Statt nach Cottbus darf sich der Sportsmann auf eine reizvolle Reise begeben. Er wird eine Einladung zum letzten EM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Island in Hamburg erhalten. Der Anlass dafür ist ein ganz besonderer: Ulrich Kallasch wurde als einer von fünf Bundessiegern im diesjährigen Wettbewerb „Fair ist mehr“ des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ausgewählt. Die Auszeichnung ist im feierlichen Rahmen in der Hansestadt geplant.
Als die Briesker Knappen in der letzten Verbandsliga-Saison im Abstiegskampf vor dem wichtigen Spiel gegen Hanse Frankfurt/Oder standen, waren die Gäste kurz vor dem Anpfiff wegen eines Staus noch nicht vollzählig, aber mit der Mindestanzahl von sieben Spielern in der Elsterkampfbahn erschienen. Welch ein Vorteil wäre dies für die Gastgeber gewesen, in erheblicher Überzahl aufzulaufen! Immerhin war klar, dass ihnen nur ein Sieg eine Chance auf den Klassenerhalt bewahren würde, andererseits die Frankfurter diesen mit drei Punkten selbst schon perfekt machen konnten.
In dieser Situation fragte der Schiedsrichter den Briesker Betreuer, ob die Mannschaft fairerweise noch auf die Ankunft der übrigen Gästespieler warten würde. Dies bejahte er. Das Spiel begann mit rund einer Viertelstunde Verspätung und elf Spielern auf jeder Seite. Am Ende verspielte Glückauf mit einer 1:2-Niederlage den Verbleib in der Verbandsliga.
Registriert und gemeldet hatte dieses faire Verhalten der Senftenberger Schiedsrichter Sven Schaale, der an diesem Tag unter den Zuschauern weilte. Der DFB war davon derart angetan, zeigte die Aktion doch beispielhaft, wie durch Fairplay ein sportlicher Nachteil in Kauf genommen wurde.
Die Auszeichnung hat sich Mannschaftsbetreuer Kallasch, dessen gesamte Familie dem Briesker Fußball verbunden ist, also redlich verdient, und er freut sich auch schon darauf. Stolz darf er auch sein, dass er nach drei Jahren der zweite Träger dieses Preises aus Brandenburg sein wird.