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| 01:08 Uhr

farmatic baut Sortieranlage

Lauchhammer.. Die Pläne des Abfallentsorgungsverbandes „Schwarze Elster“ (AEV) zum Betrieb einer mechanisch-biologischen Müllsortieranlage im Freienhufener Industriepark Sonne erhalten klare Konturen. Von Oliver Sobe

Einmütig vergaben die Verbandsvertreter des Landkreises Elbe-Elster und des Altkreises Senftenberg am Mittwoch den millionenschweren Bauauftrag an die farmatic biotech energy AG aus Nortorf in Schleswig-Holstein.
Das Auftragspaket beinhaltet neben dem Anlagenbau auch einen fünfjährigen Wartungsvertrag sowie in der gleichen Zeit den Transport von thermisch hochwertigen Sortierresten zur Verbrennung, wenn denn künftig der Weg zur Mülldeponie verboten ist. Obwohl sich nur zwei Hersteller an der europaweiten Ausschreibung beteiligt haben, liegt die Investitionshöhe laut Vorsteher Georg Körner im erwarteten Rahmen von 18 Millionen Euro. Etwa 3,5 Millionen Euro wolle der Verband aufbringen. Der Rest soll über Kredite finanziert werden. Damit würden die Abfallgebühren im AEV ab 2006 wohl um 20 bis 30 Prozent steigen.
Binnen Jahresfrist will der Verband nun das Projekt beim Landesamt für Immissionschutz zur Genehmigung geführt haben. Die Fertigstellung in Freienhufen ist bis Mitte 2005 geplant. Die Auftragsvergabe an armatic hatte sich zuletzt um über einen Monat verzögert, da der unterlegene Anbieter aus dem nordwestdeutschen Raum vor der Vergabekammer des Potsdamer Wirtschaftsministeriums eine erfolglose Nachprüfung angestrengt hatte.
Aufgrund geltender EU-Vorschriften will der AEV künftig den gesamten Haus-, Sperr- und Gewerbemüll vor der Deponierung durch die mecha-nisch-biologische Aufbereitung schicken. Technisch sollen dem Restmüll dabei die organischen Bestandteile bei tagelanger Gärung in geschlossenen Tanks entzogen werden. Das entstehende Biogas würde später in einem eigenen Blockheizkraftwerk verbrannt.
Die Jahreskapazität der konzipierten Anlage liegt bei 50 000 Tonnen. Zur höheren Auslastung wolle der AEV auch anderweitig Abfälle akquirieren, kündigte Vorsteher Körner an. Alle Gespräche im Vorfeld zu einem gemeinsamen Betrieb, etwa mit Lausitzer Nachbarverbänden, waren gescheitert.
Ein großes Fragezeichen stand bis zuletzt auch hinter der wirtschaftlichen Bonität des Anlagenbauers farmatic, räumte der Verbandschef gestern auf Nachfrage ein. Das börsennotierte Unternehmen hatte nach eigenen Angaben im Jahr 2002 bei einem Umsatz von "lediglich" 38 Millionen Euro ein Betriebsminus von etwa 30 Millionen Euro eingefahren. Gemeinsam mit den Planern einer gleichartigen farmatic-Sortieranlage in Göttingen habe der AEV deshalb gründlichst die derzeitige Liquidität der norddeutschen Firma geprüft und am Ende das wirtschaftliche Risiko als tragfähig eingestuft.