 1000 Juden, die dort inhaftiert waren, arbeiteten im nahen Brabag-Werk. Zu Pfingsten 1944 fielen Bomben auf Schwarzheide und Ruhland.

Vor 40 und vor 20 Jahren wurde die Stadt Lauchhammer vergrößert. Während anno 1974 Kleinleipisch seine Eigenständigkeit verlor, stießen Kostebrau und Grünewalde 20 Jahren später zur Stadt. Vor 225 Jahren wurde auf der Bockwitzer Flur (heute Lauchhammer-Mitte) am Butterberg die erste Braunkohle gefunden. Das schwarze Gold drückte später einer ganzen Region seinen Stempel auf.

Marktplatzübergabe

Große Freude herrschte vor 20 Jahren in Ruhland. Denn am 10. Dezember 1994 wurde der neu gestaltete Marktplatz an die Bevölkerung übergeben, heißt es in der Stadtchronik. Bereits im April des gleichen Jahres erfolgte der erste Spatenstich für das Gewerbegebiet "Große Wiesen" am Südostrand des Ortes. Vor 40 Jahren wurde Arnsdorf Stadtteil von Ruhland. Genau 100 Jahre sind es am 23. Mai 2014 her, dass die Badeanstalt am Schwarzbacher Weg eröffnet wurde.

Vor 130 Jahren hat der Landschaftsgärtner Eduard Petzold, ein Schüler Pücklers, den Kroppener Park an der Pulsnitz entworfen. Das Herzstück des rund 18Hektar großen Ensembles fehlt allerdings seit nunmehr 66 Jahren, nämlich das anno 1948 abgerissene Schloss.

Schlossbau vor 420 Jahren

Das Schloss im benachbarten Lindenau steht dagegen noch immer. Der Bau wurde vor 420 Jahren von den Herren von Minckwitz errichtet. Allerdings steht das Ensemble seit Jahren leer. Zuletzt diente es als Kinderheim.

Vor 60 Jahren erfolgte der Bau der Martin-Luther-Kapelle in Tettau. 40 Jahre ist es her, dass Frauendorf und Lindenau nach Tettau eingemeindet wurden. Heute sind beide Orte wieder selbstständige Gemeinden. Am 3. Juni 2014 jährt sich der Todestag des Großkmehlener Gutsbesitzers, Eisenbahnpioniers und Rechtshistorikers Karl Eduard Zachariae von Lingenthal zum 120. Mal. trt1

Bahntrasse eröffnet

Nicht zuletzt erfolgte vor 140 Jahren die Eröffnung der Bahntrasse von Lübbenau über Senftenberg nach Kamenz. Dort fahren noch heute die Züge, wenn auch zwischen Hosena und Kamenz nur noch für den Güterverkehr.