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| 14:49 Uhr

Gasflasche explodiert im Obergeschoss
Dramatische Rettung in Schipkau

Alle Löschzüge aus der Gemeinde Schipkau, Freiwillige Feuerwehren aus der Umgebung sowie die hauptamtlichen Kräfte aus Senftenberg waren Sonntagabend in der Beethovenstraße in Schipkau im Einsatz – insgesamt 41 Feuerwehrleute.
Alle Löschzüge aus der Gemeinde Schipkau, Freiwillige Feuerwehren aus der Umgebung sowie die hauptamtlichen Kräfte aus Senftenberg waren Sonntagabend in der Beethovenstraße in Schipkau im Einsatz – insgesamt 41 Feuerwehrleute. FOTO: Steffen Rasche
Schipkau. Vermutlich eine explodierte Gasflasche hat Sonntagabend ein Haus in der Beethovenstraße in Brand gesetzt. Feuerwehrleute können eine Frau aus den Flammen retten, in letzter Sekunde. Von Jan Augustin und Lydia Schauff

Es dauert keine zwei Minuten – da sind die Feuerwehrleute der Schipkauer Wehr schon in der Beethovenstraße. Ein Einfamilienhaus brennt. Aus dem Dachstuhl schlagen Flammen. Teile des Gebäudes stürzen ein. Eine Person wird vermisst. Es ist Sonntagabend, kurz vor acht. Einsatzleiter Holger Noack koordiniert insgesamt 41 Feuerwehrmänner. „Wir haben einen Angriffstrupp vorgeschickt, mussten die Aktion aber abbrechen“, schildert er. Im Obergeschoss krachen die Wände ineinander, Balken lodern lichterloh. Dann sieht ein Kamerad, der auf der Drehleiter steht, durch den offenen Dachstuhl eine Hand im Rauch winken. Es ist die Hand der 89-jährigen Bewohnerin. Mit einer Kettensäge verschaffen sich die Männer Zugang. In allergrößter Gefahr und in letzter Sekunde gelingt den Feuerwehrleuten die Rettung. Die Frau wird mit schweren Brand- und Schnittverletzungen in ein sächsisches Krankenhaus geflogen. Das Feuer ist mittlerweile gelöscht.

Nach ersten Erkenntnissen hatte die Rentnerin vermutlich unsachgemäß mit einem Gasbrenner hantiert, teilt Polizeisprecher Torsten Wendt mit. „Dabei kam es zur Explosion einer Gasflasche, in deren Folge der Dachstuhl des Hauses in Brand geriet.“ Der 76-jährige Ehemann konnte sich nach der Explosion ins Freie retten. „Augenscheinlich erlitt er keine Verletzungen, wurde aber zur Beobachtung in ein Klinikum gebracht“, erklärt Wendt. Warum die Frau, die im Obergeschoss des Hauses wohnt, mit einem Gaskocher hantierte, ist unklar. Nach einer ersten Einschätzung der Polizei wollte sie sich so möglicherweise aufwärmen.

Polizisten sperren am Montag das einsturzgefährdete Haus ab und versiegeln es, bevor Brandermittler des Landeskriminalamtes ins Gebäude gehen.
Polizisten sperren am Montag das einsturzgefährdete Haus ab und versiegeln es, bevor Brandermittler des Landeskriminalamtes ins Gebäude gehen. FOTO: LR / Jan Augustin

Dass die Feuerwehren aus Schipkau, Senftenberg, Klettwitz, Drochow, Annahütte, Meuro, Hörlitz und Lauchhammer so schnell vor Ort sind, ist Glück im Unglück. Es ist Sonntagabend, und die meisten der ehrenamtlichen Feuerwehrmänner sitzen zu dieser Zeit nicht auf Arbeit, sondern Zuhause auf der Couch. So wie ein benachbartes Ehepaar, das anonym bleiben will. „Wir haben gerade Bares für Rares geschaut. Auf einmal hat es so einen Knall gegeben, dass wir dachten, unser Dach fällt ein“, schildert die Frau. Sie ruft sofort die 112. Doch in der Leitstelle Lausitz ist der Brand bereits gemeldet. Danach sei sie sofort auf die Straße gegangen. „Da hat schon der ganze Dachstuhl gebrannt“, erzählt die Frau noch immer aufgeregt von der Erinnerung aus der Vornacht.

„Das ist nicht alltäglich und eine Herausforderung für die ehrenamtlichen Feuerwehren“, betont Einsatzleiter Holger Noack bei einer Nachkontrolle am Montag vor Ort. Zuvor haben Polizisten das Grundstück abgesperrt und das Haus versiegelt. Wenig später sind die Brand-Experten des Landeskriminalamtes eingetroffen.