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| 02:51 Uhr

Fakten und Fiktionen aus der Lausitz bald als Buch

Wolfgang Wache im Gespräch mit den Autorinnen Renate Hensel (r.) und Barbara Kolbe.
Wolfgang Wache im Gespräch mit den Autorinnen Renate Hensel (r.) und Barbara Kolbe. FOTO: Jana Arlt
Senftenberg. Der alljährliche Welttag der Poesie wurde am 21. März in Tenglers Buchhandlung begangen. Jedes Jahr lassen sich die Vereinsmitglieder des Literaturzentrums "Ich schreibe!" dazu etwas Besonderes einfallen. Diesmal lud Wolfgang Wache Barbara Kolbe und Renate Hensel zum zweiten Stammtisch "Ich schreibe!" ein. red/fh

Die Begrüßung der beiden Autorinnen fiel ungewöhnlich aus, denn Wolfgang Wache erinnerte daran, dass es Zeiten gab, in denen es sich für Frauen nicht schickte, zu schreiben und öffentlich als Schriftstellerin aufzutreten. Doch die unterhaltsame Stunde bewies, dass Frauen interessant, humorvoll, kritisch, aktuell und differenziert schreiben und deshalb deren Texte sehr wohl in die Buchläden gehören. Barbara Kolbe hält sich zu Beginn des Gesprächs etwas zurück, dabei hat sie mit ihren Büchern schon verschiedene öffentliche Auftritte gemeistert, hat für ihren Fantasyroman von Jugendlichen und Erwachsenen positive Rückmeldungen erhalten und die Frage nach der Fortsetzung. Aber daran ist momentan nicht zu denken. Sie arbeitet derzeit an einem historischen Stoff. Das Fundament ist die Lausitz im 10. Jahrhundert, die Zeit der Wendenkriege. Im Roman werden aufwändig recherchierte Fakten mit Fiktion verknüpft und die erste Leseprobe macht neugierig.

"Das ist viel Arbeit", zeugt Renate Hensel der Kollegin Respekt. Sie selbst ist mit einem ganzen Karton voll verschiedenfarbiger Hefter angereist und hat auch ein Dutzend eigene Bücher mitgebracht. "Ich versuche gerade Ordnung in meine Sachen zu bringen", sagt sie, zieht den grünen Hefter hervor, der den Titel "Im Land der tausend Götter" trägt und liest eine ihrer Reiseimpressionen. Die Kurzgeschichten entstehen ganz schnell, manchmal zwischen Keller aufräumen und Steuererklärung machen, auf Bahnfahrten, nach einem Ausflug in den Wald oder wenn sie sich mit dem Menschen beschäftigt, der unter dem Namen Putin derzeit in der Weltpolitik mitmischt. Beide Autorinnen schreiben nicht nur selbst, sie begeistern auch andere Menschen fürs Lesen und Schreiben. Barbara Kolbe leitete die Schreibwerkstatt "Wörterschmiede", Renate Hensel engagierte sich für Aussiedler und sammelte deren Lebensgeschichten.