„Wer teures Sägeholz verkaufen will, muss sich jetzt aber wirklich beeilen“ , mahnt Hubertus Kraut, Leiter des Staatlichen Forstamtes Doberlug-Kirchhain und auch zuständig für den OSL-Landkreis. Das absterbende, aber fest bleibende Holz verfärbe sich durch den Bläue-Pilz und habe dann keinen Wert mehr für höhere Sägequalitäten.
Der Landeswald werde in den nächsten Tagen beräumt sein. Anders im Privatwald. „Einige Besitzer sind sehr weit, andere haben wenig oder noch gar nichts getan. Es bleibt also ein ganzer Teil liegen“ , bedauert der Forstbeamte. Allerdings beträgt der Landesanteil an den 108 000 Hektar Waldfläche im Amtsbezirk auch nur 20 Prozent. Davon befinden sich 3500 Hektar in der Bergbaufolgelandschaft. Weitere 2000 Hektar gehören den Kommunen und Stiftungen, wie dem Nabu. Das meiste gehöre allerdings den Privaten. Wenn die wegen ein paar umgestürzten Bäumen nichts unternehmen oder dazu nicht in der Lage sind, so Hubertus Kraut, dann sollten sie sich von den Revierförstern helfen lassen. Diese könnten unter Umständen eine Lösung parallel für mehrere Waldbesitzer anbieten.
„Alles Holz lässt sich zu Geld machen. Es werden gute Preise gezahlt, weil der Holzmarkt floriert. Selbst das viele Schadholz führte nicht zu Preiseinbrüchen“ , weiß der Fachmann. Für einen Festmeter Industrieholz würden derzeit 33 Euro gezahlt. Dabei handelt es sich um zwei bis drei Meter lange Stücken krummen oder gebrochenen Holzes. Dieses wird zerkleinert und zu Spanplatten oder Papier verarbeitet. Für den Festmeter Sägeholz werden schon 50 Euro hingelegt. Verarbeitet werden bis zu fünf Meter lange, starke Stämme für Möbel und als Bauholz.
Die Preise steigen schon seit Jahren, weil besonders im Osten viele Holz verarbeitende Betriebe auf den Markt gedrängt sind und jetzt mit großen Rohstoffmengen bedient werden müssen.
Der Sturm hat im Bereich des Forstamtes nach Hochrechnungen für etwa 20 000 Festmeter Schadholz gesorgt. Das heißt: In der Summe seien etwa 100 Hektar Wald binnen kurzer Zeit plattgemacht worden. Der jährliche Holzeinschlag nur im Landeswald liegt bei 60 000 Festmetern. Die Einschlagquote wird jetzt entsprechend reduziert.
Hubertus Kraut warnt Waldbesitzer davor, dem Nachbarn einfach so das Holzholen zu gestatten. „Jeder Besitzer ist ein Betriebsinhaber und damit zuständig für die Sicherheit“ , so der Leiter. Der Holzholer müsse die vorgeschriebene Ausrüstung mit Gehörschutz, Helm, Schnittschutzhose und Schuhen mit Stahlkappen tragen. Das Amt bietet Interessenten auch Motorsägen-Lehrgänge an.