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Fast jeder fünfte Laden im Landkreis steht leer

22,8 Prozent der Einzelhandelsflächen im Oberspreewald-Lausitz-Kreis stehen leer. Aber werden sie überhaupt gebraucht?
22,8 Prozent der Einzelhandelsflächen im Oberspreewald-Lausitz-Kreis stehen leer. Aber werden sie überhaupt gebraucht? FOTO: fotolia
Senftenberg. Im Oberspreewald-Lausitz-Kreis gibt es reichlich Gelegenheit, seine Konsumwünsche zu erfüllen. Mit 2,02 Quadratmetern genutzter Verkaufsfläche pro Einwohner liegt er deutlich über dem Landes- und Bundesdurchschnitt. Heidrun Seidel

. Mit mehr als zwei Quadratmetern Einkaufsfläche hat jeder Einwohner im Oberspreewald-Lausitz-Kreis gut Platz, seine Konsumwünsche zu erfüllen. Der Kreis liegt damit deutlich über dem Durchschnitt des Landes Brandenburg von 1,79 und noch deutlicher über dem Bundesdurchschnitt von 1,46 Quadratmetern. Diese Zahlen, die der Landkreis jetzt in einer Faktensammlung herausgegeben hat, beziehen sich auf eine Erhebung der Industrie- und Handelskammer Cottbus aus den Jahren 2010/11. Die spricht sogar noch eine deutlichere Sprache. Demnach hat Senftenberg 2,4, Lübbenau 2,5, Lauchhammer 2,1 und Großräschen 4,1 Quadratmeter Einkaufsfläche für jeden Einwohner.

Mehr als die Hälfte der Verkaufsfläche wird von Einzelhandelsbetrieben mit einer Größe von über 799 Quadratmetern - also Großmärkten - in Anspruch genommen. Von denen sind wiederum viele an Einzelstandorten am Rande von Städten platziert. Die oft im Nachwendeboom entstandenen Handelseinrichtungen, die durchaus auch Kundenwünschen entsprechen, sind allerdings nicht immer förderlich für belebte und florierende Innenstädte. Dort gibt es oft beachtlichen Leerstand. Durchschnittlich beträgt der im Oberspreewald-Lausitz-Kreis 22,8 Prozent. Fast jeder fünfte Laden steht demzufolge leer. In Lübbenau, Lauchhammer und Großräschen wartet sogar fast jeder vierte Laden auf neues Leben.

Besser sieht es dagegen in der Kreisstadt aus. Senftenbergs Leerstand wird mit 19 Prozent angeben. Wirtschaftsförderer Frank Neubert spricht sogar nur von aktuell vier leer stehenden Geschäften: "Das ist eine normale Bewegung." Die Geschäfte würden relativ kurzfristig neue Anbieter finden. Nach seinen Erfahrungen gelte Senftenbergs Innenstadt bei Besuchern - oft im Gegensatz zu den Wahrnehmungen Einheimischer - als belebt und florierend. Die Innenstadt zu stärken sei auch das einmütige Ziel der Stadtpolitik.

"Fast jede Woche gibt es Anfragen von Discountern, die Supermärkte errichten wollen. Die weisen wir konsequent ab, solange das Angebot in der Stadt bereits vorhanden ist", und das auch angesichts der bereits überdurchschnittlichen Verkaufsfläche von beachtlichen 2,4 Quadratmetern pro Einwohner. Ein gesundes Maß besteht nach IHK-Angaben bei etwa 1,5 bis 1,6 Quadratmetern Verkaufsfläche pro Einwohner.

Daran ändert auch eine leicht gestiegene Einzelhandels-Kaufkraft im Oberspreewald-Lausitz-Kreis nichts. Die ist zwar mit durchschnittlich 4865 Euro im Jahr 2009 auf prognostizierte 5540 Euro im Jahr 2014 gewachsen, liegt aber immer noch auf einem niedrigen Niveau. Wenn der Deutschland-Durchschnitt mit 100 angenommen wird, liegt die OSL-Kaufkraft bei lediglich 88,83.